Über die Pflicht, die Stimme zu erheben: El Général im Interview

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Dieses Interview ist am 15.Oktober 2011 in der Wiener Zeitung erschienen For an English version click HERE

Im Arabischen Frühling stürzten nicht nur Diktatoren sondern es wurde im Orient auch ein Musikgenre wiederbelebt, das im Westen schon fast vergessen war: Der Protestsong.

Von Marokko bis Syrien singen und rappen mutige junge Menschen für oder gegen ihre Anliegen. Einige fanden dabei den Tod, wie zum Beispiel der syrische Sänger Ibrahim Qashoush, den man mit aufgeschlitzter Kehle im Orontesfluss fand, oder der Ägyptische Künstler Ahmed Bassiouni, der in Kairo bei einer Demonstration von der Polizei erschossen wurde.

Die Revolutionen in Ägypten und Tunesien haben aber auch viele neue Hits produziert und so manchen zuvor völlig unbekannten Musiker zum Symbol des Widerstands gemacht. Einige dieser Lieder finden sich zum Beispiel auf dem Sampler „Our Dreams Are Our Weapons – Soundtracks of the Revolutions in Tunisia and Egypt“, der auf dem Label „Network“ erschienen ist.

Keiner steht so für die derzeitige musikalische Protestkultur, wie der 23-jährige tunesische Rapper El Général, sein Lied „Rayis le-Blad“ gilt als „Hymne der arabischen Revolution“. Zwar gab es in Tunesien schon seit langem eine lebendige sozialkritische Singer-Songwriterszene, doch erst El Général traf mit seinem direkten Angriff auf den Präsidenten, untermalt von schweren HipHop Beats, den Nerv einer jungen wütenden Generation, die sich ihrer Chancen beraubt sah. Seine vorüberhegende Verhaftung Anfang Jänner steigerte El Général Popularität nur noch, vom Time Magazin wurde er unter die 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2011 gewählt.

Gewählt wird am 23. Oktober  auch in Tunesien – Hamada Ben Amr, El Général mit bürgerlichem Namen heisst – kandidiert aber nicht, sondern arbeitet an seinem ersten Album. Selina Nowak hat ihn vor seinem Konzert beim Salam.Orient Festival (13.10.05.11.2011) in Wien getroffen.

Siehst du dich mehr als Musiker oder politischen Aktivisten?
Mein Rap spricht sowohl politische wie gesellschaftliche Themen an, die für die Menschen interessant sind. Die Musik ist mein Transportmedium. Ich habe es gewählt, da es der einzige Weg ist, den ich kenne. Ich habe keine anderen Mittel, um meine Themen zu transportieren.
Ich bin ein ganz normaler Typ, aber in meiner Rolle als MC sehe ich es als meine Pflicht, meine Stimme zu erheben. Ich bin ein Musiker, der eine Botschaft hat.

Wer sind deine Vorbilder?
Privat kann ich das schwer sagen. Künstlerisch gibt es einige Vorbilder – ist da auf jeden Fall der französische Rapper Kery James. Er rappt nicht über persönliche Dinge sondern über Themen wie Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Rassismus. Er trägt somit etwas zur Gesellschaft bei.

Wie hat sich dein Leben in den letzten Monaten verändert?
Die Verantwortung ist größer geworden, ich muss mehr auf meine Worte und mein Handeln achten. Denn meine Musik ist nun keine rein regionale Angelegenheit mehr sondern hat größere Dimensionen bekommen. Das macht es auch viel schwieriger, das was ich erreicht habe, zu halten, was gewissermaßen auch eine Bürde bedeutet. Aber ich habe mich nun mal für den Rap entschieden, was anderes will ich nicht machen. Ob und wie lange ich davon leben kann? Das wird sich zeigen. Manche Rapper schaffen es, viele schaffen es nicht. Je nach Ziel und der Fähigkeit, seinen Status als Rapper in der HipHop-Welt zu platzieren.

Wie hat sich die tunesische Musikszene durch die Revolution verändert?
Vor allem für den Rap hat sich viel geändert. Zuvor war es verboten Konzerte zu veranstalten und CDs zu verkaufen, die nicht zuvor die Zensur durchlaufen haben.
Nun hat das Kulturministerium die Rapmusik sogar offiziell als Kunstrichtung anerkannt. Die Musik wird viel im Fernsehen gespielt und was im Fernsehen läuft verkauft sich auch am Markt besser. Die Revolution hat dem HipHop einen Platz in der tunesischen Gesellschaft gebracht.

Viele junge Männer deiner Generation streben nach Europa. Hast du je darüber nachgedacht, Tunesien Richtung Norden zu verlassen?
Darüber habe ich oft nachgedacht. Warum? Wegen der Unterdrückung in einem Lande, das einem nicht einmal ein Minimum an Möglichkeiten bot um in Würde zu leben. Keine Redefreiheit, Gefängnis, Repression – bei dem Wunsch das Land zu verlassen ging es nicht um mehr Geld sondern um mehr Freiheit.

Hast du eine Botschaft an diejenigen, die Tunesien verlassen haben oder die vielleicht darüber nachdenken?
Vieles ist derzeit in einem Umwandlungsprozess. Wir jungen Menschen müssen uns selbst und unserem Land eine Chance geben. Aus uns kann noch viel werden und gottseidank gibt es in Tunesien eine Menge junge Leute. Wenn jemand sich aber dafür entscheidet auszuwandern, so muss man das auch akzeptieren, denn letztendlich entscheidet jeder Mensch für sich selbst.

Hast du dich entschieden, in am 23. Oktober zur Wahl zu gehen?
Nein, ich gehe nicht zur Wahl.
Ich habe kein Vertrauen in die politischen Parteien. Wie kann ich zur Wahl gehen, wenn ich kein Vertrauen in die Politiker habe. Wie kann ich eine Partei wählen, an die ich nicht glaube?
Ich sehe mich selbst als Kritiker der politischen Szene und nicht als Wähler.

Was würdest du dir von einem Politiker wünschen, damit du ihn wählst?
Dass er dem Lande dient wie ein Mann!

El Général’s Album „La Voix Du Peuple“  (Die Stimme des Volkes) erscheint 2012. Er rappt darauf über tunesische, Nahost- und Weltpolitik, die Freimaurer  sowie über Gott und den Lauf der Welt.

 Apropos Freimaurer: Die Verschwörungstheorie, dass diese Geheimvereinigung – gemeinsam mit den USA und Israel –  die Weltherrschaft anstrebt, ist in der arabischen Welt relativ verbreitet. El Général rappt auch darüber, was man aber nicht mit Antisemitismus alter deutscher Schule verwechseln darf. Ebenso unpassend ist es, El Général als „Islamisten“ hinzustellen, wenn er über Religion rappt. Der 23-jährige ist nun mal kein linker intellektueller Friedensaktivist, der Musik für den Westen macht, sondern ein wütender Pseudogangster, den man sehr wohl hinterfragen, gleichzeitig auch als beispielgebend verstehen muss.

Mehr dazu bald in der Sendung Frau Nowaks Transorientalischer Musikexpress zur Tunesischen Wahl: Die Revolution und ihre Kinder.

Seid gespannt!

OCBoddity 200 (10.10.2011)

Zum 200er gönnt sich OCB ein bisschen Sentementales: Gemeinsam mit zwei ältest-gedienten Freunden und Musikexperten – Danke Ossi und Clemens für’s Dabeisein – begibt sich die Jubiläumssendung auf eine Zeitreise in OCBs prägende Jahre des Musikgeschmacks. Das heißt, wer wissen will, woher OCBoddity‘s Anspruch auf “Rock, Pop & Indie at its Best“ kommt, der darf mit „back to the roots“ gehen. Beste Unterhaltung versprochen!

PLAYLIST
REM, What’s The Frequency, Kenneth?
Suede, We Are The Pigs
Bowie, Moonage Daydream
VU, Waiting For The Man
Talk Talk, Such A Shame
Prince, Sign O’ The Times
Tom Waits, Jockey Full Of Bourbon
The Rolling Stones, Sympathy For The Devil
Genesis, Carpet Crawlers
Talking Heads, Cities
The National, Fake Empire

Und wer’s nachhören will … klickt hier

POESIE UND ENGAGEMENT (CHRISS)

In der Sendung vom Freitag dem 14. Oktober (Download) begeben wir uns auf die Suche nach der Vereinbarung von Poesie und Engagement. Thomas Oberender – geschiedener Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele – beschrieb mit diesen zwei, anfangs kontrovers erscheinen wollenden Worten, das Album „Nervöse Welt“ der Wiener Band „the who the what the yeah“Rio ReiserTon, Steine, Scherben… Postkapitalistisches Lebensgefühl… eine junge Generation die sich sehr eigen engagiert… – Und das wissen wir, Norbert K Hund und Christopher Schmall, die zwei Perlentaucher und Sternpflücker vom Dienst auch. Engagement und Poesie. Eine interessante Verbindung…

The Who?

Aber wer sind eigentlich „the who the what the yeah“? Ja, eine Band aus Wien! Doch warum haben wir uns schon so oft mit ihnen beschäftigt? (Der Skaverda Effekt, Nervöse Welt- das ganze Album, Das Salzburg Syndrom… nur um mal die markantesten Sendungen zu nennen). „The who the what the yeah“ haben etwas geschaft, vor dem viele andere Bands zurückschrecken, resignieren, schweigen – mit dem sie sich schlichtweg nicht befassen. Und genau das ist der Punkt! „The who the what the yeah“ sprechen, nein, schreien ihre Wahrheit in die Welt hinaus und haben das Gedankengut von Rio Reiser aufgegriffen, für sich selber weiterentwickelt und so verdichtet, dass das Album „Nervöse Welt“ eigentlich als Manifest gelesen werden kann… So da habt ihrs! Selbst schuld! Ihr mit eurem System, das unsicher macht, einengt und verbraucht! Die Maus hatte also doch Recht… Tanzen wenn einem etwas gefällt… am Ende bleiben tausend offene Fragen, die sich wie von selbst stellen…

 The What?

Fragen die wohl oft gar keine Antwort haben oder haben wollen. Fragen die einfach Fragen sind, damit wir nachdenken, so lange bis wir einsehen, dass es nicht auf die Antwort ankommt, sondern auf die Gedanken die wir uns machen… die ganzen kleinen Schritte… denn wir sind ja eigentlich alle nur Maulwürfe, die am Zuckerberg des Konsumismus graben… Wir müssen’s nur noch einsehen! Und dann werden wir dieses System zum Kippen bringen… Und genau das ist es! Poesie und Engagement. Sich für etwas das einen selbst betrifft und berührt, verletzt und beunruhigt, angreift und betrifft einsetzten mit Sätzen und Bildern. Mit Worten, Musik, Farben, mit allem was die Fantasie zu bieten hat. Das ist Poesie! Poesie die aus dem Leben kommt und den Leuten etwas sagt. Schon beim bloßen Ansehen und Erkennen der einzelnen Worte…

 The Yeah!

Also liebe Mitorgler und Zerrinnenden, lasst uns dieses System von Macht, Hierarchie, Geld, Ansehen und nazi-katholischem Kreuzweh endgültig zum Einsturz bringen! Lasst die Gitarren plärren, die Orgeln den Weltuntergang verkünden und vor allem: Lasst uns endlich etwas tun! Schlafen können wir später immer noch lange genug! Jetzt müssen wir aufstehen, die Stimme erheben und uns wehren gegen diese Unterdrückung! Jedoch… wenn ihr nicht von alleine wollt, ich kann euch nicht zwingen, ich kann euch nur vor Augen führen, warum ICH mich wehre und mir nicht länger den Mund verbieten lasse…

Le bric-à-brac d’octobre

Ecoutez le bric-à-brac d’octobre ici !

Le livre :
Émile Ajar (Romain Gary). La vie devant soi. 1975.

Le film :
Le fils de l’épicier. Éric Guirado. 2007.

L’invitée :
Rodica Draghincescu écrivaine et poète roumaine vivant en France

L’article :
„Armes sonores : le silence gênant de la France“. Le Monde du 22 septembre 2011, Par Antoine Blin.

L’agenda :
Salzbourg :
Les émotifs anomymes – Die anonymes romantiker, dimanche 16 octobre, à 10h45 et le 20 octobre à 10h15. Mais également le mercredi 19 octobre à 19h30 au Kino im OVAL dans le Europark.
Le petit Nicolas – De kleine Nick à voir Mercredi le 26 octobre à 15h15 au das Kino.

Au ODEION jusqu’au 29 octobre vous pouvez allez voir „Molière und die Kabale der Scheinheiligen“ une pièce de Michail Bulgakows

Du 12 au 16 octobre au Republic il y a „Jazz and the city„, festival de jazz, world et electro avec 100 concerts au programme et entrée gratuite !

Le reportage :
Lettre de refus. Par Céline Develay-Mazurelle.Production: ARTE Radio.com

Les mots :
Faufiler, gribouiller, hypocrite, impeccable, lapalissade, mater…

Rodica Draghincescu

Rodica Draghincescu

Programmation musicale :
1. Pauline Croze – T’es beau
2. Allain Leprest – Les tilleuls
3. Edith Piaf – Sous le ciel de Paris
4. Cœur de pirate – Francis
5. Romain Dudek – „Chanson pour  Steve Jobs“
6. Albin de la Simone et Vanessa Paradis – Adrienne
7. Capri c’est fini – Hervé Vilard

From the „Oh“ to the „Wow“!

Liebe FabrikantInnen, Liebe (Radio-) Freunde.

Oh Wow! Die dritte Woche meines Berufsschullehrganges has come and gone. Die ersten Tests sind geschrieben, mein Digital Divide Referat ist gehalten und die erste klasseninterne Krise ist überwunden. Meine Augenringe bezeugen: Ich bin mittlerweile wieder voll im Schulleben angekommen. Über die hab ich ja schon vor zwei Wochen berichtet und außerdem sind die allerhöchstens das „Oh“ in „Oh Wow!“.

Schule macht ja Spaß und alles, aber auf die beiden Tage der Woche, an denen ich die Radiofabrik auch mal von Innen sehen kann (und nicht immer nur auf dem Weg in die Schule daran vorbei fahr) freu ich mich mit jeder Woche mehr. Was gibt’s also Neues? – Einiges! Unsere Programmchefin Eva hatte einen Unfall, was uns alle zeitweise sehr beunruhigt hat. Gott sei Dank ist sie aber schon wieder auf dem Weg der Besserung. Wir geben unser Bestes um sie für euch zu vertreten und die Community um unser Radio am Laufen zu halten. Trotzdem Eva, werd schnell wieder gesund!

Neben dem normalen Betrieb haben wir aber auch noch ein anderes Großprojekt, dass verwirklicht werden will. Wie ihr sicherlich alle wisst ziehen wir mit einem unserer Sender um! Ziel: In Zukunft noch mehr von euch die Chance geben, das beste Radio Salzburgs zu empfangen. Um euch zu zeigen wie das Ganze aussehen soll, wollen wir diesen Samstag mit euch allen raus auf’s Land! An dieser Stelle sei erwähnt, dass die ganze Sache ohne eure Unterstützung aber nicht funktioniert. Wer am Ende des Monats noch den ein oder anderen Euro über hat und nicht weiß wie er ihn investieren soll, der schaut mal hier rein. Für jeden gespendeten Euro erwartet euch nicht nur ein verbesseres Radiofabrik-Radiofeeling, sondern auch allerhand andere Goodies 😉 Also Freunde, schwingt euch auf die Sättel eurer Räder, kommt am Samstag mit uns zum neuen Sender und lasst euch von unserer Vision mitreißen!

Oh Wow! Es gäb noch viel mehr zu berichten, aber wie gesagt, vom zu langen in den Computer schauen, bekommt man viereckige Augen. Also am besten den Computerbildschirm jetzt mal ausmachen, Radiofabrikstream rein und auf den nächsten Blogeintrag warten.

Ihr hört von mir.

the apprentice.

Poesie und Engagement (Norbert)

Die Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 14. Oktober (Download) untersucht eine wesentliche Aussage, mit der Thomas Oberender in unserem Gespräch Ende August aufhorchen ließ: „Es erinnert etwas an Rio Reiser. Spätkapitalistisches Lebensgefühl. Zum ersten Mal seit langem höre ich wieder eine junge Generation sich auf eine doch reife und sehr persönliche Weise engagieren. Da kommt eine tolle Mischung aus Poesie und Engagement zur Sprache.“ Wir unterhielten uns just über das Album „Nervöse Welt“ von the who the what the yeah aus Wien und in diesem einen Augenblick tauchte in uns allen gleichzeitig die Ahnung auf, dass genau in der Verbindung dieser beiden angeblichen Gegenpole ein wesentlicher Treibstoff für individuelle wie gesellschaftliche Entwicklung liegen könnte…

Um diesen Gedankengang weiter zu vertiefen, haben wir die Protagonisten der Nervösen Welt anlässlich ihres ebenfalls freitäglichen Salzburg-Konzerts zu uns ins Studio eingeladen. The who? Das werdet ihr bestimmt erfahren. The what? Könnt ihr ab 22:00 Uhr live im Radio hören – und auch wenn ihr es nicht versteht, ab 23:00 Uhr im Denkmal dazu tanzen. Sagte die Maus zum Elefanten. The Yeah! Eine Synthese aus Radiosendung und Livekonzert, Gespräch und Musik, Dichtkunst und Politik. Und angewandtes Perlentauchen zwischen Parolen und Poesie, überraschend, unorthodox und unvorhersehbar…

Es gibt, ähnlich wie bei einem plötzlichen Aha-Erlebnis durch Schmunzeln über sich selbst oder durch Lachen über einen gelungenen Witz, eine Art Impuls zum Aufstehen und sich Einmischen, zum nicht mehr hinnehmen Wollen der bestehenden Welt, zum Gestalten der Gegenwart und zum Verändern der Verhältnisse, einen Impuls also, der durch das gleichzeitige Wahrnehmen von Vollkommenheit und Zerstörung ausgelöst wird. Oder sagen wir durch das Einfühlen in das Leiden (auch das eigene!) an der Unfertigkeit, Ungerechtigkeit, Unvollkommenheit menschlicher Gemeinschaft – und die gleichzeitig vorhandene Phantasie, Sehnsucht, Vorstellung einer Lebenswirklichkeit, in der sich Alltag und Realität mit Gefühl und Bedürfnis deckt. Oder zumindest mehr in Einklang und Übereinstimmung zu bringen wäre, als dies in bisheriger leidvoller Entbehrung erfahren wird. Phantasie und Realität? Poesie und Engagement!

Ein gelungenes Beispiel poetischen Engagements ist der rassismus-ironische Smir Fink, hier neben dem Eingang zur Salzburger Synagoge. Ein jüdischer Witz unterwandert humorverwandelnd die x-te Metaebene postmoderner Zitatensammlung und entzieht sich so der Verhaftung ins Normative der Hierarchien. Chapeau!

Und wir ergehen uns somit wieder in allerlei Abgründen, Assoziationen und Aushängigkeiten – auf Messers Schneide, im Schatten der Mozartkugel und unter dem Einfluss von Musen, Wahrheit und Zukunft. Die definitive Playlist gibts demnach auch wieder erst im Anschluss an unsere Selbstüberraschung!

Noch Dichter? (Das Geheul)

 

Experiment so halbwegs gelungen, ihr hörtet „Das ganze Gedicht“: Das Geheul (Howl) von Allen Ginsberg mit Musik von den „The Warlocks“ auch das ganze Album, „Heavy Deavy Skull Lover“!


Sehr geehrte graue Zellen,

sind wir Menschen wirklich mehr als eine Ansammlung von viel Wasser, gesteuert von einer gräulichen Gatschmasse in der ständig ein Synapsenfeuerwerk spritzt und funkt? Ist das Leben mehr als ein ewiger Veitstanz des ZNS’s?

Ja, liebe Klein- und Großhirnrinder, wir sind mehr und es geht um mehr als bloßes Fressen und Vermehren, meint MC Randy Andy und wird es euch in der nächsten Grünen Stunde beweisen. Anhand drastischer Musik und eines (!) Gedichts! Es wird ein kleines Experiment, soviel kann ich schon mal verraten.

Obwohl das Essen schon ein exzellenter Begleiter durchs Tal der Tränen ist. Aber auch die Ähnlichkeit von Darm- und Gehirnwindungen ist frappierend und Fäzes besteht auch zu 75% aus Wasser (eines gesunden Menschen)! Ihr seht; Essen (und Trinken) hält Leib und Seele zusammen.

Alles Kot oder was? Selbst so poetische Bezeichnungen für gewisse Gehirnregionen, wie Amygdala oder Medulla Oblongata (die großen Player im Hirn), sind zwar wunderschön streifen die Essenz des Menschseins nur peripher. Er bleibt rätselhaft, der Mensch!

Da hilft euch nur MC Wuhdric und die Kunst weiter, bzw. die Dichter.

Am 01.10.2011 ab 22:00 Uhr gräbt MC Randy Andy nach den wahren Preziosen und wandelt uns die Lehmbrocken zu edlen Steinen. Be there!

© A.Woodrich


Radiopreis der Erwachsenenbildung

Das Artarium am Sonntag, 9. Oktober um 17:06 Uhr sendet eine vorproduzierte Best Of Compilation aus Sendungen von September 2010 bis August 2011, die von der Radiofabrik als Sendereihe für den diesjährigen Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert wurde. Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und wollen euch diesen lustvoll gescheiten, abgründig witzigen und kreativ hintersinnigen Zusammenschnitt natürlich auch nicht vorenthalten. Daher gibts diesmal auch die Sendung für unsere treuen Blog-Leseratten und Facebook-Freunderl schon vorab als Stream/Download: Best Of Artarium 2011. Allerbesten Appetit!

Damit man sich in der Menüfolge von 22 Outtakes und 3 Musiktiteln gegebenenfalls orientieren kann, gibts natürlich auch ein Programmheft mit sämtlichen Beiträgen. Aus dem Begleittext: Norbert K.Hund verbindet als Sendungsgestalter die unterschiedlichsten Menschen und ihre Geschichten zu einem gemeinsamen Ganzen und verleiht diesem (als) Medium Stimme, Sprache und Gestalt. Die Darstellung und Erfahrbarmachung des Emotionalen, das atmosphärische Spüren zwischen den Zeilen (und hinter den Aussagen) sowie die weitestmögliche Anregung der Empathie sind der thematische Dreh- und Angelpunkt seiner Radioarbeit.“

Das Artarium wurde ursprünglich zu dem Zweck ins Leben gerufen, um den zahlreichen Kunst- und Kulturschaffenden, die in Salzburg jenseits von Bekanntheit, Markttauglichkeit oder öffentlicher Förderung tagtäglich höchst Wertvolles für das Wohlergehen der Gemeinschaft leisten, eine Möglichkeit zur Darstellung zu eröffnen. Mit dem speziellen Schwerpunkt auf die Entwicklung jugendlicher Ausdrucksformen entstand so „das etwas andere Kunnst-Biotop“ als ein Genres wie Generationen verknüpfendes multimediales Work in Progress, welches sich nunmehr seit über 4 Jahren wöchentlich ereignet. Uns ist wesentlich, dass jedwede schöpferische Selbstaussage jenseits von Mainstream und Mozartkugel der herrschenden Markt- und Hochkultur ebenbürtig ist, zumal was ihre entwicklungskreativen und psychosozialen Leistungen anbetrifft.“

„Immer fragend und neugierig unterwegs und auf der Suche nach spannenden Interaktionen – zwischen Facebook und Graffiti, Performance und Festspielhaus, Philosophie und Musik, Lyrik und Lautstärke, Politik und Verdrossenheit oder den Verhaltensweisheiten vermeintlicher NormenJugend und Kultur sind bei uns weder Schlagwort noch Werbetext. Unsere Message ist zugleich auch Lebenswerk und unsere Intention ist die Inklusion – denn wir alle haben sehr spezielle Bedürfnisse! Die ermutigende Freisetzung des kreativen Potentials aller Beteiligten ist dabei erklärtes Ziel.“ Soweit unsere Selbstdarstellung

Abschließend noch die Zusammenfassung aus dem Vorschlagsformular: „Artarium bietet lebhaften generationsübergreifenden Dialog – zu Kunst, Gesellschaft, Philosophie, Zeitgeschichte etc. – unter Beteiligung Jugendlicher auf Augenhöhe – und lotet gemeinsam mit erwachsenen Gesprächspartnern neue Sichtweisen, Sprachwelten und Darstellungsformen aus. Artarium ist innovativ.“ – Wenn ihr damit jetzt im Großen und Ganzen einverstanden seid, dann drückt uns ganz fest die Daumen, dass unser poetisches Engagement auch die Anerkennung erfährt, die es verdient. Und bitte, gebt uns weiterhin Feedback, kommentiert unsere Artikel und Sendungendenn davon leben wir – von den Abenteuern in euren Köpfenund von dem, was ihr uns davon erzählt

 

East meets West beim Waves Vienna

Beim Waves Festival in Wien traf sich die europäische Musikbranche, um über die Zukunfts des europäischen Musikmarktes zu diskutieren. East meets West war das Thema der parallel zum Clubfestival stattfindenden Konferenz. Die schöne Frau Nowak war dabei und hat die Inhalte der verschiedenen Panels für Euch zusammengefasst. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Showgeschäfts……click here