[iframe src=“https://cba.fro.at/405457/embed?&waveform=false&subscribe=true&series_link=true&description=true&title=false“ width=“100%“ height=“249″ style=“border:none; overflow-y:scroll; width:100%; height:249px;“]
Eine Stunde mit Fredl Fesl
> Sendung: Artarium zum Muttertag am 12. Mai – Wer hats erfunden? Ursprünglich wollten wir (dem Anlass entsprechend) Auszüge der bei Trikont erschienenen Gesamtausgabe Ton von Karl Valentin/Liesl Karlstadt vorspielen. Doch ungeachtet solch ewiger Lieblingswortschöpfungen wie Semmelnknödeln, Wrdlbrmpfd oder “Herr Rembremadeng” waren die darauf findlichen Aufnahmen schon sehr im Seinerzeitkontext verhaftet. Weshalb wir eine Generation weiter sprangen und den ebenso urbayrischen Liederdichter und Geschichtenerfinder Fredl Fesl für unsere Albumpräsentation auswählten. Der steht nämlich auf vieler Leihweise in der Tradition des großen Absurdisten Valentin – und inspiriert auch heute noch aktive Volksbarden wie etwa den aushängigen Christoph Weiherer.
Und ganz im Gegentum zu einem akuten Volksquatschbeschunkler (dessen Namen ich hier allein schon aus gesundheitlichen Gründen nicht erwähnen will) ist der Fredl Fesl mit dem Großen Karl-Valentin-Preis ausgezeichnet worden (nicht bloß mit einem lulligen Faschingsblech). Vielmehr überreichte der legitime Valentin-Nachfolger Gerhard Polt (Nikolausi) ihm den renommierten Preis in Form von einem “Trumm”, das sich bei näherer Betrachtung als rostiges Türschloss herausstellte. Worin dann jetzt also der angesprochene Unterschied zwischen ernster Komik und einfach nur deppertem Kommerz besteht, das möge ein jegliches bittesehr diesem schönen Bericht entnehmen. Ach ja, die unschuldigen 70er, als die “Sowosamaneger” noch keine rassistischen Assoziationen erregten – und der erwähnte Volkshupfdudler auch noch nicht geboren war. Damals, auf dem Höhepunkt der deutschen Folk-Bewegung, wurde “die Volksmusik” ihrem Verhaftetsein in Nazitum und Spießermief entrissen, Freddy (Quinn, nicht Queen) dagegen war schlicht Schlager und mithin industrielles Massenzeugs fürs geölte Einfaltsreich. So ist das eine also etwas völlig andreas als das andere. Bleibt noch zu erwähnen, wie kunstreich und humorvoll der Fredl Fesl die alpenländische Tradition des Jodelns aus dem Bierdunst der Zeltfetten befreit hat:
In seinem Vortrag “Ein ländliches Problem” (den wir in der Signation zitieren) jodelt er sich am Schluss derart schwindlichmachend weg, dass es unsereinem (oder auch zwei) schier die Synapsen sprengt. Die Krönung in seinem Mundart-Overflow ist und bleibt allerdings “Huitidliti, Huitidliti”, wahrlich ein Prachtwerk der Sprachkunst, das eben auch Karl Valentin zu aller Ehre gereicht…
Female Power
In Tuning Up wird diesmal ausschließlich Musik von und mit Frauen vorgestellt.
Und noch dazu nicht älter als ca. ein Jahr.
Mit dabei sind Lylit, Billie Eilish, Nilüfer Yanya. Katharina Ernst, Ashley Fure, Caecilia Norby u.a.
#Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/405155.
Auf den Kopf geschissen
> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 10. Mai – Müssen wir den Umstand des “von oben herab bestoffwechselt werdens” denn wirklich so drastisch darstellen? Ja, unbedingt müssen wir das! Wo sich Thomas Bernhard noch vornehm zurückgehalten (der alte Untertreibungskünstler) und sich etwa in Wittgensteins Neffe “auf den Kopf machen lassen hat”, da können wir angeriechs derzeitigen politischen Würsteltums nicht anders, als explizit von beschissen, geschissen und verschissen ein Reden zu sein. Wollten wir die herrschenden Zuständ weiter be- und verdichten, so müssten wir wohl bald auch zerschissen sagen. Der auslösende Anlass zu dieser Sendung und ihrem Titelen war jedoch die Kreuzigungsgruppe von Alfred Hrdlicka, welche inzwischen auf sehr spezielle Weise diesen Grundgedanken versinnbildlicht.
Ein Künstler ist eben immer auch Prophet, der weithin unbemerkte gesellschaftliche Entwicklungen feinfühlig vorweg wahrnimmt und diese in seiner Arbeit ausdrückt. Ursprünglich waren die Skulpturen für einen Neubau der Salzburger Polizeidirektion gedacht gewesen, doch der damalige Polizeidirektor verhinderte solch eine Zumutung des hinterfragenden Denkens im Weichbild “seiner” Behörde. Dafür steht dort heute ein wirrer Haufen mutmaßlicher Mikadostäbchen herum. Was uns der Künstler wohl damit sagen will? “Wer sich zuerst bewegt hat verloren” vielleicht. Die Kreuzigungsgruppe jedenfalls wurde hinter der Naturwissenschaftlichen Fakultät aufgestellt, wo auch sehr viele Vögel unterwegs sind. Und die haben den drei Figuren in all den Jahren ordentlich auf den Kopf geschissen, was unserem Sendungstitel ja nur recht sein kann. Denn von oben herab kommt meist Scheißdreck übers Volk…
Und wie verschissen sie dann sind. Kunst dient nicht der Verklärung von Herrschaft und Hierarchie. Da wäre sie ja bloßes behübschendes Auftragshandwerk. Vielmehr muss Kunst der Anstiftung zum Denken und Empfinden dienen, und das all jenen gegenüber, die ihr ausgesetzt sind. Womit wir auch geklärt hätten, was Kunst ist – und was weg kann. Folglich wollen wir wieder einmal die Sprachkunst von Ernst Jandl feiern, aus der mannigfache Anregungen zum kreativen Umgang mit der eigenen herrühren: neunzehnscheißhundertsiebenundsiebzigscheiß
scheißneunzehnhundertscheißachtundscheißsiebzigscheiß
so es sein aufbauen sich der scheißen leben
schrittenweizen hären von den den geburten
und sein es doch wahrlich zum tot-scheißen
“Gehns doch hin und lernens aus der Geschichte!“ Was könnten wir aus einer Geschichtsschreibung der jeweiligen Sieger denn lernen? Dass jedwede “Herrschaft” ihren Untertanen immer von oben herab auf den Kopf scheißt zum Beispiel. Manche dieser “Herrschaften” sind dabei so niveaulos, dass man meint, sie hätten einem von unten herab auf den Kopf geschissen. Wie man es auch dreht und wendet, es fällt doch auf, dass sich Regierung und Schwerkraft nicht zum Wohl aller auswirken. Das erkennt jedes Kind, das schon einmal eine Dokumentation über in Bäumen brütende Vögel gesehen hat. Da sind auch immer die in den unteren Etagen die Bekleckerten. Es kichert leis der Attentäter,
noch unentdeckt sind all die Toten,
das ist die Zeit der Irren und Idioten.
Erich Schmeckenbecher (Zupfgeigenhansel) – Wahnsinn im Mai (H. E. Wenzel)
Musik aus Salzburg 2019
Tuning Up widmet sich der aktuellen Salzburger Musikszene. Auszüge aus der letzten Ausgabe des Xtra Ordinary Samplers sind ebenso dabei wie ganz frisch veröffentlichte Tracks.
Mit dabei:
Lylit, Mr. Käfer, Please Madame, Elias Stemeseder u.a.
Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/404523.
PionierInnen der Zivilgesellschaft – neue Sendereihe ab Mai
Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden.
Robert Jungk stand dafür, Betroffene zu Beteiligten zu machen. „Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden“ – unter diesem Motto lädt die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen Pioniere und Pionierinnen der Anti-Atom, der Umwelt-, der Frauen-, der Menschenrechts- und Friedensbewegung sowie der Verkehrsinitiativen und der freien Kulturszene in Salzburg zu Gesprächen ein. Die JBZ will damit Erfahrungen an BürgerInnenengagement sichern, die in den vergangenen Jahrzehnten gesammelt wurden.

In einer Reihe von runden Tischen erfragen Birgit Bathic-Kunrath und Stefan Wally unter anderem die Motivationen für das Engagement und Erfolgserlebnisse wie Misserfolge der InterviewpartnerInnen. Die Mitschnitte werden für die Ausstrahlung auf der Frequenz der Radiofabrik aufbereitet und mit passender Musik ergänzt, wenn möglich nach Musikwünschen der Gäste. Sendezeit: immer am 1. und 3. Sonntag im Monat ab 21 Uhr
Themen und Gäste:

In der ersten Runde ist Heinz Stockinger, Mitbegründer der Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE) zu Gast. Der ehemalige Hochschullehrer für Französisch an der Uni Salzburg war und ist noch immer eine der treibenden Kräfte der Anti-Atomkraft-Bewegung in Salzburg und darüber hinaus.
E01 – Erstaustrahlung: 5. Mai, Wiederholung: Sonntag 7. Juli 21:00 Uhr

Der Soundtrack dazu: von der „1. Österreichische Anti-AKW-Platte“ und der LP „Künstler gegen Zwentendorf“ aus den Jahren 1977 und 1978 – Zeitdokumente in entsprechender Tonqualität.
Dazu noch etwas aus dem bretonischen Atomwiderstand und – bis zum Beginn der nächsten Sendung um 23:00 Uhr – knapp 30 Minuten Entdeckungsreise durch die französische Musik.
Die ganze Sendung ist zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive.
Das Interview gibts auch ganz ohne Musik:
58:46 Min. netto – Heinz Stockinger – Engagement gegen die Atomkraft
Podcast abonnieren: https://cba.fro.at/seriesrss/404024
OnDemand Player
“Im Engagement für Natur- und Umweltschutz – Hannes Augustin vom Naturschutzbund Salzburg im Gespräch” ist der zweite Runde Tisch. Der Biologe Augustin, ein Urgestein der Salzburger Zivilgesellschaft, ist ebenfalls seit Jahrzehnten aktiv. Unter anderem für die Erhaltung der Salzachauen, die Renaturierung der Salzach, gegen Atomenergie und für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, für umweltverträgliche Verkehrslösungen und den Erhalt der Salzburger Stadtlandschaften, ebenso für die Stärkung direkter Demokratie.
E02 – Erstaustrahlung: 19.Mai, Wiederholung: Sonntag 21. Juli 21:00 Uhr
Die Musik dazu: Drei weitere Stücke von der LP „Künstler gegen Zwentendorf“ von 1978, Reinhard Mey, und bislang ungehörte Variationen von „Oh du lieber Augustin“. Bis zum Beginn der 23:00 Uhr-Sendung folgen Ausschnitte von der 1vor12-Benefizplatte „Liebesgrüße aus Österreich“ gegen die Atomanlagen in Wackersdorf und Temelin aus dem Jahr 1987.
Die Sendung zum Nachhören:
auf der Website der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive.
Das Interview gibts auf Wunsch auch ganz ohne Musik:
70 Min. netto – Hannes Augustin – Engagement für Natur- & Umweltschutz
Podcast abonnieren: https://cba.fro.at/seriesrss/404024
OnDemand Player
„Salzburg – Stadt der Bürgerinitiativen. Wilfried A. Rogler über Bürgerproteste und das Engagement für Direkte Demokratie“. Der pensionierte PR- & Marketing-Manager engagiert sich seit 1981 in verschiedenen BürgerInnen-Initiativen, z.B. als Mitgründer der „Bürgerinitiative lebenswertes Schallmoos“, der Aktion “Bürger für Bürger”, in der Anti-Atombewegung und in den vergangenen Jahren vor allem in der „mehr demokratie!“-Initiative in der Stadt Salzburg.
E03– Erstaustrahlung: 2. Juni, Wiederholung: Sonntag 4. August 21:00 Uhr
Dazu Songs von Creedence Clearwater Revival, The Mamas & The Papas, den Querschlägern, den Beatles, Wolf Biermann und Queen. Sowie bis zum Beginn der Sendung um 23:00 Uhr Musik von den beiden Rolling Stones-Samplern Big Hits (High Tide And Green Grass) 1966 und Through the Past, Darkly (Big Hits Vol. 2) von 1969.
Die Sendung zum Nachhören jederzeit auf derWebsite der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive.
Das Interview gibts auf Wunsch auch ganz ohne Musik:
60 Min. netto – Wilfried Rogler – Salzburg – Stadt der Bürgerinitiativen
Podcast abonnieren: https://cba.fro.at/seriesrss/404024
OnDemand Player
„Gegen die Mülllawine – Günter Gorbach, Initiator der Salzburger Müllplattform.“ Der Senior Banker, Mediator des Bürgerbeirates Gartenau – ein Umweltvorzeigeprojekt für Anrainer und Industrie seit 1996 – war bis zum Jahr 2000 Sprecher der Salzburger Müllplattform und Vorstandsmitglied der Müllplattform Österreich. 
E04 Erstausstrahlung: Sonntag 16. Juni, 21:00 Uhr
Wiederholung: Sonntag 18. August 21:00 Uhr
Die Musikwünsche des bekennenden Eishockey-Fans: Hardrock! Bis zum Beginn der folgenden Sendung um 23:00 Uhr dann noch zwei Klassiker die genau so „jung“ sind wie der Interviewgast.
Die Sendung ab 16. Juni zum Nachhören auf der Website der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive.
Das Interview gibts ab Ende Juni auf Wunsch auch ganz ohne Musik:
50 Min. netto – Günter Gorbach – Gegen die Mülllawine
Podcast abonnieren: https://cba.fro.at/seriesrss/404024
OnDemand Player
Mittwoch 12. Juni 17:00 Uhr in der JBZ
Die Anfänge der Alternativkultur in Salzburg – Bernhard Handlbauer, Geboren 1956 in Freistadt, ab 1974 Studium der Psychologie, Psychopathologie und Psychiatrie an der Uni Salzburg. Mitbegründer der Bewegung für eine freie Kulturszene. Psychotherapeut, Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe in Salzburg.
Sendetermin: Sonntag 1. September, 21:00 Uhr
Mittwoch 26. Juni 17:00 Uhr in der JBZ
Frauenbewegung in Salzburg – Dagmar Stranzinger, langjährige Leiterin des Frauenbüros Salzburg.
Sendetermin: Sonntag 15. September, 21:00 Uhr
Herbsttermine:
Mittwoch 11. September 17:00 Uhr in der JBZ
Mobilität in Salzburg – Peter Haibach, Verkehrsplattform
Sendetermin: Sonntag 6. Oktober, 21:00 Uhr
Mittwoch 18. September 17:00 Uhr in der JBZ
Regionale Menschenrechtspraxis in Salzburg – Pepo Mautner von der Plattform für Menschenrechte.
Sendetermin: Sonntag 20. Oktober, 21:00 Uhr
Pepo mag Jazz und überlässt mir ein paar seiner Platten zu treuen Handen.
Mittwoch 2. Oktober 17:00 Uhr in der JBZ
Die Friedensbewegung in Salzburg – Ulrike Koushan, frühere Leiterin des Friedensbüros Salzburg.
Sendetermin: Sonntag 10. November, 21:00 Uhr
Die öffentlich zugänglichen Interviews finden in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen im Stadtwerk in Salzburg-Lehen, Strubergasse 18/2 statt. Anmeldung unter www.jungk-bibliothek.org/anmeldung
“Wie aus Betroffenen Beteiligte wurden” gehört zur Reihe „Projekte des Wandels“im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Geschichte der Partizipation in Salzburg. In Kooperation mit der ARGE Salzburger Erwachsenenbildung und dem Netzwerk Bildungsberatung Salzburg.
Fette Ratten
> Sendung: Artarium vom Sonntag, 28. April – Phantastische Tierwesen und wie man sie nicht schlechtreden sollte. Schlechte Gedichte sind sowieso eine Landplage. Schlechte Menschen aber erst recht. Als pensionierter Punkdirektor fühle ich mich durchaus dazu berufen, ein Plädoyer für die Freundschaft mit Ratten anzustimmen. Und zusammen mit dem Hasenobmann einige dieser Tiermetaphern zu hinterfragen. Oder wer hat Angst vorm bösen Wolf? Eben. Wenn man dazu noch in Betracht zieht, wie “unsere” Volksmärchen zustande gekommen sind, dann ist man ratzfatz immun gegen den blödbösen Missbrauch von Ratten und Rotkäppchen. Der braune Pöbel soll endlich den Volksmund halten, denn er stinkt aus demselben wie der berüchtigte tausendjährige Eierschas von der Stefanie Sargnagel. Da riechts nach Untergang!
Wir nehmen also ein in jeglicher Hinsicht sauschlechtes Gedicht (Warnhinweis: von der Lektüre des missgünstigen Machwerks kann einem tatsächlich schlecht werden) zum Anlass für eine etwas andere Betrachtung unseres Umgangs mit Ratten – und zum Ausgangspunkt einer Würdigung des allerschönsten Rattensprachbilds in der Lyrik des 20. Jahrhunderts: bei Georg Trakl. “Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor” hieß auch die entsprechende Sendung anlässlich seines 100. Todestags im Jahr 2014. Damit weisen wir auf zwei nicht ganz kleine Unterschiede hin: den Inhaltlichen (ob man das andere Lebewesen als solches ernstnimmt oder es bloß als Symbol für Propagandazwecke missbraucht) sowie den Formalen (ob man der deutschen Sprache soweit mächtig ist, dass man mit ihr richtig dichten kann, oder ob man sie bloß als Symbol für Heimatdümmelei benutzt). Nicht, dass wir hier den erigierten Zeigefinger vom Dr. Gscheitscheißer auspacken wollen, aber wir sind schon auch selbst Lyriker – und Niveau ist einfach keine Hautcreme. In einem Land zu leben, in dem Asylantenflut, Rattenplage, Sozialschmarotzer und Ungeziefer zum üblichen Sprachrepertoire gehören, ist mehr als nur bedrohlich…
Wie ich immer sage: Thomas Bernhard hat sich noch sehr zurückgehalten.
Euregio Jugendfilmpreis & die Trostberger Filmtage
Das Juvinale Nachwuchsfilmfestival bietet nicht nur für junge Erwachsene die Möglichkeit, sich und ihr Werk zu präsentieren. Auch die kleinsten Filmemacher*innen können Teilnehmen – am Euregio Jugendfilmpreis. Weiterlesen
Battle&Hum#96
Samstag 20.04.2019 (Stairway zum Nachhören)
Musik um den Heiland aus dem Grab zu locken, Hosianna in der Höhe!
the playlist:
DJ Ridi Mama’s Eier:
- 1. EsRAP (single ?) – der tschusch ist da
- 2. Brujeria (single ?) – viva presidente trump
- 3. Sateliti (single ?) – audi
- 4. Fadoul (habibi funk) – al zman saib
MC Randy Andy’s Rammler:
- 1. Beastie Boys (paul’s boutique) – egg man
- 2. Nirvana (bleach) – big cheese
- 3. Marilyn Manson (portrait of an american family) – cake and sodomy
- 4. Helge Schneider (es rappelt im karton) – scrapple from the apple
„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“ (Pipi Langstrumpf)
Vielkommen Osternreich
> Sendung: Artarium vom Osternsonntag, 21. April – Und Jesus sprach: “Macht irgendwas mit Hasen!” Oder wie wäre solch ein behoppeltes Auferstehungsfest sonst möglich gewesen? Verdanken wir es den Christen oder doch den Germanen? Oder irgendeinem lustigen Papst, der eine Vorliebe für irgendwas mit Eiern hatte? Die Kirchengeschichte war ja immer schon reich an bizarren Einfällen jenseits von Sinn und Verstand, also versuchen wir diesmal auch eine “etwas andere” Deutung: Von den Germanen über den “deutschen” Papst bis hin zu Rammstein. O du mein Osternreich, ich bezwetschkige mich vor jedem Obstgarten! Dein ist das Dings und das Bums in Ähnlichkeit, Hasen. Wir senden das Frühlingsfest des Eierlikörs aus der Alpenfestung der guten Laune. Und jetzt Andacht an den Empfängnisgeräten!
Wie wir aus unserer langjährigen Befassung mit der abendländischen Popkultur gelernt haben, geschieht längst nichts mehr Neues unter der Sonne. Aber es gibt noch unendlich viele Möglichkeitsformen, das Vorhandene in immer neue Zusammenhänge zu stellen, um ihm dergestalt unbekannte Bedeutungen zu entlocken. Und genau das wollen wir hier und jetzt tun. Denn die einzelnen Beiträge, etwa von Tommy Krappweis (Hasen), von Hagen Rether (Papst) oder von Klaus Kinski (in der Fassung von Seid was ihr wollt als “Kinskis Villon” bekannt) haben wir allesamt schon zur einen oder anderen Gelegenheit gespielt. Nur dieses Mal ergeben sich bislang unentdeckte Betrachtungsweisen durch Beiziehung aktueller Ereignisse. So hat der Ratzinger Sepp (als inzwischen “emeritierter” Ex- oder halt irgendwie noch Zweit-Papst) kürzlich festgestellt, dass die sexuelle Revolution der 68er für das Missbrauchssystem in der katholischen Kirche verantwortlich ist. Brimborium in senilis trullala? Oder wie meine Fußpflegerin sagt: “Das Grundproblem ist das Bedürfnis so vieler Menschen, lieber etwas zu glauben als sich wirklich auszukennen.” Aber was reg ich mich auf… Spannen wir doch einen Bogen von der Zwangschristianisierung der Ureinwohner über die Kondomwerbung in Polen bis hin zur allerkünstlichsten Lufterregung der letzten Tage, dem Rammstein-Video “Deutschland” (hier über einen Zeitungsartikel aus der Schweiz, um die feuilletonweite Schnappatmerei zu umschiffen). Jössasna!
Hat es noch nie einen Diskurs gegeben? Hat sich auch Geschichte nie ereignet? Schlag nach beim Slowenen oder “Kärnten deibt bleutsch!” Lauter Luftnummern zwecks Auflage und Einschaltquote. Was lässt sich sonst noch sagen? Osternreich ist eine theologische Seppublik – und wir wünschen euch trotz alledem frohe Eier!
