Battle&Hum#101

Samstag 16.11.2019 (Stairway zum Nachhören)

Wir kommen von Falco, vom Wu-Tang Clan von Cypress Hill!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s Nebel:

  • 3. Idles (brutalism) – rachel khoo
  • 4. Maasnbriada (same) – andere liga

MC Randy Andy’s Nobel:

  • 2. Voodoo Jürgens (s’klane glücksspiel) – angst haums
  • 4. Sampa The Great (single) – energy

„Das Fette an dem ich würge.“ (Peter Handke über Österreich)

Musik aus der Serie „Der Kommissar“

Diesmal gibt es in Tuning Up Musik aus der Krimiserie „Der Kommissar“. Dieser Klassiker der deutschen Filmgeschichte hat sich neben den tollen Stories und zum Teil experiementierfreundigen Kameraaufnahmen auch mit Musik am Puls der Zeit einen Namen gemacht.

Mit Musik von den Rolling Stones, Peter Thomas, Herbert Jarczyk, Larry Coryell, Daisy Door u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/432045.

Als der eiserne Vorhang fiel

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 27. Oktober – “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”, sprach einst Walter Ulbricht. Kurz darauf mauerte und zäunte sich die DDR erst so richtig ein. Von 1961 bis 1989 erhob sich die Berliner Mauer als (fast) unüberwindbare Barriere zwischen Ost und West, dazu noch ein ebenso (fast) undurchdringlicher Zaun entlang der gesamten innerdeutschen Zonengrenze als Teil des eisernen Vorhangs zwischen kommunistischen und kapitalistischen Ländern. Am 9. November 1989 (also vor 30 Jahren) wurde die Berliner Mauer wieder geöffnet, und mit ihr “fiel“ nach und nach auch der restliche “eiserne Vorhang”. Aber auch vor diesem “Fall” versuchten Menschen aus verschiedenen Gründen, die Systemgrenze durchlässig zu machen. Und das waren in den meisten Fällen keine Berühmtheiten…

Als der eiserne Vorhang fielZum 30. Jubiläum dieses Vorgangs überschlagen sich die Amtsmedien wieder mal mit Gedenksendungen, dass einem dabei schwindlig wird. Mich verdrießt aber bei dem ganzen Tohuwadoku, wie Jahr für Jahr die immergleichen Prominent*innen ihre längst bekannten Erinnerungen in alle verfügbaren Kameras sülzen, wohingegen die “einfachen Leute” dabei so gut wie nie vorkommen. Als ein braves freies Medium, in dem vorzugsweise auch jene zu Wort gelangen, “die in den sonstigen Medien unterrepräsentiert sind”, bringen wir diesmal eine der vielen “kleinen” Geschichten zu Gehör, aus denen die “große” Geschichte ja ursprünglich besteht, bevor sie von den “Siegern” für ihre Zwecke interpretiert werden kann. Und diese “erzählte Wirklichkeit”, umrahmt von künstlerischen Darstellungen ihrer Zeit, soll einen geistigen Freiraum bewirken, in dem sich vortrefflich vorstellen lässt, wie es auch noch ganz anders sein könnte. Beziehungsweise, was Grenzen bedeuten. So wollen wir auch auf die etwas andere Gedenkveranstaltung “mauern MAUERN” der SAG am 4. 11. im Salzburger Literaturhaus hinweisen, bei der Mauerfall sowie eiserner Vorhang der Befragung durch dichterische Phantasie unterzogen werden.

Eine große Inspiration war und ist uns der Song “Sommer 89” von Kettcar. Danke!

Zur Einstimmung gäbs hier noch zwei Zeitzeugenberichte: “Flucht in die Zukunft” aus der Perspektive burgenländischer Fluchthelfer- und Unterstützer*innen sowie “Tausend Augen auf dem Kassettenabspielgerät” aus Erinnerungen der Rockband Silly im Hinblick auf Songtexte und Zensur in der DDR.

 

Battle&Hum#100

Samstag 19.10.2019 (Stairway zum Nachhören)

Wir tauchen in den Jungbrunnen und verteilen Heilmittel für geistiges Rheuma!

Heute mit Geburtstagsstargast Jakob, the teenager!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s & MC Randy Andy’s Classics:

  • 1. Beginner (advanced chemistry) – ahnma
  • 2. Skero (der riese im glashaus) – L-funk
  • 4. Wu Tang Clan ft. Cypress Hill (single) – hit ‘em high

MC Jacke’s Gangsta‘s:

  • 2. Gzuz feat. LX (sinlge) – schnapp
  • 3. Bonez MC & RAF Camora feat. Gzuz (palmen aus palstik 2) – kokain
  • 4. 187 Strassenbande (single) – marihuana

„May your heart always be joyful, may your song always be sung…..“ (Bob Dylan „Forever young“)

Trompete_n

Dieses Mal widmet sich Tuning Up wieder einem Beitrag aus der Reihe „Musikinstrumente“ wofür schließlich die Trompete ausgewählt wurde. Tuning Up versucht sich in einer nicht möglichen umfassenden Darstellung des Klangerzeugers. Speziell interessant neben Stücken aus Klassik, Rock, Jazz und experimenteller Musik sind diesmal auch die verschiedenen ethnischen Varianten dieses weltumfassenden Instruments.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/431136.

Fünf Jahre Tuning Up – die spezielle Jubiläumssendung

Im Oktober 2014 starteten Paul und Erik auf der Radiofabrik die neue Sendung „Tuning Up – die Musicbox mit Reflekto(h)ren“. Nach nunmehr 5 Jahren und 77 Sendungen, wird diesmal – in bewährter Diversität der Musiken – das Jubiläum gefeiert – u.a. auch mit Wünschen unserer Hörer*innen.

Mit Musik von Delvon Lamarr, John Coltrane, Jacques Aubert, Tibetischen Mönchen, Luigi Nono, Adele, Neil Young, W.A. Mozart, Fire! Orchestra, Loung Lizards u.v.m.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/426422.

Battle&Hum#99

Samstag 21.09.2019 (Stairway zum Nachhören)

No Fun, no drugs, no rock ’n‘ roll, nicht mit uns. Wir blasen euer Trübsal weg!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s Love:

  • 2. Fontaines D.C. (dogrel) – big

MC Randy Andy’s Fun:

  • 1. NEU! (2) – super
  • 2. Danger Mouse (the grey album) – helter skelter/99 problems
  • 3. The Stooges (same) – no fun
  • 4. The Velvet Underground (same) – pale blue eyes

„R.I.P. Marko Feingold“, hier eine Empfehlung der B&H Redaktion! (Aus gegebenem Anlass kein weiser Spruch, sondern ein Gedenken!)

Songtexte auf deutsch Projekt

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 22. September – Zwei Sänger, zwei Stimmen, zwei Persönlichkeiten. Zwei Poeten aus verschiedenen Szenen und Zeitaltern, deren jeweiliger Background auch ihre Songtexte und ihren jeweiligen Gesangsstil prägen. Dennoch haben sie mehr gemeinsam, als der erste Eindruck vermuten lässt. Was das genau sein könnte, dem wollen wir in dieser Sendung nachspüren, indem wir ein paar Ohrenblicke auf ihre Gesangskunst werfen. Die Rede ist von Peter Hein (Sänger der Fehlfarben) und Dirk von Lowtzow (Sänger von Tocotronic). Und wie sich von uns zu Recht erwarten lässt, haben wir für unsere Untersuchung keine der bandtypischen Hadern wie etwa “Ein Jahr (Es geht voran)” oder “Let there be Rock” ausgewählt, sondern in der Hauptsache eher seltene Songs, Reworks und Collaborations…

Songtexte auf deutsch von Peter HeinDas Wiederentdecken der einstmals von diversen Hausbesetzern gleich mitbesetzten Fehlfarben sowie der speziellen Singstimme von Peter Hein verdanken wir Misha Schoeneberg und seinem Bemühen, die Songtexte von Leonard Cohen in singbare deutsche Versionen zu übersetzen, hier: “Poem – Leonard Cohen in deutscher Sprache” Oft macht ein einzelnes Wort den entscheidenden Unterschied: Den Cohen-Song “Democracy” als “Gerechtigkeit” wiederzugeben, spendet inmitten der herrschenden Sprachinflation jedesmal Trost, wenn irgend so ein Papperlapapp “Demokratie” daherfaselt. Meditieren wir ein Weilchen über das prophetische Lied: “Fehlfarben – Gerechtigkeit” Dirk von Lowtzows Stimme hinwiederum taucht plötzlich im Abspann der sehr lustigen Romanverfilmung von “Tschick” auf, und zwar in einer Beatsteaks-Coverversion von “French Disko” (Original von Stereolab), in der er seine eigene deutschsprachige Textübertragung singt. “Let there be Tschick!” Und es ist deutlich hörbar, dass da eine ganz andere Stimmpersönlichkeit zu Werke geht – wiewohl, es gibt auch Übereinstimmliches, möchte man sagen. Was verbindet also den 1971 geborenen Adelsspross mit dem 1957 geborenen Angestellten? Was haben die Hamburger Schule und der frühe deutsche Punk gemeinsam? Kann man das ohne musikwissenschaftliche Studien und einfach nur mit den Sinnen erfassen? Wenn man beispielsweise nichts darüber weiß, was ihrer Zusammenarbeit dazumals beim Fehlfarben-Song “Internationale” (fürs Jubiläums-Album 26½) zugrunde lag?

Aber hören und spüren wir selbst…

 

The Wall zum Geburtstag

Sendung: Artarium vom Sonntag, 8. September (Doppelstunde) – Haben wir jetzt endlich alle Jubiläen beinand? Neben Woodstock und dem 2. Weltkrieg gäbs da noch Roger Waters und The Wall. Das legendäre Pink-Floyd-Konzept-Doppelalbum kam im Herbst 1979 erstmals als Studioversion über uns – und entwickelte sich schon bald zu einer interdisziplinären Darstellungsvielheit, die bis heute immer wieder zu neuen Wegen des Musik- und Geschichtenerlebens inspiriert. So entstand etwa 1982 unter der Regie von Alan Parker ein wahrhaft genresprengender Film (Ausschnitt) zu The Wall, in den Jahren zuvor war die Rockoper noch von Pink Floyd selbst gelegentlich als Livekonzertspektakel aufgeführt worden, und 1990 inszenierte sie Roger Waters anlässlich des Falls der Berliner Mauer noch einmal neu – am Brandenburger Tor…

Roger Waters - The Wall Live (Film)Doch damit nicht genug ging der inzwischen in Ehren ergraute und nichtsdestotrotz nimmermüde Pink-Floyd-Miterfinder noch von 2010 bis 2013 mit einer behutsam weiter entwickelten Version von “The Wall Live” auf Welttournee. Der Fokus seines schier unendlichen Work-In-Progress verschob sich dabei mit der Zeit vom bloßen Beobachten allgemeiner Entfremdung hin zu einer furiosen Kritik an den dafür ursächlichen Verhältnissen. Der heute 76-jährige Roger Waters ist zu Recht zornig und weist mit dem Finger des Propheten in die klaffenden Wunden unserer Welt: Krieg als ultimative Erscheinung staatlicher Gewalt gegen den Einzelnen. Bei ihm heißt das zugrunde liegende Prinzip Staatsterrorismus – und speist sich auch aus seinem Nichterinnern an den Verlust seines Vaters Eric Fletcher Waters, welcher 5 Monate nach Rogers Geburt in der völlig verunglückten allierten Landeoperation bei Anzio zu Tode kam. Sein lebenslanges Abmühen an diesem so umfassenden Grundtrauma, und dass er es bis heute in künstlerische Ausdrucksformen zu übersetzen versteht – das macht uns den Mann einfach sympathisch. Man höre etwa “The Fletcher Memorial Home”

Roger Waters - mehr als nur der Schöpfer von The Wall

Nachdem wir uns jetzt jahrelang durch (oft recht räudige) Live-Bootlegs und obskure Audience-Videos (bis hin zur leider nicht mehr auffindbaren Konzert-Reconstruction vom Mai 2012 in San Francisco, bestehend aus ebensolchen) durchgequält haben, ist mittlerweile ein ordentlicher Konzertfilm erschienen, der am 6. September 2014 (dem 71. Geburtstag des Künstlers) erstmals gezeigt wurde. Wir spielen den Sound-Rip des Spektakels heute zu seinem 76. Geburtstag (sowie zum 58. des Hundes) und erinnern an das erstmalige Auftauchen von verstörenden Bildern: “Another Brick in the Wall”

 

So you thought you might like to go to the show

 

PS. Hier noch die berührende Geschichte, wie Roger Waters nach über 70 Jahren vom Anzio-Veteranen Harry Shindler Genaueres über den Tod seines Vaters erfuhr.