Übernachtungsbörse

Die JUVINALE ist ein internationales, studentisches Nachwuchsfilmfest. Da das Börserl bei jungen Filmemacher*innen nicht immer ganz so locker sitzt, aber auch aus Gründen des Kennenlernens von „Leidensgenossen*innen“ haben wir eine kleine Übernächtigungsbörse für dich eingerichtet. Weiterlesen

PionierInnen der Zivilgesellschaft – Hannes Augustin vom ÖNB

In dieser Veranstaltungsreihe der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) über die Geschichte und Entwicklung der Salzburger Zivilgesellschaft war Hannes Augustin vom Österreichischen Naturschutzbund (Bildmitte) zu Gast. Das Interview mit ihm führten Birgit Bahtic-Kunrath (im Bild links) und Stefan Wally (im Bild rechts) von der JBZ.
Das Ergebnis des  zweiten Runden Tisches in dieser Reihe (nach Heinz Stockinger) und Musik – insgesamt zwei Stunden – sind in der Wiederholung am Sonntag 21. Juli ab 21:00 Uhr auf der Frequenz der Radiofabrik (sowie jederzeit auf der Website der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive nach)zu hören.

Der Biologe Augustin, ein Urgestein der Salzburger Zivilgesellschaft, ist so wie Heinz Stockinger ebenfalls seit Jahrzehnten aktiv. Unter anderem für die Erhaltung der Salzachauen, die Renaturierung der Salzach, gegen Atomenergie und für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, für umweltverträgliche Verkehrslösungen und den Erhalt der Salzburger Stadtlandschaften, ebenso für die Stärkung direkter Demokratie.

Der Soundtrack zu dieser Sendung: Drei noch nicht in der vorigen Ausgabe gespielte Stücke von der LP „Künstler gegen Zwentendorf“ aus dem Jahr 1978, Reinhard Mey und bislang ungehörte Variationen von „Oh du lieber Augustin”.

 


Bis zum Beginn der folgenden Sendung um 23:00 Uhr folgen Ausschnitte von der 1-vor-12-Benefizplatte „Liebesgrüße aus Österreich“ gegen die Atomanlagen in Wackersdorf und Temelin aus dem Jahr 1987.

 

Die Sendung zum Nachhören:
auf derWebsite der Radiofabrik und im cultural broadcasting archive. 
Das Interview gibts auf Wunsch auch ganz ohne Musik:
70 Min. netto – Hannes Augustin – Engagement für Natur- & Umweltschutz
 
Podcast abonnieren: https://cba.fro.at/seriesrss/404024
OnDemand Player

Es muss weitergehn

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 19. Mai – Eine der besten Nummern der letzten 20 Jahre ist “Es muss weitergehn” von Josef Hader. Ein feines Beispiel für Satire in Reinkultur, jenes “Entstellen der Wirklichkeit bis zu ihrer Kenntlichkeit” oder wie auch immer Brecht oder wer auch immer das so bezeichnet hat. Der kurze Text über das leidige “schneller, höher, weiter” einer sich hemmungslos “ewigem Wachstum” hingebenden Gesellschaft funktioniert vielleicht auch deswegen so zielsicher, weil er bis zum Schluss die Balance hält – zwischen Lachen und “im Hals stecken bleiben”. Das ist die große Kunst des Josef Hader. Sowie die schlicht nicht mehr steigerbaren Formulierungen wie etwa “handgeschnitzte Pommes Frites um 5.000.- Schilling”. Heute würde man “um 500.- Euro” sagen – und damit den gleichen Effekt erzielen.

weitergehnDoch die solcherart entstellte Wirklichkeit holt mittlerweile ihre eigene Übertreibung spielend ein, wie ich in einer Gastrokritik aus dem aktuellen “profil” erfahren musste. Da wird derart dekadent von getrocknetem Karottenpapier, Parmesaneis und Spargeltexturen mit Estragonparfum schwadroniert, dass als Steigerung nur noch die berühmten Otternasen aus “Das Leben des Brian” vorstellbar sind. Wie sang schon Wolfgang Ambros: “Wie hört des auf, wie wird des weitergehn?” Womöglich hilft Humanismus? Doch auch diesbezüglich (Rindsgulasch) werden wir vom Großmeister des Abgründigen eines Schlechteren belehrt: “Humanismus is, doss ma scho schaut, wos geht – ober ned gonz so.” Na wunderbar. Was für einen Reim können wir uns denn dann machen – auf einen Weltzustand, der in wechselfiebrigen Anfällen absehbar auf den Abgrund der eigenen Vernichtung zusteuert? Mit all der Collagenkunst, die uns noch geblieben ist im einstweiligen Zwischenlager für die hintersinnige Gegenkultur? Mischen wir Apocalyptica, Nina Hagen, Rammstein, Slavoj Žižek und Armin Wolf dazu, sowie einen der letzten musikalischen Verfechter des emotionalbiographischen Selbstweiterentwickelns, den guten Roger Waters

Wenn das nicht zum Überlebenscocktail gereicht, dann geht sich doch immerhin ein geschmeidiger Abgang aus. Letztendlich heißt es ja wohl: “The Show must go on”

 

„Die-In“ – Zum Sterben auf die Staatsbrücke

An die 50 AktivistInnen der Fridays for Future (FFF) Bewegung in Salzburg blockierten am Samstag 11.05. kurz nach 11.00 Uhr  vormittags mit einem sog. „Die-In“ die Staatsbrücke. Unterstützung bekamen sie dabei von der noch jungen, aber bereits wegen ihrer Radikalität und ähnlichen Aktionen in London, Berlin, Wien bekannten Extinction Rebellion (XR).

Ziel der Aktion war es, erneut öffentlich auf die verheerende Klimasituation aufmerksam zu machen und Auswirkungen und Bedrohungen durch die ökologische Krise deutlich zur Schau zu stellen. Die AktivistInnen „starben“ symbolisch an auf der Brücke entlang symbolischer Thermometer-Markierungen mit jeweils 1-4 Grad Celsius Klimaerwärmung. Gleichzeitig blockierten die „Gestorbenen“ die Fahrbahn des Individualverkehrs.

Mit Parolen wie „Respect existence or expect resistance“ und „Bei den Banken sind sie fix, für das Klima tun sie nix“ wurden die zentralen Punkte der Fridays for Future-Bewegungen weltweit dargestellt und eine mutige Umweltpolitik in Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Ziel gefordert.

Eine ökologische und soziale Verkehrswende ist dafür unabdingbar. Diese kann nur durch bindende politische Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen geschehen.

Hinter der Aktion stehen deshalb auch die Forderung nach einem sofortigen und umfassenden Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie der Rück- und Umbau der Automobilindustrie unter Einbindung der Beschäftigten.
Für eine Stadt der kurzen Wege, mit leistbarem Platz für Menschen, nicht für Autos!

Fridays for Future Salzburg
https://www.fridaysforfuture.at/initiatives/salzburg
https://www.facebook.com/fridaysforfuturesalzburg/

Extinction Rebellion
http://xrebellion.at/
https://www.facebook.com/groups/322229975276997/

Nachlesen:  was ist & worum gehts bei Extinction Rebellion?
http://www.taz.de/Neuer-Protest-von…/!5584839/

science communication – in English

Science communication is very important, particulary in times of fake news and denial of scientific facts. In this program you will hear statements and details from lectures and workshops recorded on the EASEA (EUropean Science Engagement Association) conference in Vienna (May 2019). Responsibility and purpose of science and science communication in our society are discussed.

Next broadcasts:

May 20., 16:00-17:00
May 30., 21:00-22:00

 

Eine Stunde mit Fredl Fesl

> Sendung: Artarium zum Muttertag am 12. MaiWer hats erfunden? Ursprünglich wollten wir (dem Anlass entsprechend) Auszüge der bei Trikont erschienenen Gesamtausgabe Ton von Karl Valentin/Liesl Karlstadt vorspielen. Doch ungeachtet solch ewiger Lieblingswortschöpfungen wie Semmelnknödeln, Wrdlbrmpfd oder “Herr Rembremadeng” waren die darauf findlichen Aufnahmen schon sehr im Seinerzeitkontext verhaftet. Weshalb wir eine Generation weiter sprangen und den ebenso urbayrischen Liederdichter und Geschichtenerfinder Fredl Fesl für unsere Albumpräsentation auswählten. Der steht nämlich auf vieler Leihweise in der Tradition des großen Absurdisten Valentin – und inspiriert auch heute noch aktive Volksbarden wie etwa den aushängigen Christoph Weiherer.

Fredl FeslUnd ganz im Gegentum zu einem akuten Volksquatschbeschunkler (dessen Namen ich hier allein schon aus gesundheitlichen Gründen nicht erwähnen will) ist der Fredl Fesl mit dem Großen Karl-Valentin-Preis ausgezeichnet worden (nicht bloß mit einem lulligen Faschingsblech). Vielmehr überreichte der legitime Valentin-Nachfolger Gerhard Polt (Nikolausi) ihm den renommierten Preis in Form von einem “Trumm”, das sich bei näherer Betrachtung als rostiges Türschloss herausstellte. Worin dann jetzt also der angesprochene Unterschied zwischen ernster Komik und einfach nur deppertem Kommerz besteht, das möge ein jegliches bittesehr diesem schönen Bericht entnehmen. Ach ja, die unschuldigen 70er, als die “Sowosamaneger” noch keine rassistischen Assoziationen erregten – und der erwähnte Volkshupfdudler auch noch nicht geboren war. Damals, auf dem Höhepunkt der deutschen Folk-Bewegung, wurde “die Volksmusik” ihrem Verhaftetsein in Nazitum und Spießermief entrissen, Freddy (Quinn, nicht Queen) dagegen war schlicht Schlager und mithin industrielles Massenzeugs fürs geölte Einfaltsreich. So ist das eine also etwas völlig andreas als das andere. Bleibt noch zu erwähnen, wie kunstreich und humorvoll der Fredl Fesl die alpenländische Tradition des Jodelns aus dem Bierdunst der Zeltfetten befreit hat:

In seinem Vortrag “Ein ländliches Problem” (den wir in der Signation zitieren) jodelt er sich am Schluss derart schwindlichmachend weg, dass es unsereinem (oder auch zwei) schier die Synapsen sprengt. Die Krönung in seinem Mundart-Overflow ist und bleibt allerdings “Huitidliti, Huitidliti”, wahrlich ein Prachtwerk der Sprachkunst, das eben auch Karl Valentin zu aller Ehre gereicht…

 

Female Power

In Tuning Up wird diesmal ausschließlich Musik von und mit Frauen vorgestellt.
Und noch dazu nicht älter als ca. ein Jahr.

Mit dabei sind Lylit, Billie Eilish, Nilüfer Yanya. Katharina Ernst, Ashley Fure, Caecilia Norby u.a.

#Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/405155.

Auf den Kopf geschissen

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 10. MaiMüssen wir den Umstand des “von oben herab bestoffwechselt werdens” denn wirklich so drastisch darstellen? Ja, unbedingt müssen wir das! Wo sich Thomas Bernhard noch vornehm zurückgehalten (der alte Untertreibungskünstler) und sich etwa in Wittgensteins Neffe “auf den Kopf machen lassen hat”, da können wir angeriechs derzeitigen politischen Würsteltums nicht anders, als explizit von beschissen, geschissen und verschissen ein Reden zu sein. Wollten wir die herrschenden Zuständ weiter be- und verdichten, so müssten wir wohl bald auch zerschissen sagen. Der auslösende Anlass zu dieser Sendung und ihrem Titelen war jedoch die Kreuzigungsgruppe von Alfred Hrdlicka, welche inzwischen auf sehr spezielle Weise diesen Grundgedanken versinnbildlicht.

Auf den Kopf geschissen 1Ein Künstler ist eben immer auch Prophet, der weithin unbemerkte gesellschaftliche Entwicklungen feinfühlig vorweg wahrnimmt und diese in seiner Arbeit ausdrückt. Ursprünglich waren die Skulpturen für einen Neubau der Salzburger Polizeidirektion gedacht gewesen, doch der damalige Polizeidirektor verhinderte solch eine Zumutung des hinterfragenden Denkens im Weichbild “seiner” Behörde. Dafür steht dort heute ein wirrer Haufen mutmaßlicher Mikadostäbchen herum. Was uns der Künstler wohl damit sagen will? “Wer sich zuerst bewegt hat verloren” vielleicht. Die Kreuzigungsgruppe jedenfalls wurde hinter der Naturwissenschaftlichen Fakultät aufgestellt, wo auch sehr viele Vögel unterwegs sind. Und die haben den drei Figuren in all den Jahren ordentlich auf den Kopf geschissen, was unserem Sendungstitel ja nur recht sein kann. Denn von oben herab kommt meist Scheißdreck übers Volk…

Küssdiehandke!

Auf den Kopf geschissen 2Und wie verschissen sie dann sind. Kunst dient nicht der Verklärung von Herrschaft und Hierarchie. Da wäre sie ja bloßes behübschendes Auftragshandwerk. Vielmehr muss Kunst der Anstiftung zum Denken und Empfinden dienen, und das all jenen gegenüber, die ihr ausgesetzt sind. Womit wir auch geklärt hätten, was Kunst ist – und was weg kann. Folglich wollen wir wieder einmal die Sprachkunst von Ernst Jandl feiern, aus der mannigfache Anregungen zum kreativen Umgang mit der eigenen herrühren: neunzehnscheißhundertsiebenundsiebzigscheiß
scheißneunzehnhundertscheißachtundscheißsiebzigscheiß
so es sein aufbauen sich der scheißen leben
schrittenweizen hären von den den geburten
und sein es doch wahrlich zum tot-scheißen

aus Ernst Jandl – Von Zeiten

Auf den Kopf geschissen 3“Gehns doch hin und lernens aus der Geschichte!“ Was könnten wir aus einer Geschichtsschreibung der jeweiligen Sieger denn lernen? Dass jedwede “Herrschaft” ihren Untertanen immer von oben herab auf den Kopf scheißt zum Beispiel. Manche dieser “Herrschaften” sind dabei so niveaulos, dass man meint, sie hätten einem von unten herab auf den Kopf geschissen. Wie man es auch dreht und wendet, es fällt doch auf, dass sich Regierung und Schwerkraft nicht zum Wohl aller auswirken. Das erkennt jedes Kind, das schon einmal eine Dokumentation über in Bäumen brütende Vögel gesehen hat. Da sind auch immer die in den unteren Etagen die Bekleckerten. Es kichert leis der Attentäter,
noch unentdeckt sind all die Toten,
das ist die Zeit der Irren und Idioten.

Erich Schmeckenbecher (Zupfgeigenhansel) – Wahnsinn im Mai (H. E. Wenzel)