Das trojanische Pferd

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 10. Dezamber – In Zeiten wie diesen soll man Kriegsgerät verschenken. Außen schön verpackt – und innen voller Verderben. Listenreich! “Timeo Danaos et dona ferentes”, wie der Franzose sagt. Und das bezieht sich nicht nur auf Weihnachten, aber halt schon auch. Denn das mit Freuden Erwartete enthält oft die herbste Enttäuschung. So ist das auch mit Menschen, mit Werbespots oder Regierungen. Hinter dem schönen Schein grinst einem sogleich der Tod entgegen: “Ätsch, das hast du jetzt davon!” Und dabei hat man vor kurzem noch geglaubt… A contracorriente zur immer neuigkeitsgeileren Verbeschleunigung der uns umdudelnden Popschkultur spielen wir NICHT DAS AKTUELLSTE, sondern lieber DAS ALLERERSTE ALBUM dieser so kunstvoll kontroversen Musikkapelle:

Das trojanische PferdDas trojanische Pferd war bereits 2012 mit seinem zweiten Album “Wut und Disziplin” in der ARGE zu Gast, sowie ebenfalls in Gestalt von Hubert Weinheimer zu einem legendären Künstlergespräch bei den Perlentaucher-Nachthasen (also bei uns) verabredet. Dieses unvergessliche Interview brachte in nur 16 Minuten dermaßen viel Hintergrund zum Vorschein, dass es sich nach wie vor als Lehrstück fürs Erfassen des Wesentlichen anbietet. Wir haben es dann noch einmal “destilliert” und fein abgefüllt als 6-teilige trojanische Degustation in unsere Nachtfahrtsendung “Originale Kopien” eingebaut. So geht hintertückisch Einflößen, ihr Chartslöcher! Jedenfalls bietet das Debutalbum mit dem Bandnamen als Titel eine hochprozentige Essenz dessen, was allerweil vom Hechelhaufen der Genreschachterlscheißer (kommerzielle Musikjournalist_innen) als “Chanson-Punk” bezeichnet wurde. Wie drückt es “Sänger und Bombenleger” Hubert Weinheimer in “Fahrstuhlmusik” so trefflich aus? “Ich will nicht, dass mein Kind Scheiße frisst.” Na eben. Dazu noch eine der besten Refrainzeilen aller Zeiten: “Mein Herz schlägt mich innerlich tot.” Dieses Album gehört (immer wieder) gehört.

Danke für diesen Slogan, Wolf Haas. Die Prinzessin auf dem Erbe. Urerbsenrecht! Doch genug des Selbstreferenziellen und zurück zu den darbietenden Künstlern. Die haben nämlich verstanden, was die ursächliche Ansage des Punk als Kunstform bedeuten kann: Nimm alles, was du willst, vom Müllhaufen der Geschichte (also auch gehört Gehörtes) und mach daraus dein ganz eigenes Ding. Und nicht: Hupf herum als Folklorekasperl und mach alles nach, was dir die Genreschachterlfüller Hinz und Kunz für richtigrum erklären. Machs NICHT richtig, mach DEIN Original!

Das gegenständliche Debutalbum gibts im übrigen auch hier als Free Download.

 

Erfindungen – Entdeckungen + Rückblick 2017

Thema: Erfindungen – Entdeckungen + Rückblick 2017

„Alte“ Erfindungen und Ideen, Interessante und ungewöhnliche Erfindungen und Entdeckungen, Vergessene Erfindungen oder solche etwas abseits des wissenschaftlichen Mainstreams

  • „Salzburger“ Erfindungen
    • Salzburger Erfinder Gottfried Perdolt als Studiogast
    • Christian Doppler + Doppler-Preise
    • Die Lettner-Kante – effizient, nachhaltig, erfolgreich
  • Aktuelles, Ausgewähltes und Bedenkliches
    • 200 Jahre Fahrrad
    • Radioaktives Nuklid Ruthenium-106 in der Luft über Europa
    • 75 Jahre „Atomzeitalter“

Dann viel Freude beim Zuhören

Nachzuhören auf: https://cba.fro.at/355490

Wir sind viel!

Wir sind viel!

Spitz die Ohren, Mini Andrä im Dezember 2017

Eine bunte Schule sind wir: viele Sprachen, viele Angebote, viele Menschen, die uns neugierig darauf machen, ein bisschen mehr über sie zu erfahren. Macht euch mit uns auf den Weg rund um unsere Schule und durch unsere Schule mitten in der Stadt Salzburg, mitten im Andräviertel.

Auf der Suche nach dem Licht

> Sendung(en): Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. Dezember Teil 1 sowie ebenfalls Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. Dezember Teil 2 – Seit sieben Jahren ist es nun schon Tradition, dass wir uns inmitten der finsteren Jahreszeit mit dem Licht beschäftigen. Ganz so wie unsere Ursassen schon vor Jahrtausenden der Wintersonnenwende eine besondere Bedeutung beimaßen, weil die Schrecken des Eises und der Finsternis immer wieder aufs Neue die Fruchtbarkeit der Natur und somit das menschliche Überleben in Frage stellten. In weiterer Folge bemächtigte sich dann das Christentum in seiner Theologie von Tod und Auferstehung dieser Mythen und Motive vom wiederkehrenden Werden und Vergehen, um uns mit allerlei alpenländischem Volksbrauchtum zuzuscheißen. Doch Adventmarkt hin oder her, bei uns sitzt nicht nur Maria am Empfängnisgerät – wir sind die Weihnachtshasen!

Licht 1Dabei bietet das Gegensatzpaar mit dem Licht auch noch andere Assoziationen als die üblichen. Generalverdunkelung etwa, ein gesellschaftskritischer Begriff von Jochen Malmsheimer. Oder aber wie es Bertolt Brecht formulierte: Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.

Licht 2Hofft eigentlich heute noch wer auf sowas wie eine flächendeckende Volkserleuchtung? Oder befinden wir uns inzwischen alle im Zeitalter individualisierter Erkenntnis? In dem uns zwar noch gelegentlich ein Licht aufgeht, wir aber nicht mehr bemerken, dass wir längst Teil einer perfickten Weihnachtsdekoration sind? So muss Weltherrschaft!” Und der Letzte macht das Licht aus.

Licht im DunkelWir zelebrieren unser alljährliches Überlebenstraining für die stillste Zeit im Jahr auch heuer wieder mit spontan ausgewählten Musik- und Textbeiträgen, welche sich unserer christlich-abendlänglichen Kultur sowohl stimmungsvoll annähern, als diese auch herzhaft verzweifelnd ad absurdum führen. Quod erat Brimborium oder Bimbes non olet, wie einst der Birnenförmige sagte.

Licht am EndeNichtsdestodessen oder aber auch hinwiedertrotz: Frieden auf Erden und den Menschenähnlichen was Nettes ohne Konsumzwang. Freie Medien bieten auch die Möglichkeit, seine Perlen mal so richtig vor die Säue zu werfen. Und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ruft nicht zum heldenhaften Helfen auf, sondern zum sich Hineinversetzen in die Lage des Bedürftigen. Amen.

 

Retrospektive: ein halbes Jahr Traumfänger

Ein Rückblick auf ein ereignisreiches halbes Jahr als Sendungsmacherin bei der Radiofabrik, in dem alle meine Interviewgäste des Traumfängers mit einschlägigen Zitaten noch einmal zu Wort kommen sollen!

Es war eine wunderschöne, bereichernde Zeit mit vielen spannenden Gesprächen, aus denen sich bei jedem Mal anhören immer wieder neue Denkanstöße herausziehen lassen!

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Hear my train a comin‘ – Jimi Hendrix 75

Tuning Up – die Musikbox mit Reflekto(h)ren widmet sich in ihrer Sendung am 4. Dezember 2017 um 21 Uhr dem wohl bedeutendsten Gitarristen der Rockgeschichte. Ohne sein Schaffen innerhalb von nicht einmal 4 Jahren würde die heutige Rockmusik sich sicherlich anders anhören. Spezielle Spieltechnik, Improvisationskunst und technische Experimente durchziehen sein Werk und weitere spannende Projekte wären geplant gewesen. Neben Songs, die in das kollektive musikalische Bewusstsein eingegangen sind, werden auch unbekanntere Perlen hervorgeholt.

Also: Let me stand next to your fire!!

Die Sendung kann nachgehört werden unter: https://cba.fro.at/355689.

Sendung über „KI“ – Künstliche Intelligenz (Wiederholung, 04/2017)

Aufruf aus dem Kosmos/Ausgabe 143
25. November 2017, 18 Uhr
Radiofabrik Salzburg
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Hinweis:
aus zeittechnischen Gründen wiederholen wir die Sendung vom 22. April d.J. – die Aktualität dieses Themas hat merkbar zugenommen.

Bild by Pixabay (Public domain)

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema der Künstlichen Intelligenz, die als KI bezeichnet wird.
Zum Einen wird die KI-Forschung (auch artifizielle Intelligenz, AI) allgemein als Teilgebiet der Informatik gesehen und befasst sich, vereinfacht gesagt, mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens. In dieses neue Gebiet fließen Forschungsergebnisse von diversen Wissenschaftsdisziplinen, wie Psychologie, Neurologie und Neurowissenschaft, Mathematik und Logik, Philosophie und Linguistik sowie Kommunikationswissenschaft.
Zum Anderen, wenn wir uns rund um unsere Sendung mit Disclosure (Offenlegung, Enthüllung) hinsichtlich der Existenz und Kontakte mit Außerirdischen und Außerdimensionalen befassen, stoßen wir hier ebenfalls auf die KI-Thematik und bekommen eine leise Ahnung von einem möglichen Ursprung desselben. Jüngste Informationen von Whistleblower bringen hier einen interessanten Aspekt in die Diskussion ein. In den letzten Monaten beobachten wir, dass das Thema der Künstlichen Intelligenz in diversen Zeitschriften auftaucht und ebenso über Radio und Fernsehen in die öffentliche Meinungsbildung getragen wird. Dort wird es im Hinblick auf die Auswirkungen und möglichen Zukunftsaussichten und Gefahren auf uns Menschen angeschaut.
Um auch für uns ein klareres Bild über KI zu bekommen, bewegen wir dazu in dieser Sendung verschiedenste Aspekte, stellen diese nebeneinander und sehen, was herauskommt.
Aktuell vom 20.04.2017 in den Nachrichten: „Facebook will Gedanken lesen“, und eine Sprecherin von Facebook sagt dazu sinngemäß, dass wir jetzt wieder ein Stück näher an der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer dran sind.
Na dann, wo wird diese Reise hingehen?
Musik kommt `von Hand gemacht´: Hannes Wader, Konstantin Wecker und Reinhard Mey
Claus, Manu und Rüdiger (der Zeitreisende) freuen sich wieder über offene Ohren-Herzen!

Charles Janko Nachruf

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 26. NovemberSchuld ist wie so oft der Berlinsalzburger Schriftsteller Peter Hodina, dem wir die überaus inspirierende Begegnung mit Charles Janko ursächlich verdanken. Denn am 27. 2. 2015 fand in Alrun Pachers literarischem Salon eine feine Zweierlesung von Peter Hodina und Christopher Schmall statt, welche der inzwischen völlig zu Unrecht verstorbene Charles mit meisterlichen Klavierimprovisationen umrahmte. Doch dieser ebenso banale wie hier angebracht erscheinende Begriff wird seiner tatsächlich ausgeübten Kunstfertigkeit eigentlich überhaupt nicht gerecht. Statt auf so eine rein äußerliche Funktions-Zuschreibung sollte sich unser Augen- und Ohrenmerk doch viel mehr auf die innere Haltung von Charles‘ spontan-kreativem Musikausdruck richten.

Charles Janko Literaturhaus Salzburg Nov 2016Erzählen wir die Geschichte: Während das Publikum den Lesenden andächtig lauschte, saß Charles meditativ in sich versunken am Flügel, um in den Pausen augenblicklich zu seiner ganz eigenen Verdichtung der zuvor offenbar gesammelten Eindrücke anzuheben. Und was er da improvisierend wiedergab, war nicht einfach nur Begleitung, Behübschung, tonale Garnierung – nein, es war in höchstem Maß die erweiternde Teilwerdung am Moment des Geschehens, eine nachgerade organische Verganzheitlichung dessen, was rund um ihn im Hier und Jetzt vor sich (und bestimmt auch durch ihn hindurch) ging. Wollen wir das aber nicht verkehrt verstehen: Die dargebotenen Texte an sich waren schon ganz, deren Vortrag in Resonanz mit dem Publikum erst recht, die ganze Inszenierung dieses Literarischen Salons sowieso, alles war ganz und gar ganz (im Sinn von vollkommen). Und doch – wenn Charles‘ Musik nicht hinzu gekommen wäre, hätte der gesamten Darbietung etwas gefehlt. Was wiederum nur dadurch erkennbar wurde, dass er sie spielte! Mich erinnerte dieses Geschehen an Gefühlseindrücke, die ich vor Jahren beim gemeinsamen Hören von Keith Jarretts “The Köln Concert” gehabt hatte, und eben darauf sprach ich ihn (nach dem Ende der Veranstaltung) an. Es entspann sich sofort eine derart befreiende, einfühlsame, weltoffene Unterhaltung, dass sich nur eins sagen lässt: Charles Janko war ein Mensch, der ganz in seiner Kunst lebte.

Ausgehend davon kam es auch dazu, dass sich Charles im November 2016 bereit erklärte, “auf splitterwegen und zerbrochener zeit”, die Geburtstagslesung von Chriss im Literaturhaus Salzburg, kongenial musikalisch zu “illustrieren”. Davon haben wir eine recht improvisierte Aufnahme hergestellt, bei der man die Lesenden trinken und tuscheln hört, ganz im Sinn einer spontan-assoziativen Gesamtkunst. Jetzt gibts diese “Charles Janko Literaturhaus-Improvisationen” zum Nachhören.

“Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.”  Bertolt Brecht