Musik aus Finnland

Tuning Up ist diesmal im hohen Norden angekommen. Aus den reichhaltigen Musikkulturen Finnlands bietet die Sendung interessante Ausschnitte, vor allem aus den spezifischen popularmusikalischen Entwicklungen.
Wie so oft kann dies nur einen kleinen Ausschnitt darstellen – weitere Finnland-Sendungen werden wohl noch folgen.

Mit Musik von Erik Bergman, Lau Nau, Ulla Katakjavuori, PKN u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/464519.

Im Weltkrankenhaus

>>> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 11. September – Woran krankt die Welt? Versuch aus einer Stadt, die von allerlei Symptomen des “Großen Welttheaters” gezeichnet ist – und in deren Schauspielgeschichte es von Allegorien nur so wimmelt: Mammon, Glaube, Tod – geschenkt. Frau Welt hat das Coronavirus, nebst Hitzewallungen, Mundtrockenheit und Wasser, wos nicht hingehört. Ist diese Klimakrise ein ernstes Anzeichen für das Klimakterium der Menschheit (Die letzten Tage Reloaded) oder für eine schleichende Vergiftung durch die Weltwirtschaft? In unserem Weltkrankenhaus versammeln sich die besten Diagnostiker (von Dr. House bis Dr. Manson), um nichts Geringeres zu vollbringen, als die Welt zu retten. Und um zu erörtern, inwieweit das überhaupt (noch) möglich ist. Sonst – schlägts Dreizehn!

Dr. Hund & Dr. Hase im Weltkrankenhaus “Grüß Gott, ich bin der Arzt. Und sssippe sssappe!” Lachen soll ja gesund sein, vor allem wenns ernst wird. Dr. Hund und Dr. Hase sind stellvertretend überfordert mit dem Ernst der Situation. Was? Die Welt geht unter? Da müssen wir schnell den Müll trennen, Biofleisch kaufen und mehr Elektroautos produzieren! Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: “Du, ich hab Menschen.” Sagt der andere: “Mach dir keine Sorgen, das geht auch wieder vorbei.” Unlängst hab ich den Film “Das Kapital im 21. Jahrhundert” gesehen, in dem Dr. Paul Piff sein “Monopoly-Experiment” erläutert. Dabei stellt sich heraus, dass Menschen, die durch den Zufall eines Münzwurfs reich werden und gewinnen, diesen Umstand schon bald als eigenen Verdienst durch eigene Leistung ansehen und sich ihren (durch Zufall armen) Mitspielern gegenüber zunehmend rücksichtslos verhalten. Dr. Harald Lesch zeigt uns hier das Experiment in deutscher Sprache…

Dr. Helnwein & Dr. Manson im WeltkrankenhausWie krank muss eine Welt sein, dass sie solche Symptome hervorbringt, wie sie unter anderem von Dr. Helnwein und Dr. Manson dargestellt werden. Eine “bessere Gesellschaft”, die sich für (grundlos!) auserwählt hält, bringt alles um, was nicht in ihre Wahnvorstellung von Recht und Ordnung passt. Das Weltkrankenhaus in guter Absicht kommt jetzt unweigerlich an die Kapazitätsgrenze des Fassbaren: “The Punk-Rocker deserved to die – because he looked the way he did.” So kommentiert Marilyn Manson die Ermordung von Brian Deneke. Machen wir uns nichts vor, dieser “Einzelfall” (es sind deren unzählige) ist auch nur ein einzelnes Symptom einer bösartigen Krankheit. Aber welche kann das sein? Kapitalismus? Fernsehwerbung? Glaubensplemplem? Oder ist es gar das Zusammenwirken all dieser – und noch anderer, bislang unerkannter Seuchen? Wir hatten doch so schöne Hoffnungen und Träume (High Hopes) und dann kommt Dr. Ariadne von Schirach und diagnostiziert uns “Die psychothische Gesellschaft”, eine systemische Erkrankung, die das Überleben der Menschheit in Frage stellt

Dr. House im WeltkrankenhausAllerdings lautet der Untertitel ihrer als Buch erschienenen Diagnose auch “Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden.” Das legt immerhin die Hoffnung nahe, dass es Hoffnung gibt. Und die hegen ja auch wir bis zuletzt, sonst würden wir hier nicht mehr hörbar in Erscheinung treten. Und im Weltkrankenhaus Doktor spielen mit der Frage: “Was ist los mit dieser Menschheit, dass ringsum zunehmend der Wahnsinn regiert?” Ich hätte da noch eine Diagnose, die alle bisherigen Symptome erklären könnte: Die Welt leidet nicht einfach nur an Menschheit, sondern an deren Erwachsenensyndrom. Nicht das Heranwachsen, die Geschlechtsreife oder die Fertigkeiten der Lebensgestaltungnein, das nachträgliche Abwerten der eigenen Kindheit im (falschen) Bewusstsein, etwas geleistet und “es geschafft” zu haben, wodurch man auch glaubt, ein Recht auf Macht über andere zu besitzen – just wie im erwähnten Monopoly-Experiment

Für diese Erkrankung suchen wir derzeit noch nach einer geeigneten Therapie.

 

Sommerreprisen 2020

Tuning Up kurz vor Ende des Sommers? Jedenfalls werden am letzten Augusttag Sommerresprisen des heurigen Jahres Thema sein. Da werden Ausschnitte aus diversen Festivals zu Gehör gebracht, wie die Ouvertüre aus Cosi fan tutte der heurigen Festspiel-Produktion, oder the Notwist beim Moers Festival, aber auch ein Beitrag des Zwischenräume Festivals aus Salzburg oder des Outreach Festivals aus Schwaz sind mit dabei.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/463997.

Außi g’schaut zum LandLuft Sonderpreis 2021 “Boden g’scheit nutzen” nominiert!

Unter 68 Einreichungen hat es die Sendung „Außi g’schaut – Landschaft quer gedacht“ nach einer Vorjurierung unter die 28 Nominierungen für den Sonderpreis 2021 “Boden g’scheit nutzen” geschafft! Dieser wird, neben dem „Baukulturgemeinde-Preis 2021“, vom Verein LandLuft sowohl für das Engagement von Privatpersonen, Vereinen und Initiativen als auch Studierendenarbeiten, Beiträge mit architektonischem Fokus aber auch überregionale Konzepte uvm. und deren Engagement zum Thema „Boden g’scheit nutzen“ verliehen.

Das öffentliche Juryhearing wird am 16.10.2020 in Waidhofen/ Ybbs stattfinden. Die Preisverleihung zum LandLuft Baukulturgemeinde-Preis und zum Sonderpreis für außergewöhnliches Engagement, die Eröffnung der Wanderausstellung sowie die  Präsentation der Publikation erfolgen dann am 23.9.2021 in Wien.

Weitere Informationen unter http://www.landluft.at/?page_id=5441

Ankündigung: Out of Shadows – Vom Schatten in die QAnon Traufe

Sendetermin: Dienstag, 1. September 2020 um 20 Uhr auf der Radiofabrik Salzburg und dann nachzuhören auf diesem Blog oder auf Freie-Radios.online

Wer die sogenannten Anti-Corona Demonstrationen in Berlin und anderen Städten verfolgt wird merken: Hier treffen unterschiedlichste politische Positionen aufeinander. Doch etwas scheint sie alle zu vereinen: Der Hass auf eine Mediendiktatur, welche manipuliert und Meinungsfreiheit nicht zulässt, wobei natürlich auch die Eliten kritisiert werden, die hinter diesen Medien stehen und diese kontrollieren.

Eine Bewegung, die auf den Anti-Corona Demos prominent zu finden ist, ist QAnon. Bekannt ist sie für ihre Unterstützung von Trump und dessen Kampf gegen den sogenannten Deep State. Mehr Öffentlichkeit bekommt die Bewegung zurzeit auch durch die Unterstützung von manchen Republikaner*innen (siehe z.B. US-Senatskandidatin Jo Rae Perkins). QAnon ist jedoch auch in Salzburg – auf dieser Parkbank im Preuschenpark / Parsch – angekommen.

Preuschenpark: Q-Anon

QAnon verbreitet beispielsweise die These von pädophilen Satanist*innen in Politik und Prominenz in der U.S.A. und weltweit, auch bekannt als Pizzagate-Theorie. Die Dokumentation „Out of Shadows„, welche auf YouTube bereits 18 Millionen Views hat, will diese Verschwörung aufdecken. In dieser Sendung wollen wir der Dokumentation den Teufel austreiben.

Der Tod

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 30. August“Grüß Gott, ich bin der Tod.” Dergestalt stellt sich der Sensenmann in einem feinen Kunstlied der EAV vor, und das naturgemäß mit einigem Salzburg- und Jedermannbezug. Dass diesem (fast) alljährlichen Mysterienspiel wegen seiner zentralen Thematisierung des Tods (in einem erzkatholischen Umfeld) schon einmal Mut und Fortschrittlichkeit attestiert wurden, das war uns bisher unbekannt. Wenn man allerdings bedenkt, wie sehr Tod und Sterben in unserer Gesellschaft ausgeblendet, verdrängt und wegritualisiert werden, dann scheint da durchaus etwas dran zu sein. Karl Kraus störte sich wohl eher an der allzu flotten Entschuldung des eiskalten Profiteurs Jedermann kurz nach dem Millionentod des ersten Weltkriegs mit all dem “katholischen Bumsti”

Andreas Vitásek - Der TodDer Tod und das mit ihm einher gehende Memento mori sind ein wesentliches Thema bei diesen Salzburger Festspielen, die für manche die Welt bedeuten – für manche auch nur die Bretter, die sie so gern vor dem Kopf haben, nur damit sie nicht weiter denken müssen als bis zum Rand ihrer wohlgefüllten Suppenschüssel. Dort endet ihre Welt und dort endet auch ihr Theater. Alles hat ein Ende – auch die Reichen und Schönen. Und sssippe sssappe! Womit wir bei Andreas Vitásek und bei seiner Personifikation des Todes angekommen wären. Eine Unterhaltung mit der eigenen Vorstellung vom Tod ganz in der Tradition “sich darüber lustig zu machen”, nicht ohne auch den Todernst aufblitzen zu lassen… Offenbar ist dem Tod in unserer Kultur am besten indirekt beizukommen, allegorisch, ironisch, surreal. Bei einem Gespräch über die Verdrängung des Sterbensthemas meinte der Hase, dass dadurch den einzelnen Menschen “das Werkzeug fehle”, um mit ihrem eigenen Ende klarzukommen. Ich wunderte mich zunächst über die Wortwahl, begriff jedoch dann ihre Bedeutung: Das Werkzeug, das man benötigt, um die eigene Endlichkeit überhaupt zu “bearbeiten” sowie das eigene Sterben, den eigenen Tod irgendwie friedlich, versöhnt und in Würde zu vollziehen – was könnte das sein?

Die grenzgeniale Orgel-Improvisation über den Bach-Choral “Komm o Tod, du Schlafes Bruder”, die mir immer als Orgel-Orgasmus (le petit mort) und logischer Höhepunkt der Filmhandlung erschien, sie heißt bei ihrem Komponisten Norbert J. Schneider “Der letzte Wille des Elias Alder” und trägt dessen baldigen Tod bereits machtvoll in sich. Dazu empfehlen wir nachdrücklich das zugrundeliegende Buch Schlafes Bruder von Robert Schneider. Und, über die Grenzen der Grausamkeit hinaus selbst Fragen zu stellen …

 

Salzburger Domkapital

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 23. August – Vom Memento mori zur Kapitalismuskritik. Barock’N’Roll in einer Stadt, die oft nur als Bühnenbild fürs Geschäftemachen gesehen wird. Für viele sind daher die Bretter vor ihrem Kopf die, die die Welt bedeuten. Aber das ist nicht die unsere. Inwieweit sind die derzeitigen Salzburger unser aller Festspiele? Damit auch wirklich alle, die etwa den Jedermann kritisieren, verstehen, worum es dabei geht, haben wir die 10-Minuten-Fassung von Michael Sommer aus seiner genialen Reihe “Weltliteratur to go” vorbereitet. (In der CBA-Version unserer Sendung sind an der Stelle Philipp Hochmair, Die Elektrohand Gottes sowie Kurt Razelli zu hören). Beim “Sterben des reichen Mannes” geht es um Macht und Geld. Wobei – für uns alle geht es letztendlich um Leben und Tod

Salzburger DomkapitalDoch was hat eine von Macht- und Geldinteressen gestaltete Welt mit menschlichen Bedürfnissen zu tun? Und mit “Bedürfnissen” meine ich jetzt nicht die vom bauernschlauen Marketing künstlich erzeugten und uns in fortwährender Wiederholung als unsere eigenen eingepflanzten. Ich meine die tatsächlichen, immer schon für unser gedeihliches Leben (und Sterben) unerlässlichen – wie etwa nach Frieden, Gerechtigkeit und Vertrauen zueinander. In was für angeblich alternativlose Gesetzmäßigkeiten einer brutalen Marktwirtschaft werden wir stattdessen alle hineingezwungen? “Ist der Mensch ein Homo Oeconomicus?“ fragt man sich hier auch im Hinblick auf den Salzburger Jedermann, dieses Kapital des Domkapitels. Die deutsche Philosophin Ariadne von Schirach bringt das Wesen des Menschen im ständigen Wechselspiel mit den Gegebenheiten auch in ihren klugen Büchern auf den springenden Punkt. Zuletzt erschien “Die psychotische Welt” und davor “Du sollst nicht funktionieren”. Ihre Vortragskunst ist außergewöhnlich, Atemrhythmus, Sprache wie Stimmelodie. Ihre gesamte Haltung versinnbildlicht, wie ein verletzbares Menschentier auf leisen Sohlen laut denkt. Chapeau! Doch Moment, war da nicht was mit dem Nachnamen?

Zu dessen “Angebräuntheit” hat ihr Cousin Ferdinand von Schirach, der weithin geläufige Strafverteidiger und Schriftsteller (und Festspielredner), einmal Vorläufig Endgültiges ausgesagt. Und damit wollen auch wir es bewenden lassen …

 

Battle&Hum#107

Samstag 15.08.2020 (Stairway zum Nachhören)

Der Schweiß lässt die MNS-Maske am Gesicht kleben. Auch andere Körperöffnungen ertrinken in Sturzbächen von Schweiß und Corona hat uns im Würgegriff. Keine Sorge, wir kühlen euer Mütchen und verschaffen Heilung und Linderung!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s remedy:

  • 1. Isobel Campbell (there is no other) – runnin‘ down a dream
  • 2. Bob Dylan (live at budokan) – forever young
  • 4. Witch (single) – in flight

MC Randy Andy’s potion:

  • 1. Yellowman (mister yellowman) – sensemilla
  • 2. Bob Marley & the Wailers (talkin‘ blues) – get up stand up
  • 4. Billy Boyo (single) – one spliff a day

„You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time.“ (Abraham Lincoln)