Obsessed with Home

Perlentaucher Nachtfahrt am Freitag, 13. Februar um 22:06 Uhr – Wir wollten schon lange einmal eine Sendung mit dem Wort “obsessed” machen – und hier ist sie. Denn – warum auch immer – das englische “obsessed” bringt eine Fülle von nicht ganz bis ins Detail fassbaren Zwischentönen und Schattierungen hervor, ganz anders als der deutsche Bedeutungsreigen rund um besessen, heimgesucht, vereinnahmt und so fort. Recht ähnlich verhält es sich mit dem englischen “home”, das unserem Gefühl nach in seiner Bedeutungsvielfalt weit über seine deutschsprachigen Entsprechungen wie zum Beispiel Daheim, Zuhause, Lebensmensch, Geborgensein, Zugehörigkeit oder Selbstübereinstimmung (“I feel at home with myself”) hinaus geht. Diese beiden Bedeutungslandschaften wollen wir am Lebensort unserer Sprachwelt verschmelzen.

Obsessed with HomeSind wir denn wirklich daheim dort, wo wir aufgewachsen wurden – und wie würde sich das anfühlen? Gibt es einen Ort in der Welt (ein Biotop, einen Lebensort), an dem wir unser Daheimsein festmachen oder neu begründen können? Oder ist dieses “You’re at home, baby” gar nicht so leicht an einem geographischen Ort (in der Welt dort draußen) zu finden? Und überhauptHeimat. Was soll das bedeuten, wenn ein Kind von Heimatvertriebenen sich – zwar ahnend, aber noch nicht verstehend – in einem Pflichtschulfach namens “Heimatkunde” wiederfindet? Sind die konzentrischen Kreise des Entdeckens der “Heimatstadt” ein von einem inneren Bedürfnis heraus geschehendes Bejahen dessen, was der höchst fragwürdige Heimatbegriff uns allen auferlegt – oder wohnen dem gesamten Vorgang die unausgesprochenen Wünsche der verhaltensverordnenden Vertreter*innen der Herrschaftsgesellschaft nach reibungsfreier Eingliederung in das zutiefst hierarchisch verfasste System inne?

Obsessed with HomeWie hätte so etwas jemals gelingen können?

“Bitte, bitte, halt mich fest!” oder “Hilfe! Ich will aussteigen!” Und sogleich kommen wir zu weiteren Antworten vieler Menschen auf die Frage, was für sie Heimat (im weitesten Sinn) oder eben “wo daheim sein” ausmacht. Dabei geht es in sämtlichen Variationen immer ums “Halt finden, Halt bekommen, von jemandem gehalten werden”. Sinngemäß heißt es da oft: “Heimat ist für mich dort, wo man mich, so wie ich bin, aufnimmt.” Also: “Wo man mich, so wie ich bin, annimmt.” Interessanterweise entspricht das genau der Definition von einem zwischenmenschlichen Vertrauensverhältnis, wie es etwa zwischen Therapeuten und Klienten notwendigerweise entstehen muss, damit in der sich anvertrauenden Person eine emotionale Selbstregulation stattfinden kann und davon ausgehend die brachliegenden Ressourcen zur Problembehandlung (wieder) genutzt werden können. Wenn also das Problem Heimatlosigkeit ist (und im englischen Wort “homeless” ist auch Wohnungs/Obdachlosigkeit enthalten), dann beginnt der Lösungsweg, liebe Mangelverwalter, nicht in der “Zurnummermachung” des Menschen als Problemfall – sondern in seiner bedingungslosen “Umarmung”.

Obsessed with HomeHier und jetzt, wo uns unterwegs so viele begegnen, deren Bedürfnis nach Berührung, nach wertfreiem, absichtslosem und unmittelbarem Kontakt, nach einem echten Dialog auf Augenhöhe, nach Vertrauen und Respekt hinter einer Schutzschicht aus Unberührbarkeit verborgen ist, wollen wir schon einmal feststellen, dass man tatsächlich in sich selbst spürbar mehr beheimatet ist, wenn man dieses Maskenspiel des “Geht mich alles nichts an” eben nicht mitspielt, sondern geradezu gegen den Strom der scheinbaren, der vermeintlichen, der sich aufdrängenden Vereinzelung aller seine eigenen lebendigen Gefühle und Bedürfnisse nach Berührung und Resonanz unter die Leute bringt, etwa in Gestalt eines Lächelns, eines Grußes, eines wohlwollenden Blicks. Die Antwort wird nicht ausbleiben – auch wenn sie nicht immer sofort erfolgt. Und sie wird, in welcher Form auch immer, sagen: “Wie schön, dass wir miteinander verbunden sind.” In diesem IN BETWEEN zuhause sein … jetzt auch im Das Kino.

 

Obsessed with “Home is where the heart is …”

 

lt2502-wellen

WELLEN

Wellen begleiten uns überall und treten in verschiedensten Formen auf: Wasserwellen, Schallwellen, ja sogar als Gravitationswellen, über die wir ja schon in einer unserer Sendungen berichtet haben.

Und natürlich gibt es auch elektromagnetische Wellen, ohne die Sie diese Sendung wahrscheinlich gar nicht empfangen und hören können.

Über die Vielfalt der Wellen und deren Eigenschaften werden wir uns in dieser Sendung unterhalten.

Aussendung: 6.2.2026 18:00 auf den Kanälen der Radiofabrik Salzburg

IN BETWEEN

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 8. Februar – Nachdem wir nun (völlig zu Recht) mit der ausgezeichneten Gedenkkultursendung “Unzerstörbar” zum 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert waren, denselben dann aber leider doch nicht gewonnen haben (warum auch immer) und jetzt am Montag, 16. Februar um 19 Uhr die Premiere unseres Dokumentarfilms “IN BETWEEN” im Das Kino stattfinden wird, sind wir auch in dieser Hinsicht (was die öffentliche Wahrnehmung unserer Arbeit anbelangt) im wahrsten Sinn des Wortes “dazwischen” oder eben “im Between”. Da bietet es sich naturgemäß an, wieder einmal so richtig innezuhalten und zu schauen, was dieses “kreative Kraftfeld” zwischen uns beiden eigentlich ausmacht und … was für eine “Zwischenwelt” wir da immer wieder erleben, gestalten und darstellen.

IN BETWEENUm diese Selbstbespiegelung auch für das unsichtbare Publikum auf unterhaltsame Weise stattfinden zu lassen und dem geheimnisvollen “Between” sowohl von innen wie auch von außen näher zu kommen, laden wir Carla Stenitzer zu uns ins Kunnstbiotop ein. Im Gespräch mit ihr werden sich nicht nur die für uns unsichtbaren Aspekte des gemeinsamen Radiomachens erhellen, sondern darüber hinaus auch die gesundheitsfördernden gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Experimente im nichtkommerziellen Umfeld eines wirklich freien Radios. Zitat aus unserem Film: “Freies Radio ist eine Notwendigkeit in diesem ganzen … Gebräu aus politischen Interessen, kommerziellen Interessen und Quotennotwendigkeiten …” Und überhaupt: “Freies Radio ist das, wo der Mensch sein kann, wer er ist … und das machen (kann), was er ist.” Dem wollen wir in dieser Sendung auf den Grund gehen.

Gleichzeitig finden wir uns dabei auch im Bereich des Nichtdefinierbaren wieder. Ein Großmeister der Innenweltbeobachtung, Peter Gabriel, hat dies in der Einführung zu seinem Song “Secret World” bei einem Livekonzert in Tinley Park so ausgedrückt: “Sometimes people collect together. But two people merge together sometimes so close that you can’t see any space in between. And all of a flash … little pockets appear … little cracks … and a little rumble in the distance … this we could describe as the secret world.” Genau um dieses öffentliche Geheimnis geht es auch in unserer Arbeit:

 

A secret world …

 

Bluescafe 7

Auch im Jahr 2026 wird das Bluescafe gepflegt und zum kleinen Schwarzen kommt vielleicht das kleine Goldbraune dazu – Interpretationen offen!

Was die Interpretationen betrifft, so haben sich diese zumindest mal auf die Originale konzentriert, auch wenn manche meinen, das wäre was für Schlafmützen, die sich „in the pines“ aufgehalten haben.

Also für die historisch informierten bzw. sich informieren wollenden hier die Vortragenden:

Bessie Smith, Leadbelly, Blind Lemon Jefferson, Mahalia Jackson, Muddy Waters, Jimmy Reed, Robert Johnson, Mack Rice und J.J. Cale.

Nachzuhören unter: https://cba.media/757116

 

Das Leben geht weiter

Sendung: Artarium vom Sonntag, 25. Januar – Aus gegebenem Anlass wiederholen wir diesmal unsere Sendung vom 27. April 2025 mit dem Titel “Unzerstörbar”. Mit ihr wurden wir vor einiger Zeit für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert und die Verleihung desselben findet jetzt am Donnerstag, 22. Januar im ORF-RadioKulturhaus statt. Im DrehPunktKultur erschien unlängst ein Bericht darüber, was uns “hinter den Kulissen” bei der Gestaltung dieser Sendung noch beschäftigte. Denn wiewohl sie sich mit dem Gedenken an die Salzburger Bücherverbrennung von 1938 auseinandersetzt, beleuchtet sie das Leben jener “Nachgeborenen”, die den Nationalsozialismus gerade nicht mehr selbst erlebt haben, jedoch von seinen Folgen betroffen sind.

Das Leben geht weiterWir erinnern uns noch gut an die Begegnung der Generationen, die wir gemeinsam mit Marko Feingold am jüdischen Friedhof und in der Salzburger Synagoge inszeniert und als ein bleibendes Dokument für das Archiv der Freien Radios aufbereitet haben. Jetzt, wo die letzten Überlebenden allmählich aussterben”, ist es an der Zeit, die Aufgabe des Bewahrens und des Erzählens dieser Geschichte(n) an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Denn was die Kinder und die Enkel und bald auch die Ur …und so weiter… enkel in ihrem jeweiligen Leben antreffen, das ist eingefärbt und geprägt von dem, was ihre Vorfahren erzählt, verschwiegen oder umgedeutet haben. Das Ringen ums eigene Überleben inmitten von all den Leerstellen in den Familiengeschichten qualifiziert uns zu “Zeitzeugen der nächsten Generation”. Und damit ist auch die Möglichkeit verbunden, unsere “Leerstellenforschung” als Geschichte(n) weiter zu erzählen.

Ob und wie wir diese Chance für uns nutzen, ob und wie wir unser Leben für die Mitwelt fruchtbar machen, ob und wie wir dabei Schmerz und Lust erleben (und uns erlauben, auch zu zeigen, was wir fühlen), das bleibt der freien Entscheidung jeder und jedes einzelnen überlassen. Und, um der verbreiteten Angst vor Leerstellen, leeren Räumen oder der Leere an sich entgegenzuwirken, die Theaterpädagogin Peetra Jendrzejek prägte den Begriff des “kreativen Vakuums”, der bedeutet, dass jede noch offene Frage eine Sogwirkung zu ihrer eigenen Beantwortung entfaltet.

 

Und wir, die wir leben, sind schöpferische Wesen, die (auch unbewusst) antworten.

 

Battle&Hum#157

Samstag 20.12.2025 (Stairway zum Nachhören)

We hear dead people!

 

MC Randy Andy’s dead people:

  1. Pere Ubu (the modern dance) – non-alignment pact
  2. DÖF (same) – arafat
  3. Gang of Four (entertainment!) – love like anthrax
  4. New York Dolls (same) – looking for a kiss

 

DJ Ridi Mama’s Leichenschmaus:

  1. The Stone Roses (second coming) – love spreads
  2. Molden, Resetarits, Soyka, Wirth (yeah) – bad language
  3. Jimmy Cliff (wonderful world, beautiful people) – vietnam
  4. Marianne Faithfull (broken english) – working class hero

 

„Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2 Korinther 3, 6)

 

 

Zur Abstimmung folget dem LINK!

 

Z‘breesld

Battle&Hum #157 am Samstag, 17.01.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Entfleischung!

Jetzt ist schon wieder wer gestorben, es wird überhaupt zu viel gestorben. Die ganze Welt ist ein Gräberfeld. Wie jedes Jahr im Jänner halten wir Rückschau auf dieses Gräberfeld und graben aus den frischen Gräbern nochmal die toten Musiker:innen aus. Wer hat aller ein Bankl grissen? Kommt anscheinend von: die Totenbank (Brett, Bahre) anreißen, also anzeichnen, abmessen. Meine persönliche Lieblingsumschreibung von Sterben ist: den Holzpyjama anziehen, das klingt so richtig gemütlich.

Wir von Battle&Hum sind immer so positiv gestimmt und finden es durchaus passend das neue Jahr mit dem Tod zu beginnen. Wir lassen ein paar Künstler:innen noch einmal zu Gesang kommen oder hören uns Songs an, die wir uns normalerweise vielleicht gar nicht anhören würden. Den Ausdruck „zerbröselt“ (zbreesld) finde ich auch ganz gut. Kann sich wer an Avengers: Infinity War erinnern? Da zerbröselt es die halbe Menschheit, die zerfallen durch ein Fingerschnippen von Thanos zu Staub.

Sich verbrennen lassen ist, glaub ich,  eine passable Form der Bestattung. Da wird man nicht von Würmern und Maden gefressen. Sicher nicht so grauslich das Verbrennen. Kein Verwesungsgestank, aber gut, zwei Meter unter der Erde riecht das eh keiner. Also Asche zu Asche. Einzig der Bestattungsmethode der Parsen kann ich noch was abgewinnen: die legen ihre Toten in sogenannte „Tower of Silence“ und lassen die Leichname von Geiern und Raben auffressen. Recycling durch Wirbeltiere, Vogelschiss gibt auch guten Dünger.

Jetzt drope ich noch ein paar Namen die am kommenden Samstag (17.01.2026), ab 22:00 live aus den heiligen Hallen der Radiofabrik, wahrscheinlich zu Gehör gebracht werden. Straight outta Arbeitsgemeinschaft Nonntal.

DJ Ridi Mama nimmt sich vielleicht Peter, Paul and Mary an, Peter Yarrow ist gestorben. Oder wird es doch Marianne Faithfull, die den Löffel mit 78 abgegeben hat? Mit Puppen hat er auch immer gerne gespielt, der Michael: David Johansen von den New York Dolls hat ins Gras gebissen. Obwohl, ich vermute Michael wird als alter Freizeitwiener was von Walther Soyka spielen. Ach ja, Ozzy Osbourne ist auch in die ewige Dunkelheit eingegangen aber dem wurde schon zu Genüge gehuldigt.

Ich muss etwas gestehen: ich kannte Pere Ubu nur so vom Hörensagen und muss sie nun, durch den Tod von Frontmann David Thomas zu meinen persönlichen großartigen Neuentdeckungen 2025 zählen. Davon kommt ganz sicher etwas… Auch ein Großer des Austropop hat die Patschen aufgestellt, Manfred Tauchen. Der legendäre Jazz Schlagzeuger Jack DeJohnette hat die Sticks ebenso für immer zur Seite gelegt. Seid froh dass sich eine lange Jazznummer in unserem Format nicht ausgeht! Ich würde euch nicht verschonen. Mit Jimmy Cliff und Chris Rea sind ebenfalls noch zwei Musikgrößen am Jahresende verschieden. Mögen wir uns nicht am Weg zur Hölle befinden! Gesundheit!

MC Randy Andy

 

Veröffentlicht unter Teaser

Wie klingt Afghanistan?

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 18. Januar – Zwei Biertrinker unterhalten sich während einer Veranstaltung namens “Afghanistan-Abend” und geraten dabei rund ums eigentliche Thema in ihre ureigensten Betrachtungsweisen. “Suchanfragen im Internet geben die kollektive Unwissenheit wieder.” Ein Schlüsselsatz aus diesem urkomischen Kopftheater, der uns hilft zu verstehen, auf welch oft verschlungenen Wegen sich Wissen, Halbwissen und Unwissen, vermengt mit Emotionen und stets in Weiterentwicklung begriffener Erinnerung, zur Vorstellung von etwas werden, von dem man dann glaubt, dass es genau so ist, wie man es jetzt gerade gesagt hat. In dem Hörspiel “Wie klingt Afghanistan?” von Thomas Glatz lässt sich eindrucksvoll und unterhaltsam nachvollziehen, wie und woraus “Für wahr gehaltenes” entsteht …

Wie klingt Afghanistan?Das Afghanistan-Thema gerade jetzt aufzugreifen hängt mit dem Umstand zusammen, dass mein Kollege Christopher Schmall und ich selbst für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert sind und dass die Rede zum Preis heuer von einer beeindruckenden Frau gehalten wird, und zwar von Manizha Bakhtari, Botschafterin in Österreich und Tochter des großen afghanischen Literaten Wasef Bakhtari. Der exzellente Dokumentarfilm “Die letzte Botschafterin” begleitet die kämpferische Diplomatin, die sich für Frauenrechte und Demokratie in ihrer Heimat einsetzt und die sich nach wie vor standhaft weigert, das Taliban-Regime auch nur im entferntesten als eine “Regierung” anzuerkennen. Auf ein offizielles Entlassungsschreiben des inzwischen von den “Terroristen” (wie sie die Taliban öffentlich nennt) geführten Außenministeriums reagierte sie so: “Tja, mein Herr, ich nehme keine Befehle von ihnen an, auch nicht von ihrem islamischen Emirat.”

Die letzte BotschafterinAls ich diesen Film auf Einladung vom Wolfgang Tonninger in der match.box zum ersten Mal sah, war ich gerade so sehr mit mir als 11-jährigem beschäftigt, der den Tod seines Vaters noch nie wirklich betrauern und verarbeiten hatte können, dass ich ihn regelrecht “links neben mir sitzen” spürte. Und als wir beide diese sehr lebendige Frau dabei beobachteten, wie sie immer weiter kämpfte und nicht aufgab, dabei aber nie ihre “gefährlichen” Gefühle wie Angst, Trauer und Zweifel am Sinn des ganzen unterdrückte und wie sie dann noch beim Begräbnis ihres Vaters öffentlich weinte, während sie ein Gedicht von ihm vorlas, da wurde uns beiden klar, dass wir damals genau so eine Mutter gebraucht hätten, die unserer Wut, unserer Verzweiflung und unserem Zusammenbruch standhalten würde und die nicht ausweichen, nicht ablenken und nicht mit ungeeigneten Mitteln wie Geld, Geschenken und erregter Betriebsamkeit versuchen würde, drüber hinweg zu trösten. Uns stiegen Tränen in die Augen. Tränen des Bedauerns, dass wir das damals nicht erlebt hatten. Und Tränen der Freude, dass auf ein Mal ein so deutliches Gegenbild zu einer im wahrsten Sinn verrückten (von uns und unserer Welt und vom Leben massiv ver-rückten) Person, die wir als Mutter gehabt hatten, vor uns erschien.

 

Ein kleiner Vogel flog, als der Wald brannte, mit einem Schnabel voll Wasser immer wieder vom Fluss zum Feuer und wieder zurück. Damit könne er doch den Waldbrand nicht löschen, sagten die anderen Tiere zu ihm. „Es ist das, was ich tun kann. Das gibt mir das Gefühl, etwas bewirken zu können – und nicht nur ohnmächtig zuzuschauen.“ Ob der Waldbrand auf diese Weise erfolgreich bekämpft werden kann, das ist eine andere Frage, ergänzt Manizha Bakhtari diese Geschichte (die sie von ihrem Vater erzählt bekam). Und für mich ist die Rede, die sie halten wird, schon der Preis

 

Hören sie genau hin