Regierungsprogramm: Chancen und Risiken für Österreichs Community Medien.

Eine Analyse von Alf Altendorf, kaufmännischer Geschäftsführer von Radiofabrik & FS1 für unerhört! 16. Jänner 2020

Jetzt hat es der Freie Rundfunk erstmals konkret in ein Regierungsprogramm geschafft. Konkret heißt es auf Seite 55 im Medienkapitel, „die Dotierung des Nichtkommerziellen Rundfunks sei zu überprüfen mit dem Ziel einer Erhöhung im Hinblick auf innovative Medienformen“.

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lt37 – Aurora

Das  Thema dieser Sendung, zu dem mich meine Gastvorlesungen, die ich in Ende Jänner 2020 im hohen Norden, in Finnland  halten werde, inspiriert haben, beschäftigt sich unter anderem mit Himmelslichtern.

De Zauberwelt der Nordlichter, die ich letztes Jahr trotz eines Abstechers nach Lappland nicht als Aurora, sondern vielmehr als besondere Lichterscheinungen, auch am Tag feststellen konnte, wird uns durch die Sendung begleiten. Wir werden in des Sendung der Frage nachgehen, wie / wann / wo entstehen diese spektakulären Himmelserscheinungen und wie wirken sie sich aus. Aber auch andere Himmelserscheinungen werden in der Sendunge behandelt und erklärt.

Und als Musik hören Sie heute  wieder einmal mit Salzburgbezug – von der Straßenmusikantin Anna Kolovsk und dem Straßenmusikanten Aleksander Kolovski die Two Bellows, deren CD ich nach langem Lauschen ihrer Musik direkt am Markartsteg erworben habe.

Sendungstermine: 10.1.2020 16:00

nachzuhören unter: https://cba.fro.at/438709

Hundefüttern schwer gemacht?!

Im Laufe der Zeit wurde uns das Hundefüttern ganz schön schwergemacht. Man fragt sich manchmal wirklich, wie es früher ging, dass Hunde satt wurden und ihr Futter gut vertragen haben. Inzwischen gibt es Legionen von Fertigfutteranbietern mit mehr oder minder wohlklingenden Philosophien dahinter. BARF ist nicht mehr nur BARF, sondern teilt sich in diverse Fraktionen auf, die einander gar nicht grün sind. Hinzu kommen vegetarische und vegane Strömungen und neuerdings auch Hundefutter auf Insektenbasis.

Als HundehalterIn kann man da schon leicht verzweifeln, zumal die eigenen Lager- bzw. Tiefkühlkmöglichkeiten mitunter ebenso begrenzt sind, wie die zeitlichen Kapazitäten.  Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich mag es nicht gerne kompliziert. Und es muss auch gar nicht kompliziert sein, zumindest nicht aus der Sicht meiner beiden GesprächspartnerInnen in der aktuellen Hunderunde.

 

Nachhaltigkeit im Hundenapf

Anke Jobi ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Autorin, Bloggerin und geschätzte Referentin. Ihr Konzept Clean Feeding ist sozusagen „quadratisch, praktisch, gut“ und wurzelt in ihrer eigenen Fütterungsgeschichte. Der Knackpunkt, sich kritisch mit den herkömmlichen Fütterungsansätzen und speziell dem Barfen auseineinanderzusetzen, waren die großen Fleischmengen, die Hunde angeblich brauchen.

Anke Jobi, Cleanfeeding c)anjaauerbach

Dabei weiß man heute, dass Hunde Kohlehydrate im Allgemeinen gut verwerten können und auch gut vertragen. Natürlich nicht alle, ein Blick auf die Herkunft der Rasse lohnt sicht jedenfalls bei der Futterzusammenstellung. Denn Rassen, die aus Gegenden ohne Ackerbau stammen, vertragen Getreide beispielsweise oft nicht so gut. Sie sind sozusagen genetisch nicht darauf vorbereitet.

 

Allesfresser und ABAM

Ihre eigenen Hunde, der fast 13-jährige Parson Russell Terrier Leo und die 7-jährige ungarische Mischlingshündin Lucy, sind dem Vernehmen nach sehr unkomplizierte Fresser und nehmen alles Dargebotene gut an. Wenn ein Hund konsequent sein Futter verweigert, hat das möglicherweise eher gesundheitliche als geschmackliche Gründe und sollte abgeklärt werden, meint die Ernährungsberaterin, die auch ABAM  – „Abstauber bekommen alles mögliche“ nach Tierartz Dr. Rückert – einiges abgewinnen kann.

Auch die Angst vor Kohlehydraten im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen sieht Anke Jobi differenziert. Kohlehydrate lösen keinen Krebs aus, so die Ernährungsberaterin. Hat ein Hund allerdings bereits Tumore, sollte dies natürlich bei der Fütterung berücksichtigt werden.

„Getreide verursacht keinen Krebs“

Den Clean Feeding-Blog gibt es seit 2016 und er ist ein wahrer Fundus an interessanten Informationen rund ums Hundefutter.

Ihr Wissen gibt Frau Jobi außerdem in Form von Artikeln für Hundemagazine wie Partner Hund, DogsToday, SitzPlatzFuss, etc. weiter. Auch Onlinekurse für HundehalterInnen und eine Ausbildung für ErnährungsberaterInnen gibt es bei Clean Feeding.

 

Mitspracherecht für den Hund

Auch für Tina Hillebrand, Tierheilpraktikerin und Tierkommunikatorin, ist Füttern keine komplizierte Angelegenheit. Ihr Zugang lautet: fragen wir doch den Hund selbst.

Tierkommunikation statt Rezeptbuch

Tina Hillebrand, Tiere anders behandeln

Ihrer Erfahrung nach wissen Tiere sehr gut, was ihnen bekommt und was nicht. Und als HundehalterIn darf darf man dem Hund auch gerne die Wahl lassen, mit zu entscheiden, was in seinem Magen landet.

Das gilt im Übrigen nicht nur für das, was tatsächlich im Futternapf landet, sondern auch für alles „Zwischendurch“. Leckerchen, Belohnungshappen und Betthupferl sind letztlich auch Futter und wirken auf die eine oder andere Weise auf den Hund. Auch Kräuter und diverse Nahrungszusätze, deren Nützlichkeit nicht verallgemeinert werden sollte, sind nicht automatisch für jeden Hund gleich sinnvoll.

 

„Futter ist alles, was der Hund frisst.“

Da sie die Schwierigkeiten der HundehalterInnen erkannt hat, bietet Sie einen Selbstlernkurs „Futterklarheit“ an, der die HundehalterInnen mit dem notwendigen Wissen ausstattet. Denn erst wenn wir verstehen was in einem konkreten Produkt enthalten ist, können wir auch Enntscheiden ob wir das für unseren Hund kaufen möchten oder nicht. Dabei geht es um das Verstehen von Futtermitteldeklarationen unabhängig vom Namen des Ernährungskonzeptes.

Ein Rezept, dass Tinas verstorbene Hündin für sich selbst erfunden hat, verrät sie in diesem Blogartikel. https://tiere-anders-behandeln.de/schlemmerkugeln-fuer-deinen-hund/

 

 

 

Servicebox

Jobi Anke
www.clean-feeding.de
www.facebook.com/cleanfeeding/

Tina Hillebrand
tiere-anders-behandeln.de/
www.facebook.com/WegbegleiterinTinaHillebrand/
tiere-anders-behandeln.de/blog/
https://www.facebook.com/groups/TiFiVerhalten/

Selbstlernkurs „Futterklarheit“
Onlinekurs Clean Feeding, Rationsgestaltung

Lesefutter

Anke Jobi, Clean Feeding,

Musik:

Poodle Dog, Gary Floyd Band
Old grey dog, Jimmy Scott

Sendung anhören – Achtung: neuer Sendeplatz

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream am 2. Mittwoch im Monat um 12.06 und am 2. Samstag im Monat um 14:06 Uhr. Alle Sendungen können im Internet nachgehört werden und zwar hier.

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

Blackfield

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 12. Januar – Es war einmal ein Musiker. Und der war richtig berühmtin Israel. Leider war er auch an jenem 4. November 1995 zugegen, als ein religiös-fundamentalistischer Rechtsextremer (diesen Begriff kann man sich auf der Zunge zergehen lassen) den damaligen Regierungschef Jitzak Rabin ermordete. Das hat unseren Musiker verstört, wie sich gewiss denken lässt. Trotzdem hat er weiter Musik gemacht – und dieses traumatische Erlebnis auch immer wieder in seiner Kunst verarbeitet. Doch nichts ist seitdem wie es vorher war, nicht nur für den Musiker Aviv Geffen, sondern auch für die gesamte Nahostregion sowie für den Weltfrieden an sich. Einige Jahre nach diesem “Incident” gründeten der Frontmann von Porcupine Tree, Steven Wilson und besagter Aviv Geffen ihre Band Blackfield.

BlackfieldDie Musik von Blackfield eignet sich hervorragend zur Untermalung jeder Winterdepression. Oder einfach nur Schwermut, Sehnsucht und all das, was sich als Melancholie verstehen lässt. Dabei schwingt allerdings stets auch die Perspektive des “trotzdem Weitermachens” mit, die hier bereits angeklungen ist. Keine Aufforderung zu Scheißdrauf und Suizid – wiewohl es etwa im Song Cloudy Now heißt: “We are a fucked-up generation!” Nein, vielmehr jene geniale Melange aus Traurigkeit und Freude, die wir als speziell für die jüdische Kultur charakteristisch ansehen. Diese emotional intensive Gleichzeitigkeit von einander eigentlich widerstrebenden Eindrücken erfährt durch die Zusammenarbeit mit dem ausgewiesenen Soundtüftler Steven Wilson eine ungemein dichte Präsenz, hat der als “Prog-Wunderkind” gepriesene Vielschaffende doch schon eine gehörige Anzahl von Alben aus der Blütezeit des Art- und Progressive Rock wiederaufbereitet, von Jethro Tull über King Crimson und Roxy Music bis Yes (um einige der bekannteren Bands zu nennen). Darüber hinaus tritt Steven Dampf in allen Klassen bei Blackfield auch noch als zweiter Sänger und Gitarrist in Erscheinung, und zwar keinesfalls nur nebenbei. Seine diesbezügliche Herkunft sei durch das über 2-minütige Gitarrensolo aus Time Flies vom Porcupine-Tree-Album The Incident deutlich gemacht. Legendär.

Zur Herkunft von Aviv Geffen möchten wir das Video zur frühen Solo-Version von Cloudy Now (auf hebräisch) empfehlen. Da haben sich jetzt zwei gefunden, die ihre Welten miteinander verschmelzen, dass es gut tut – und weh! Wir spielen daher das erstaunliche Erstlingswerk ihres gemeinsamen Bandprojekts – und freuen uns traurig.

 

Könige – Kings


Könige – Kings ist diesmal das Motto der ersten Tuning Up Sendung im neuen Jahr – passend zum Datum, den 6.1., dem Dreikönigstag.

Die königliche Musik dazu stammt von:
King Henry VIII., Elvis Prelsey, Peter Cornelius, Mozart, Josquin, B.B.King, The Kinks, King Oliver, The Royal Drummers of the Court of Mwami

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/441720.

Number 9

Tuning Up befasst sich in dieser Sendung mit der rätselhaften Zahl 9 und ihren vielfältigen musikalischen Bezügen, wobei hier mehr textliche als rein musikalische Merkmale den Ausschlag geben.

Mit Musik von The Robins, Ludwig van Beethoven, Moon Hooch, Frank Zappa, The Beatles, The Clovers u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/438426.

Bombast Kontrast

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 10. JanuarBombast, Opulenz, Cinemascope! Wir senden die Neujahrsandacht des Hundepräsidenten aus dem etwas anderen Hasenbiotop zu Salzburg – und wünschen viel Verglühen. Thema unserer textmusikalischen Rundumverdichtung ist das Reichhaltige, das Unerwartete und das Vielschichtige. Ein zeitloser Spazierflug durch Gegenwart und Vergangenheit von Kunst und Kultur. Die Zukunft dazu ist jeglichenkopfs wie immer selbst zu erfahren, dem entsprechend, was sich darin daraus so entwickelt. Wir stellen ein zwirbeliges Geflecht aus Klangraum und Sprachzeit zur Verfügung und laden zu dessen Bereisung ein. Querassoziative Empfindungen, urplötzlich hervorquellende Bilderfluten oder einfach nur weltumspannende Einsichten

Ronnie Urini OpulenzAlles ist möglich! Kunst geschieht eben immer “im Kopf” derer, die sich ihr hingeben. Und dann ereignet sich Kunnst im Sinn von “könntest” im Leben derer, die sich das zu tun trauen. Wie bei diesem Herrn hier, der uns einstmals in Gestalt von Ronnie Urini & Die letzten Poeten mit den untergründigsten Textvertonungen erfreut hat, zum Beispiel mit H.C. Artmann “1001 Nacht”. “Seine unergründliche Opulenz” möchte man sagen. Bombast und Cinemascope sind da im Lebenswerk Programm. Und Robert Fripp (zu dem wir auch noch kommen werden) spielt auf diesem Stück das Mellotron – auch kein ganz kleines Gulasch. Was uns sogleich wieder zur Menschheizgeschichte an sich führt. Oder zu dem, was wir ja längst als “Quotentrotteltum” identifizieren. Ein System, das durch und durch “dem Erfolg” als “möglichst immer noch mehr Geld herauspressen” gewidmet ist, zerstört seiner Natur gemäß alles Individuelle und Nichtangepasste, also jedwede Regung des menschlichen Geistes jenseits des funktionsoptimierten Durchschnitts. Poeten, Propheten und andere Visionäre werden dadurch eiskalt ausgemerzt: “Das ist lustig und das ist schön – das ist das Zugrundegehen.”

King Crimson BombastDennoch stolperte ich beim Hupfen unlängst über ein bemerkenswertes Videoding aus der neueren Neuzeit: King Crimson – Starless (2016) ist nun wirklich Bombast in Reinkultur. Doch gar keine deppert zuckende Lasershow, dass es dir die Augen raushaut vor Schreck. Und schon gar nicht 100 synchronhampelde Duracelltrottel, dass du dich grad anspeibst vor lauter Üblichkeit und Bühnenshow. Nein, ernste Musik mit DREI Schlagzeugern, in einer hoch komplexen Verdichtung zu Gespür gebracht, dass dir nicht vom Scheinweltbeplempern schwindlig wird, sondern vom Inhalt. Es gibt noch Hoffnung! Doch seien wir uns ehrlich – etwas anderes hätten wir uns von Robert Fripp (da ist er also wieder) nicht erwartet. Und auch nicht von Tony Levin, der uns über die Jahre seiner Zusammenarbeit mit Peter Gabriel heftig ans Herz gewachsen ist. Das Stück “Here comes the Flood“ vereint die drei auf Gabriels erstem Soloalbum (Car 1978), dem der Meister im nachhinein auch schon einmal “zuu viel Bombast” bescheinigte.

Waluliso KontrastWollen wir uns zuletzt noch einer Verkörperung des “Wiener Originals” zuwenden, an dem sich die vollendete Perversion dessen, was “allgemein” als bedeutend, relevant oder wichtig angesehen wird, vornehm verdeutlichen lässt. Wer oder was war jener Waluliso wirklich, der oft als Friedens- und Umweltaktivist, als spinnerter Nudistenfreak, als nicht ganz dichter Selbstdarsteller oder was auch immer beschrieben wurde? Nach dem eine Brücke über die Neue Donau benannt ist und dem die Stadt Wien ein Ehrengrab am Zentralfriedhof gewidmet hat? Was wissen wir über die Innenwelt des öffentlichen Außenseiters? Und warum wird dieser zutiefst eigensinnige und im schönsten Sinn eigenArtige, sich selbst zum Kunstwerk machende Elementarmensch posthum derart gewürdigt? Weil man ihn so halt gut vereinnahmen und dadurch auch vermarkten kann. Ernst genommen hat seine Aussagen zeitlebens kein Politiker, kein Unternehmer, kein Medienkasperl. Die waren alle viel zu sehr mit der Aufblähung ihrer eigenen Wichtigkeit befasst. Einzig die Band Blümchen Blau hat ihm ein akustisches Denkmal gesetzt – mit einigen seiner eigenen Botschaften.

Fazit? Die herrschende “Ordnung” ist vollkommen verkehrtherum. Ich schließe meine heurige Andacht nun mit dem angeblichen Zitat eines jüdischen Wanderpredigers:

“Die Letzten sollen die Ersten sein.”

 

Ankündigung Sendung #36: Nie ist zu wenig, was genügt?

Sendetermin: Dienstag, 7.Jänner 2020 um 20 Uhr auf der Radiofabrik Salzburg
Und dann nachzuhören auf diesem Blog oder auf cba.fro.at

Weihnachten ist vorbei und wir haben wie jedes Jahr wieder mehr oder weniger viele tolle Geschenke verschenkt und auch bekommen. Über manche freuen wir uns, andere wandern nach ein paar Wochen in den Müll oder ganz nach hinten in den Schrank. Die Geschäfte sind jedoch nicht nur vor Weihnachten voller Konsumgüter; nein, das ganze Jahr können wir einkaufen ohne Ende.

Geschenke

Und so wird auch das ganze Jahr über Altes entsorgt und Neues gekauft. Wer sich das vor Augen hält und an die arme Umwelt oder die ausgebeuteten Menschen in sogenannten 3. Welt-Staaten denkt, dem*der kann da natürlich schnell der Gedanke kommen: Weniger konsumieren, hochwertigere Produkte kaufen oder am besten gleich Containern – so retten wir die Welt!

Weil dieser Gedanke so naheliegt und doch so grundfalsch ist, wollen wir uns in dieser Sendung genau damit auseinandersetzen: Der verbreiteten Kritik an der Art und Weise, wie in dieser Gesellschaft konsumiert wird.

Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 29. Dezember – ACHTUNG: Dieses lustige Wortfeuerwerk erscheint unpünktlich zum Jahresschluss, es kann daher auch als verspätete Geschichtensammlung unter einen sterbenden Baum gepackt werden. Geschichten nämlich kann Torsten Sträter, der sich selbst als Autor, Vorleser und Poetry-Slammer beschreibt, richtig gut, weshalb wir ihn gern einige derselben aus seiner letzten Sammlung hier erzählen lassen. Gute Unterhaltung ist derzeit ja nicht wirklich flächendeckend. Da ist es durchaus erbaulich, gut verdichtete Geschichten aus der Wahrnehmung des Weltgedümmels anzuhören, die in ihrer Beschaffenheit zugleich vermitteln, dass Dichtung etwas mit dicht und Geschichten etwas mit dem Schichten von mehreren zu tun haben soll. Alles andere wäre das übliche Geblah.

Torsten Sträter unpünktlichEinwurf: Wir mögen Dieter Nuhr nicht. Er ist uns unsympathisch. Politisch verkörpert er das, was schon in den 70er Jahren zutiefst konservativ war: Aktenzeichen XY, beige Schnürlsamthosen, den Wackeldackel sowie Gelsenkirchner Barock. Und dennoch präsentieren wir hier einen Künstler, der in dessen monatlicher Fernsehshow regelmäßig als Gast vorkommt. Ja, liebe Freunde und *innen, was hat das zu bedeuten? Man könnte es als Fußnote zur nächsten Sau verstehen, die durchs globale Dorf getwittert wird, was auch immer der Grund für die nächsten “15 Minutes of Empörung” von wem auch immer dann sein mögen. Doch zurück zu den gut abgehangen Geschichten, deretwegen wir Torsten Sträter aus vollster Überzeugung eine Bühne anbieten – und euer Ohr leihen wollen. Denn die sind, für sich genommen, von so herausragend dichtem Witz und abgründiger Formulierungslust geprägt, dass man schlechterdings lachen muss, auch zu Zeiten (und an Orten!), die eigentlich eher zum Weinen sind. Zur Verdeutlichung dieses Zustands seien nunmehr zwei Beispiele angeführt: “Adventskrätze” aus seiner WDR-Show “Sträters Männerhaushalt” und “Hotels” aus dem titelgebenden “Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein”. Speziell bei letzterem kommt die Emotion seiner genial verdichteten Kunstfigur zum Tragen, da schnaubt und rüpelt der Ruhrpott – und man begreift, dass es Dort-Mund heißt.

Wie nun allerdings “unpünktlich” mit “zu sein” zusammen hängt? Well…