mukke mukke mukke und ein paar wenige wichtige sätze zum aktuellen weltgeschehen! einfach reinhören und dran bleiben … 🙂
DEZ 19, 2011: 21:00 fabrik – tune in
Spätlese – Best of Blinde und Kunst 2011
Diese Sendung ist ein Rückblick auf das Jahr 2011 und seine schönsten Radiosendungen des Vereins Blinde und Kunst.
OCBoddity 208 (09.01.2012)
Druckvoll und mit dröhnenden Gitarren geht‘s ab ins neue Jahr! Doch vorerst regiert noch der musikalische Hang-Over aus dem11er-Jahr. Und mit Waters, dem neuen Bandprojekt von Port O’Brien-Headmaster Van Pierszalowski und der tatsächlich diesen Namen verdienenden Supergroup Fistful Of Mercy – Ben Harper, Joseph Artur und Dhani Harrison – bilden zwei überaushörenswerte Kaliber aus dem abgelaufenen Jahr den Rahmen zur 208. Ausgabe von OCBoddity. Dazwischen gibt’s deftige Beats (Hard-Fi und Tom Waits), coolen Rock (Brett Anderson und Mark Davis), Retro-Grooves (Cyndi Lauper, Amy Winehouse und Edie Brickell) und ein paar überschätzte Vorjahreslieblinge der Indie-Szene (The Low Anthem, Vetiver und Kurt Vile).
OCBoddity wünscht alles Gute fürs neue Jahr! !
PLAYLIST
Waters, For The One
Hard-Fi, Give It Up
The Low Anthem, Boing 737
Brett Anderson, Unsung
Tom Waits, Satisfied
Mark Davis, Eliminate The Toxins
Cyndi Lauper, She Bop (live)
Amy Winehouse, Valerie (68’)
Edie Brickell, 2 O’Clock In The Morning
Vetiver, Ride Ride Ride
Kurt Vile, In My Time
Fistful Of Mercy, Fistful Of Mercy
Porcupine Tree – The Incident (Song Cycle)
ACHTUNG ÜBERLÄNGE ! – Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 15. Januar Diesmal präsentieren wir den kompletten 14-teiligen Songzyklus „The Incident“ von Porcupine Tree – und beginnen daher bereits um PUNKT 17:00 UHR. Kaum zu glauben, aber erstmals in der nun schon fast 5-jährigen Geschichte der Sendung ENTFALLEN dadurch die BBC WORLD NEWS. Hallo! Da wird der gute Peter.W. aber Ohren machen: 😉 Und auch unsere Sendungs-Übernahme-Partner werden diesmal mit 59:30 Minuten rechnen müssen, wenn sie die Schlussnummer dieses opulenten Konzeptalbums nicht opfern wollen. Aber davon möchten wir im Namen vieler Prog-Rock-Feinschmecker dringend abraten.
Der musikverzückte Autodidakt und Hans Dampf an allen nur erdenklichen Instrumenten Steven Wilson erfand einst als 20-jähriger spaßeshalber die recht schräge Biografie der damals noch fiktiven Band „Porcupine Tree“, um das mit einem Freund gemeinsam zuhause produzierte Songmaterial leichter unter die Leute zu bringen. Und höre da – das 10. Studioalbum dieser seit nunmehr bald 25 Jahren real existierenden Band hat es (aber hallo) ganz schön ordentlich in sich: Progressive und Psychedelic Rock, Progressive Metal, Alternative, Post-Rock und Experimental Music sind nur einige der möglichen stilistischen Zuschreibungen, die dieses Projekt für einen sehr weit gespannten Hörerkreis interessant macht. Für mich sind es die immer wieder über Genregrenzen hinweg stattfindende Entwicklungs- und Wandlungsfähigkeit, welche Wilsons diverse Bandprojekte (unter anderem Blackfield mit Aviv Geffen) als ebenso erlebenswert wie inspirierend auszeichnen – sowie ganz speziell bei Porcupine Tree die meisterhaft interpretierten Pink Floyd Zitate, die sich so anfühlen, als wären die Herren Barret, Waters, Gilmour & Co Anfang der 70er einmal ganz wo anders abgebogen und hätten seither einfach weiterhin gemeinsam Musik gemacht. Das ist dann schon mehr als sehr speziell…
Weitere Sendungen aus unserer Reihe „Das ganze Album“ gibts hier im Überblick.
-> …und…
-> ACHTUNG UMLEITUNG ->
Perlentaucher-Nachtfahrt am Freitag, 13. Januar von 22:00 bis 01:00 Uhr zum Thema Ambivalenz:
Eine Einstimmung zu unserer Musik- und Spoken-Word Sendung ist hier zu lesen: Beidseitig, gleichzeitig, zweischneidig…
Höchst zwiespältig – gut zu hören.
Beidseitig, gleichzeitig, zweischneidig…
Podcast/Download: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 13. Januar über EMOTIONALE AMBIVALENZ – passend zum gefühlsabgründigen Jahreswechsel wie auch zur perspektivischen Janusköpfigkeit unserer heurigen Winterschlafwandlerei! Jenseits der seltsamen, jedoch weit verbreiteten Vorstellung von klar unterscheidbaren oder sozusagen „reinen“ Empfindungen und einer möglichen Einteilung in positive oder negative, „gute“ oder „schlechte“ Gefühlszustände – da beginnt nämlich die Grauzone, das Schattenreich, die Traumwelt – oder aber das eigentliche Leben. Wir bereisen drei Stunden lang das weite Land der Indifferenz – zwischen Irritation und Verwirrung…
Abgesehen davon, dass wir beide uns ganz gern in diese Grau- und Grenzbereiche des Erlebens begeben, um das vorgeblich „Normale“ zu hinterfragen, entsprang die Idee zu dieser Sendung der scheinbar harmlosen Frage „Wie gehts dir so?“ Gerade zur Weihnachtszeit konnte eine ehrliche Antwort nur ambivalent ausfallen: „Beidseitig gleichzeitig…“
Eine höchst zweischneidige Angelegenheit, denn einerseits sind wohl alle tiefen zwischenmenschlichen Selbsterfahrungen von der gleichzeitigen Vorhandenheit lichter wie dunkler Gefühlsanteile geprägt, andererseits aber wünschen wir uns oft nichts sehnlicher als emotionale Ausgeglichenheit – überschaubare Zeiträume von empfundener Eindeutigkeit, Geborgenheit, Sicherheit. Ein Widerspruch in sich selbst also, der nur verdrängt, nie jedoch aufgelöst werden kann? Ein schicksalhaftes Dilemma, dem zu entrinnen wir die erwünschten Gefühle hervor kitzeln und die Unerwünschten unerdrücken müssen?
Zudem ist ja die Vorstellung von Normalität gerade im Gefühlsbereich (gesundes Volksempfinden) oft etwas Vorgegebenes, mit dem man (!) immer schon Menschen zu manipulierbaren Massen machen konnte, also in höchstem Maße verdächtig. Die eigene Wahrnehmung von innerer Ausgeglichenheit muss dann wohl auch etwas ganz anderes sein…
Eine gewisse Portion an emotionaler Vermischung und Zwiespältigkeit scheint durchaus so etwas wie eine natürliche Gegebenheit zu sein. Was ich mir heute zutiefst ersehne, das kann mir schon morgen – sogar schon im selben Moment ebenso zutiefst zuviel sein. Was mich über alle Maßen belebt, beseelt und erfüllt, das kann mich im selben Augenblick ebenso heftig vereinsamen, erschrecken und ausbrennen. Das Gegenteil seiner selbst scheint in unserer Gefühlswelt geradezu angelegt zu sein. Inwieweit dies einen Sinn ergibt – und wenn ja, welchen – das bleibe hier zunächst einmal auch dahin gestellt.
Bevor die Reizüberflutung mit Doppelbotschaften uns endgültig propagandistisch – pardon, werbetechnisch zur Strecke bringt und wir dringend zum Apotheker unseres Arztes müssen, bleibt uns schon noch ein ziemlicher Spielraum an eigener Interpretation, den wir uns bewahren – und zu dem wir einander auch ermutigen sollten!
Ein Koffer voller Fragen – doch wer kennt die Antworten? Ist der Buddhismus womöglich überlebenstechnisch betrachtet eine geeignetere Philosophie als der Manichäismus des Christentums? Wem können wir überhaupt noch vertrauen, wo doch sogar wir selbst fortwährend hohe Wellen schlagen, somit allem Anschein nach höchst unberechenbar sind? Und – um es in den Worten der Bibel auszudrücken – ist nicht eigentlich überhaupt „alles eitel und Haschen nach dem Wind?“ Mit Peter Licht immerhin könnte man es auf einen einstweiligen, also springenden Punkt bringen: „Was du hast ist ein offenes Ende.“
Bis dahin bleibt alles ambivalent.
NOFX RELOADED (Cokie the Clown 2.0)
Download/Podcast: Artarium vom Sonntag, 8. Januar – Was soll man denn nun von einem fast 45-jährigen Musiker und Labelchef halten, der spät nachts lachend in eine Tequilaflasche brunzt und anschließend eine dermaßen abgefahrene Solo-Performance zelebriert wie Fat Mike von NOFX? Wobei er Bühnengästen und Publikum dann auch noch Drinks vom nämlichen Tequila verabreicht – und dann die auf Video dokumentierte Piss-Aktion live vorführt? Wir finden – sehr viel! Denn selten seit den 80ern war Punk so pointiert wie 2010 beim SXSW Festival in Austin, Texas – und selten wurde aus berufenem Schwanz – äh – Mund ein derart profundes Statement zur Musikindustrie – ähm – abgesondert…
In diesem Sinne – Prost! Und gleich auch noch unsere glücklichsten Herzwünsche zum demnächst wirklich drohenden 45. Geburtstag, Cokie the Clown! Mit solch einem Überlebenshumor besteht echt die Gefahr, dass du uns noch einmal 45 Jahre den Schädel knetest und das Gehirn ausputzt.
By the way – wir bedanken uns artig grinsend bei Pinpoint Music für den feinen Bericht von der Cokie-Performance und die entsprechende Fotostrecke. 🙂 Lohnt sich auf jeden Fall zu lesen – ebenso wie dieses nüchterne Hintergrund-Gespräch mit Fat Mike ein Jahr nach dem „Skandal“ – das war doch bitte bester Aktionismus! Haut rein, auch wenn euer Englisch nicht gerade uptempo daher kommt – jetzt nach den wein- und weihrauchschwangeren Weihnachtsferien. Prost Neujahr also nochmal von uns – mit einer für heuer durchaus prototypisch gemeinten Sendung:
Denn das Wesentliche an Fat Mike’s punk-atypischer Performance war ja nicht die medial skandalisierte Brunzflaschlerei, sondern die von ihm nachgerade legendär vorgetragene Emo-Explosion aus erlebten Geschichten und schrägen Versionen bekannter NOFX Songs. Ein echter Abgrund!
Das war doch die Essenz des Punk – bevor er zur merkantilen Pose verkam: Unverstellteste Aufrichtigkeit gepaart mit einer gehörigen Portion Scheiß-dir-nix und einem bewundernswerten Mut zur eigenen Lächerlichkeit – auch und gerade im Angesicht der besoffenen Wertvorstellungen des „Entertain-us-Publikums“. Wenn Fat Mike gegen die johlen wollende Meute in leisen Tönen an-erzählt, wie er und Eric Melvin als 16, 17-jährige bei einem Punkkonzert die Hilfeschreie eines vergewaltigt werdenden Mädchens ignorieren und mittels Musik verdrängen, weil sie von einem der Täter bedroht werden, dann kehrt die Ambivalenz des traurigen Clowns mit unhörbarem Krachen in unsere Herzen zurück – verschreckt, verwirrt und verzweifelt.
Auch das Outro von The Decline erzeugt plötzlich eine andere Betroffenheit: Wir alle werden tagtäglich gefickt von inhumaner Machtausübung und Gewaltanwendung, von verlogenen Ideologien, wirren Sozialsystemen und einer zutiefst destruktiven Weltwirtschaft. Scheiße!
Und die Moral von der Geschicht? Die Sendung zur Story (Abgründe aushalten und selbst weiter denken!) – Der Graffitikünstler (und selbst Musiker) Leo Tischendorf sowie die emoreale Konzeptextase Norbert K.Hund spielen prototypische und ungewohntere Tracks von NOFX und versuchen sich dabei rotzspontan an der Philosophie dieser konsequent independent gebliebenen Punkband zwischen Selbstdarstellung und Sozialkritik. Abschließend bitten wir zum gemeinsamen Gehör-Genuss von The Decline, dem gut 18-minütigen Opus Magnum dieses ebenso faszinierenden wie verstörenden Kunnst-Kollektivs mit politischen D.I.Y. Ambitionen. NOFX – Da hilft weder Arzt noch Apotheker!
Malmoe fragt
Malmoe
enthält in der nächsten Nummer einen zweiseitigen Schwerpunkt zum Thema „Zukunft Freier Radios in Österreich“. Nachfolgend meine Antworten.
OCBoddity 207: TOP-10-Alben 2011 (30.12.2011)
OCB hat seine TOP-10-Alben 2011 gewählt und schließt mit einer Sondersendung (zum ersten Mal OCBoddity an einem Freitag) das Jahr ab. Dabei präsentiert OCB – wie aus den letzten Jahren gewohnt – keine ohnehin müßige Rangliste, keinen hysterischen Countdown, sondern allein das Top-Album 2011 wird besonders (durch drei Tracks daraus) herausgehoben. Eine Sendung voller Sieger aus einem – rockgeschichtlich gesprochen – eher unspektakulärem Jahr, diese jedoch sollten in keiner wohlsortierten Musiksammlung fehlen! !
PLAYLIST
The Decemberists, Down by The Water aus The King is Dead
R.E.M., Überlin aus Collapse Into Now
Elbow, Neat Little Rows aus Build A Rocket Boys!
Blitzen Trapper, Might Find It Cheap aus American Goldwing
Joseph Arthur, Over The Sun aus The Graduation Ceremony
Feist, The Bad In Each Other aus Metals
Tom Waits, Bad As Me aus Bad As Me
Iron & Wine, Rabbit Will Run aus Kiss Each Other Clean
The Leisure Society, Dust On The Dancehall aus Into The Murky Water
und die Nummer 1
PJ Harvey, Let England Shake, All & Everyone und The Glorious Land aus Let England Shake
OCBoddity 206 (26.12.2011)
Das Jahr 2011 ist zu Ende und OCB nimmt die Qual der Wahl der 10 besten Alben des Jahres auf sich. Und schnell zeigt sich, dass es kein herausragendes Rock-Jahr war und dass so die Liste der Alben, die’s nicht unter die Top 10 geschafft haben, deutlich länger ist …
Die „Gescheiterten“ finden neben brandneuen Songs (von The National, Clap Your Hands Say Yeah, Los Campesinos! und My Brightest Diamond) aus Rock, Pop und Indie Platz in der 206. Ausgabe (26.12.), die „Sieger“ des Jahres zieren dann die 207. Ausgabe (30.12.) von OCBoddity …
PLAYLIST
The Features, Golden Comb
Los Campesinos!, Hello Sadness
Clap Your Hands Say Yeah, Hysterical
Real Estate, It’s Real
Red Hot Chili Peppers, Annie Wants a Baby
The Black Keys, Hell Of A Season
My Brightest Diamond, High Low Middle
Sade, Love Is Found
Kate Bush, Wild Man
Bon Iver, Calgary
The National, Rylan
Fleet Foxes, Bedouin Dress

