Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 9. Dezember – Willkommen zur Herbergsuche des unsteten Geistes zwischen Glühweinstand und Lamettahängen, zur alljährlichen Kunnst-Schutzimpfung gegen den Advent-Eventkrampf – im Schatten der Mozartkugel! Wir basteln uns eine eigene Stimmung und erfinden uns selbst eine Andacht – mit etwas anderen Geschichten und auch mit gepflegter Hausmusik 😉 In Salzburg gibt es ja eh nur zwei Jahreszeiten – die Festspielzeit und die Adventszeit. Dieser Dualität wäre nur mit Unmengen von psychoaktiven Substanzen zu entkommen, also erschaffen wir euch im Sinne der Volksgesundheit die alternative Wirklichkeit zum Anderssein mit Zeitbezug: „Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen, bitte! Gute Reise!“
Heiliger Bimbam! Was haben wir nicht schon alles aufmarschieren lassen und zu legendären Weihnachtssendungen verbraten – von ersten Wein-Nächten mit Laibach und Andachtsjodler über Uwe Dicks „Der Öd“ inmitten tobend lauten Adventfeiern bis hin zu Klaus Kinski auf „Jesus Christus Erlöser Tour“ mitsamt unserem eigenen Nachtfahrt-Video. 🙂 Diesmal durchbrechen wir selbst die letzten Erwartungen an das übliche Eventsingen indem wir am „Christgsindlmarkt“ gleich den Eventkrampf anzünden. Gut zu hören am Freitag, 14. Dezember ab 22:00 Uhr. Einige Einblicke in die diesbezüglichen Basteleien gibt es hier vorab zu erleben!
Einen Event-Adventkalender der engagierteren Art hat unsere liebe Kollegin Teresa Reiter gemeinsam mit lesebegeisterten Freund_innen ins reale Leben gerufen: Ausgehend von der Facebook-Initiative „Eine Zukunft für die kleinen Buchhandlungen“ gibt es im heurigen Jahr erstmals den Advent-Eventkalender „Weihnachten in kleinen Buchhandlungen“, welcher allerlei Veranstaltungen bei den literarischen Nahversorgern unseres Vertrauens ankündigt und uns dabei täglich mit kleinen Überraschungen wie etwa Gedichten oder Online-Buchgutscheinen beschenkt. Diese gelungene Idee zur feuchtfröhlichen Förderung des persönlichen Bucherwerbs im gemütlichem Rahmenprogramm ist uns einen eigenen Beitrag wert! Und einen Gastkommentar von Professor (für eh fast alles) Günther Paal zum Thema Dichten und Alkohol (das dionysische Prinzip) 😀
Womit wir einigermaßen elegant zur Präsentation unseres Adventgeschenks gelangt sind: Es handelt sich dabei um locker flockiges Schneetreiben der einstmals als Skaverda bekannten Musiktriolade, welche nunmehr als Manchester Snow in den Wäldern der Umgebung ihr sinnlich tanzbares Wesen treibt:
Und das ist aber sowas von nicht umsonst! Geradezu naturbesoffen macht uns ihr Video zur neusten Single „Forrest Lane“, das wir euch alsdann mit dem größten Vergnügen vorstellen wollen – als Radioweltpremiere! Desto besser trifft es sich da, dass Manchester Snows bewährter Bassmann Marvin Sillner gleich livehaftig im Studio zugegen ist, zumal er auch gerade mit uns gemeinsam an der kommenden Nachtfahrt herumbastelt! So – und was hat das alles jetzt eigentlich noch mit der jahreszeitlich pflichtschuldigen Andacht zu tun? Gute Frage! Ich bin allerdings zuversichtlich, ihr werdet das schon „aus dem Kontext heraushören“ 😛 Und so beschließe ich die heutige Predigt mit den heiligen Worten von Ewald Gerhard Seeliger:
„Wer nicht mit mir ist, der ist wider sich.“


















Da bin ich also… Allein auf der Straße ins Nichts auf der ich mein Leben lang schon war, die mich vorran trägt und meinen müden Geist. Meine Gedanken sind Nebelschwaden und Rattennester, mein Atem ein verfaultes Stück Holz, meine Beine und Arme nur Auswüchse eines Geschwürs das sich Körper nennt. Meine Lippen vermögen es nicht einen anständigen Satz zu formen und meine Augen sind erlöschende Flammen. Ich sehe nichts. Ich schmecke nichts. Ich fühle nichts. Nur meinen Herzschlag – immer weiter trommelnd. Ich höre Stimmen in den Baumwipfeln die mir flüstern: „Jeder trägt ein Totes mit sich.“ Ich verstehe. Aber ich will nicht verstehen, ich will be-greifen! Ich möchte jedes Wort, jede Silbe mit meinen verdorrenden Händen fühlen, zerlegen, neu zusammensetzten, einen neuen Sinn stiften, eine neue Sprache finden… ICH will NEU sein! Das ist wohl der Grund wieso ich mich auf diese Reise begeben habe… Aber der Grund verändert sich, verwandelt sich, schwebt vor meinen Augen als Licht – so nahe und doch so weit entfernt. Ich versuche es zu berühren, doch greife ich ins Nichts. Ich taumle, falle zu Boden, stehe wieder auf, gehe weiter. Ich sehe Tempel – alt, überwuchert – gepfählte Fratzen die mich auslachen, einen Mann gekleidet in schwarze Seide. Er reicht mir die Hand. Er reicht mir seine Stimme. Er reicht mir sein Herz. Er reicht mir seine Seele. Ich nehme an und erkenne…




