lt44 – Energie / Leistung eines Menschen und anderer Energiequellen

Energie / Leistung eines Menschen und anderer Energiequellen

Das Thema wurde auf Grund einer Anfrage einer eifrigen Hörerin ausgewählt. Sie fragte mich, ob es nicht möglich wäre, Energie im Gehen oder Laufen zu erzeugen. Und das werden wir heute mit vielen weiteren teils exotischen Möglichkeiten der Energiegewinnung behandeln.

Es geht also um besondere Energieformen, oder besser gesagt Energieumwandlung, die wir vielleicht auch nutzen können. 

Dazu gibt es natürlich eine grundlegende Erklärung, was überhaupt unter den dafür notwendigen und wichtigen Begriffen Energie und Leistung zu verstehen ist. Auch einfache Vergleiche werden wir anstellen, damit Energieverbrauch und Energiegewinnung besser eingeschätzt werden kann und natürlich auch viele praktische und fallweise auch unpraktische Anwendungen.

Lassen Sie sich also überraschen und lauschen Sie energiegeladen dieser Sendung.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/462487

In der Sendung wurden die Pferdestärken (PS) erwähnt und die sind ca. 750 Watt oder 3/4 kW (Kilowatt). Für die einfache Umrechnung von kW in PS = mal 3 dividiert durch 4. Der genaue Wert ist: 1 PS = 735 W und der unterscheidet sich vom Näherungswert nur um 2%. Übrigens: Die englische Pferdestärke (HP = Horsepower) entspricht 746 Watt.

Links:

 

Heather Nova – Pearl

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 16. August – Liebe Musikfreunde (und *innen naturgemäß ebenfalls), es ist uns ein zutiefstes Bedürfnis, dem unlängst erschienenen Album Pearl von Heather Nova über die gewöhnliche Wahrnehmung hinaus zu Gehör zu verhelfen. Es ist nämlich an einem besonderen Punkt in ihrem Leben entstanden, an dem ihre langjährige künstlerische Erfahrung und ihre ursprüngliche Einstellung (zum Leben, zum Gefühl, zur Musik) kostbar kraftvoll zu neuer Gestalt verschmelzen. Mehr dazu auf ihrer Homepage unter Bio > Show More – “Eine Perle ist idealerweise das, was sich nach all den Jahren in einer Auster bildet.” So beschreibt Heather Nova nicht nur den äußeren Anknüpfungspunkt (zu ihrem Album Oyster von 1994), sondern auch das innere Geheimnis der Entwicklung eines Kleinods aus etwas Lebendigem.

Heather Nova - PearlEinst haben wir euch ihre Musik zur Entspannung vom feuchten Fußball kredenzt. Auch das Album Redbird, das von ihrer Schwangerschaft und der Geburt ihres Sohns Sebastian geprägt war, kam bei uns schon vor. Und in der Nachtfahrt zum Thema female. feel male. veranschaulichte ihre Performance (mit Berit Fridahl an der Gitarre) das Zusammenspiel weiblicher und männlicher Energien, weit jenseits von Zuschreibungen oder Rollenklischees. Sie begleitet uns also seit geraumer Zeit und hat uns dabei immer wieder angerührt, erstaunt, überrascht – sei es nun unplugged mit Cello, als Lyrikerin (The Sorrowjoy), beim Interview im Gibson Room Amsterdam, als Sendungsthema bei den Kolleg*innen vom Deutschlandfunk oder als verträumt verliebtes Gutelaunekind (London Rain) für die planlosen Nebeltage der Sehnsucht. Es ist diese ausgehaltene Spannung in vielerlei Gestalt, die uns an ihrem Schaffen nach wie vor fasziniert, diese Gratwanderung zwischen den Gegensätzen festhalten und freilassen, Freude und Verzweiflung, Rastlosigkeit und bei sich sein, dieses bedingungslose Auskosten eines weit ausgespannten Gefühlsspektrums. Einfach unverfälscht leben – und das alles mitnehmen: “A pearl is hopefully what forms inside an Oyster after all the years, the accumulation of experience, the saltwater, the sand…”

Sister all the ways I adore you
Why can’t you see yourself?
Why can’t you see yourself?
Sister shine a light on your grace and beauty
Why can’t you see yourself?
Why can’t you?
You were just a child holding tight
In those ocean swells
Why can’t you see yourself?

You think everybody else has got it made
But can’t you see we’re all in pieces

Cause when you’re broken then you’re open
When you’re open then you’re living
When you’re living you are light
And it’s alright, and it’s alright, and it’s alright

See Yourself

 

Die Grundbedürfnisse unserer Hunde

– mehr als Futter, Streicheln und Versäubern

Es sollte selbstverständlich sein, dass ein Hund, den wir in unser Leben aufnehmen, passendes Futter bekommt, Bewegung an der frischen Luft machen kann und – wenn er es mag – reichlich Streicheleinheiten. Doch es gehört noch allerhand mehr dazu, damit so ein Hundeleben rundherum glücklich sein kann.

susanne allgeier, tricktrainingSusanne Allgeier ist Hundetrainerin und in ihrer Hundeschule „Septemberhund“ sind die Bedürfnisse des Hundes genauso sehr im Mittelpunkt, wie die der Menschen. Um Sitz und Platz und Bleib geht es allerdings nur am Rande.

Als ehemalige Theaterpädagogin liebt sie es, spielerisch an die Dinge heranzugehen und auch das Spiel zwischen Mensch und Hund findet sie sehr, sehr wichtig. Spielerisch einander kennenzulernen, herauszufinden, wie man einander einschätzen kann, sind neben dem reinen Spaß wichtige Aspekte.

 

„Im Spiel zeigt man sich dem Hund gegenüber, wie und wer man ist. Und der Hund zeigt sich auch“ Susanne Allgeier

 

Hundekunde im Flow nennt Susanne Allgeier ihre besondere Herangehensweise. Sie liebt es, zu beobachten und zu schauen, welche Auswirkungen sich ergeben. Mensch und Hund sind ein Miteinander, ein Zusammenspiel und ein interessantes Puzzle an Möglichkeiten.

Menschen, Hunde und Bedürfnisse

Die Grundbedürfnisse unserer Hunde sind dieselben, die auch unser Leben bestimmen. Das Bedürfnis nach Lust und Freude – einfach Spaß haben auf der einen Seite und Unangenehmes vermeiden auf der anderen, spielt für uns eine ebenso große Rolle wie für unsere Hunde.

 

Auch das Bedürfnis nach Zuwendung, sozialer Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit, das Wahrgenommen-Werden kennen wir sehr gut aus eigenem Erleben.

 

Das Bedürfnis nach Sicherheit und körperlicher Unversehrtheit können wir alle bestimmt gut nachvollziehen und ebenso das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit. Gerade bei ängstlichen Hunden ist es wichtig,  diese beiden Bedürfnisse in den Umgang mit dem Hund mit einbeziehen. Die Selbstwirksamkeit zu verbessern, bei Mensch und Hund, auch das ist Susanne Allgeier ein wichtiges Anliegen. Handlungsfähigkeit zu erreichen oder zu bewahren, ermöglicht echte Lösungen.

„Ich lasse den Hund leuchten“ Susanne Allgeier

 

Umfrage zu Bedürfnissen

In der Vorbereitung zur Sendung habe ich in meiner Lieblingsgruppe auf Facebook eine kleine Blitzumfrage gestartet und abgefragt, welche Bedürfnisse die Hunde außer Essen, Trinken, Schlafen und Versäubern haben und einige interessante Antworten bekommen:

In abfallender Wertigkeit wurden genannt:

  • Schnüffeln
  • Kuscheln
  • Rückzugsort
  • Bedürfnis nach Sicherheit, nach körperlicher und geistiger Unversehrtheit
  • Routinen
  • Entscheidungsfreiheit
  • Spielen
  • Umgebung beobachten
  • Kontaktliegen, nicht alleine schlafen
  • Auch mal bestimmen dürfen, welcher Weg eingeschlagen wird
  • Eigene Meinung haben, Neinsagen dürfen
  • Denkaufgaben, Arbeiten (Tricksen, Personensuche, Gegenstandsuche etc. )
  • Jagen, Buddeln, Erkunden, Seeking
  • Verlässlichkeit
  • Kommunikation (zeigen, was man will, nicht einfach hinschieben)
  • Herumliegen und aufpassen
  • Interaktion
  • Mit Kumpels spielen
  • aufs Sofa dürfen
  • Heimkehrer begrüßen
  • Mit Kumpels wandern
  • Bei zu heiß/nass/kalt nicht gassigehen müssen
  • Aktiver Teil der Familie sein
  • In Ruhe fertig schauen dürfen
  • Garten bewachen
  • Sicherheit und Schutz durch Herrchen/Frauchen
  • Zeit mit Bezugsperson verbringen
  • Menschliche Beziehungen
  • Mit mir losgehen – ohne Ziel ohne Zeit
  • Gespräche
  • Sozialkontakt mit vertrauten Hunden
  • Selbstgewählte kleine Herausforderungen meistern
  • Kurz melden (Achtung, da ist was!)
  • Spuren läufiger Hündin folgen
  • Respektieren der Körpersprache durch die Menschen

Eine bunte Liste ist das geworden und viele Hunde würden hier zustimmen, da bin ich sicher. Fragen Sie doch einmal Ihren Hund, was er dazu meint?

Servicebox

Susanne Allgeier, Septemberhund
Septemberhund auf Facebook

Lesefutter

Susanne Allgeier: Theaterspielen mit dem Hund
Gansloßer/Krivy: Verhaltensbiologie Hund
Marc Bekoff: Das Gefühlsleben der Tiere
Jean Donaldson: Hunde sind anders
Günther Block: Mein Hundewissen
Shaun Ellis: Der mit den Wölfen lebt
Gansloßer/Käufer: Auszeit auf Augenhöhe

 

Musik

Get your Dog off me, Beggars Opera
Police Dog Blues, Jorma Kaukonen
Those Dogs, En Vogue

 

Sendung anhören

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik oder über den Hunderunde Blog.

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

Hundewissen zum Hören: der Hundepodcast von know wau

Am dritten August

Tuning Up widmet sich in dieser Sendung dem dritten August. Musik wird gespielt von Menschen die am 03. 08. das Licht der Welt erblickten oder von uns gegangen sind, z.B. von Sebastian Duron, Syreeta, Metallica, Antonio Lauro u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/461926.

Fetzenspielsommer

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 14. August – Hochverehrtes Publikum! Die Salzenburger Fetzenspiele, wie der geniale Ernst Jandl einst dieses österreichische Kultursymbol (nebst Operam, Burgentheatern und Schrammenmusik) bezeichnete, finden auch heuer, im 100. Jahr nach ihrer Gründung, wieder statt. Und das, obwohl die COVID-19-Pandemie sonstüberall den Hochkulturbetrieb stillgelegt hat. Das große Welttheater hängt förmlich in Fetzen. “Wir wollen keine Ausnahme”, sprach unsere Lieblingspräsidentin, und promt öffnete das alljährliche Schaulaufen der Systemelefanten als einziges internationales Kunstfestival seine Pfort*innen für die zahlende Kundschaft. Das wird fürwahr ein fröhlicher Fetzenspielsommer. Und heißt Fetzentandler nicht auf Wienerisch Kleidergeschäft? Maske auf und los gehts…

Fetzenspielsommer 1Garantiert virenfrei (weil im Radio) sind unsere Einlassungen rund um ein selbstgemachtes Programm, ein wahres Festspiel der Herzen. Ein etwas anderer Ohrenschmaus der Phantasien und Wünsche. Wir spielen quasi mit der Liturgie einer allsommerlich zelebrierten Messe und eines diese Stadt unentrinnbar prägenden Hochamts der Kunst und … “Des Satans Fangnetz in der Welt hat keinen andern Nam’ als Geld.” Was würdest du dir wünschen, was kunnst du dir vorstellen, dass es im Rahmen der altehrwürdigen (manche meinen auch “zu Tode tradierten”) Festspiele stattfinden sollte – wenn du deren Intendant*in bezw. künstlerische Leiter*in wärst? Wohin könnte sich die 100-jährige Institution weiter entwickeln? Welche bislang nicht (oder kaum) in Erscheinung getretenen Kunst- und Gestaltungsformen sollten künftig stärker vertreten sein? Und welche etablierten Traditionen wären (auch in gewandelter Gestalt) erhaltenswert? Setze selbst Schwerpunkte – und erlebe, wie Beton schmeckt.

Fetzenspielsommer 2aWie prophetisch Kunst ist veranschaulicht dieses Bild: Die Behauptung, ein Ohr für die Sorgen und Nöte der einfachen Menschen (des “gemeinen” Volks) zu haben, erweist sich speziell bei näherer Betrachtung als Kunststoff-Kulisse. “Ich bin die Volkspartei”, sprach die Kirche, “und wer nicht für ihn ist, ist widerlich.Eine Idee, die sich allerdings “vor der schönsten Domfassade” genauso niemals inszenieren wird lasssen wie vor 70 Jahren Bertolt Brechts Salzburger Totentanz. Im Kopftheater unserer Vorstellung dahingegen geht alles, und so wird es eine Eröffnungsfeier mit Ernst Jandl geben, eine Lesung mit PeterLicht, eine längst überfällige Würdigung des Komponisten Frank Zappa sowie des legendären Cellisten Wolfram Huschke. Dazu Beiträge und Collagen von und mit Markus Hinterhäuser, Wilfried Haslauer, Helga Rabl-Stadler und Gerard Mortier, naturgemäß durch den Wortwolf gedreht vom Verein der Freunde der Gegenkultur (im Schatten der Mozartkugel)… Unser Fetzenspielsommer soll das Fadenscheinige entlarven, das Unvollendete einen guten Tag sein lassen – und das Zukurzgekommene in ein etwas anderes Bewusstsein rufen. Der Geldkoffer heißt nämlich nicht nur so – er ist auch einer.

Wer nichts wird verwirrt (halt nicht uns).

 

Ankündigung Sendung #42: Fake-News in Zeiten von ehschonwissen

Sendetermin: Dienstag, 4. August 2020 um 20 Uhr auf der Radiofabrik Salzburg und dann nachzuhören auf diesem Blog oder auf Freie-Radios.online

Über Fake News und Verschwörungstheorien wurde natürlich schon vor Corona nicht nur in dieser Sendereihe diskutiert. Das massive staatliche Vorgehen befeuert jedoch noch einmal stark Personen und Organisationen die in dieser Pandemie eine Verschwörung im Staat gegen diese eigentlich ach-so-gute und beste aller Gesellschaften sehen.

Fake News

 

Am Beispiel der im Web sehr erfolgreichen Dokumentation Plandemic, welche eine verschwörungstheoretische Position einnimmt und Coronavirus: Conspiracy Theories von John Oliver’s Last Week Tonight, wollen wir uns ansehen, warum die falsche Vorstellung über die Welt der Produzent*innen von Plandemic Fake-News ist und John Oliver’s falsches Vertrauen in das Gute im Staat nicht in diesen Verdacht kommt.

Gloria in excentris verbis

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 9. August – Liebe Festspielgemeinde! Selbstredend erweisen auch wir den Hundertjährigen unsere herzhafte Würdigung. Wobei, beim irgendwie ewigen Jedermann wäre “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” durchaus eine erfreuliche Weiterentwicklung – des Themas wie auch der Geschichte. (Da gibts ein geiles Buch UND einen geilen Film übrigens). Sic transit gloria mundi oder Was ist wesentlich – in dieser Welt? Doch wie sehr wir auch herumwedeln mit dem “griechisch-lateinischen Flüchtlingsgepäck aus dem andachtskapitalistischen Meinungs-KZ” (so Uwe Dick zur katholischen Erziehung), die Salzburger Festspiele bleiben (auch und erst recht in ihrer Jubiläumsausgabe) ein abgezäunter Privatbesitz – und für Glanz und Gloria der Geldmachtwerte reserviert.

Gloria in excentris verbisApropos ewig – beim gestrigen Jedermann schob sich mir wieder einmal die ganze Ambivalenz des Salzburger Welttheaterbetriebes ins Bewusstsein, so dass ich sprach: “Ich bin zutiefst zerteilt.” Denn die dramaturgische Leistung, die dabei gezeigt wurde, war atemberaubend und holte aus dem klobigen Text Nuancen heraus, die ich in ihm nie vermutet hätte. Chapeau! Die Schöpferkraft aller Mitwirkenden (vom Hauptdarsteller bis zum Helferlein, und das gilt für die gesamten Festspiele) ringt einem immer wieder Respekt und Bewunderung ab. Dahingegen ist Hofmannsthals österreichbesoffenes Geschwurbel vom “theresianischen Menschen” sowie von “Geist und Sittlichkeit” ein übles Plädoyer für die Bewahrung der etablierten Herrschaft von Besitz, Kirche und Staat im neuen Gewand von Deutsch-Restösterreich nach dem Ersten Weltkrieg. Inwieweit dieses geistige Erbe in die Bundesverfassung von 1920 hineingewirkt hat – und inwieweit es als unausgesprochenes Leitmotiv dieses von ihm mitbegründeten Hochkulturspektakels wahrnehmbar bleibt – das überlassen wir eurem Geruchssinn.

Inzwischen (!) wenden wir uns einer verbürgt fortschrittlicheren Veranstaltung aus dem Hause Salzburg zu: “Zwischen Mund und Arten” – eine Lesung mit Musik oder eine Musik mit Lesung oder überhaupt eine Collage aus “lyrischen Schlagabtäuschen und unterschwelligen Zusammenhängen”, dramaturgisch durchbrochen von Dialektgepunk aus dem Pongau – die unlängst im Rahmen des löblichen Festivals Zwischenräume gezeigt wurde. Und naturgemäß werden wir auch eure Kreativität kitzeln sowie eure Lachmuskeln wiederbelebenmit fürwahr großen Monologen der Kleinkunst

Gloria Victoria – widewitt bumbum!

 

Woman at War

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 26. Juli – Der isländische Film Woman at War oder zu deutsch Gegen den Strom erweist sich als ein wirksames Antidepressivum angesichts unserer Ohnmacht gegenüber den weltzerstörenden Riesenfirmen und ihren brav handlangernden Regierungen. Und es ist sicher kein Zufall, dass dieser magisch-kreative Beitrag zur Rettung der Seele (die ja immer auch die ganze Welt bedeutet) ausgerechnet aus Island herrührt, wo es weltweit die meisten Autor*innen (im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung) gibt, wo auch für vorchristliche Naturwesen reale Schutzgebiete eingerichtet sind – und wo sogar der stets korrekt beschlipste Denis Scheck zum Künstlerinterview verzückt in eine warme Quelle steigt. Bei uns geht es heute um dieses sehr spezielle Schöpferischeund einen genialen Film.

Woman at WarVor nicht allzulanger Zeit haben wir etwa das Filmmusikschaffen von Hildur Guðnadóttir gewürdigt. Der Titel der damaligen Sendung passt übrigens ausgezeichnet zum Inhalt von “Woman at War” denn er hieß “Museum für Naive Technik”. Im heute (mit heftigem Nachdruck) zu empfehlenden Film hat allerdings Davíð Þór Jónsson für die Musik gesorgt, welche zudem auf höchst eigenwillige Weise ins Geschehen eingewoben ist. Sie wird hier nämlich von einem Trio isländischer Männer (mit Tuba, Schlagwerk, Klavier/Harmonika) sowie von einem Trio ukrainischer Frauen (in ihrer traditionellen Tracht singend) vorgetragen, und zwar immer wieder sichtbar und sogar auf die Handlung der Geschichte einwirkend. Ein dramaturgischer Kunstgriff, der zwar dem antiken Theater entstammt, jedoch auch im zeitgenössischen Film funktioniert, ja, sich darin geradezu anregend, belebend und intensitätssteigernd auswirkt. Zum genaueren Verständnis dieser Interaktionen von Story und Sound haben wir einige Schlüsselszenen quasi “ohne Bild” herauspräpariert, um sie so zu Gehörgefühl zu bringen. Außerdem gibts als Beispiel isländischen Humors Hundur í óskilum sowie isländisch inspirierte Musik aus Salzburg: Chili Tomasson and the Cinema Electric.

Weshalb ich Woman at War eingangs als Antidepressivum qualifiziert habe und den Film darüber hinaus als einen wahren Quell an Hoffnung und Perspektive erachte, das liegt vor allem an seiner politischen Aussage. So heißt es etwa im Manifest der Bergfrau: “Ich fordere alle, die das lesen, auf, sich zu wehren. Setzt euren Verstand und Erfindungsreichtum ein, um diesem Konzern Schaden zuzufügen! Denn das ist die einzige Sprache, die diese globalen Konzerne überhaupt verstehen. Mit dieser Methode arbeiten sie selbst weltweit: Sie richten Schaden an – an der Natur und an der Gesellschaft.”