Querschläger – Schåttseitnkind

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 16. JuliDie Kultband aus dem Lungau, QUERSCHLÄGER, betreibt die umfangreichste Musikerwebsite Österreichs.” Zumindest laut ihrer Selbstbeschreibung im Suchmaschineneintrag. Wir können ja (Gott und der Tante Jolesch sei Dank) nicht deren sämtliche vergleichend nachmessen. Nichtsdestoweniger endlich einmal ein umfängliches Archiv mit Hintergründen und Hörbeispielen, das einem alle wesentlichen Informationen verabreicht, so dass man nicht stundenlang deppert das halbe Internet durchforsten muss – und sich dabei an aberzig blitzdröhnen Aufdringeln erschöpfendes Hirnbluten einfangt. Chapeau! Wie schon in Schattseitnliacht gesagt: “Deut… nein: Lungauerisch! Dieses Land bietet viel mehr an herauftauchbaren Perlen im Schlamm des Konsumstreams als man glauben mag.”

Querschläger LiveDas Album Schåttseitnkind, das wir in dieser Sendung zur Gänze spielen, ist unter diesen Perlen noch einmal etwas ganz besonderes. Und zwar, weil es derzeit nicht lieferbar ist (wir regen dringend seine Neuauflage an) UND weil es ein rundes, stimmiges Konzeptalbum der Querschläger ist, entstanden aus dem Bühnenprojekt “Die Bettlerhochzeit” (gemeinsam mit der Theatergruppe MOKRIT). Sämtliche Lieder auf diesem Album wurden eigens für das 2004 realisierte Stück entwickelt und erst nachträglich auf CD veröffentlicht. “Ziel der Produktion war es, jenen, die das Stück gesehen haben, einen Anhaltspunkt zur Erinnerung und Wiederentdeckung zu bieten und jenen, die das Stück nicht gesehen haben, einen eigenen Zugang zu ermöglichen.” Letzteres funktioniert beim Zuhören im Kopftheater dergestalt vorzüglich, dass es einem nicht nur alle möglichen Ebenen der Zauberer-Jåggl-Zeit aufklappt, sondern zudem verständlich macht, auf welchem Weg die notorischen Querschläger “der Landesgabi ihre Lieblingsband” geworden sind:

“Da gibt es die historische Ebene des Prozesses von 1688/89, die Ausgrenzung, im wahrsten Sinne des Wortes Verteufelung und Verurteilung einer gesellschaftlichen Randgruppe in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, die aber sofort und unweigerlich eine weitere Ebene öffnet, nämlich die des aktuellen Gegenwartsbezugs. Da gibt es die allgemeine, gesellschaftliche Spannungsfelder wie Machtausübung und Machtmissbrauch, Recht und Gerechtigkeit behandelnde Ebene, die wieder im direkten Zusammenhang mit einer weiteren, nämlich der persönlichen Ebene der Schicksale der einzelnen Charaktere des Stücks steht. Da gibt es die rationale Ebene des täglichen Lebens und Überlebens und die Flucht (davor) in die irrationale Welt von Aberglauben und Hexerei. Die Verknüpfung all dieser Schichten in überleitenden oder unterstützenden Liedern oder Stücken ist eine große Herausforderung, macht aber auch großen Spaß, eben weil es eine so große Palette von Assoziationsmöglichkeiten gibt.” Sänger und Texter Fritz Messner, August 2004

 

Wir spielen die Hitz

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 14. JuliSalzburgs einzigstes Hitzradio aus dem heuer noch nicht klimatisierten Saunabereich der Radiofabrik. Wir schwitzen für euren Genuss und entblöden uns nicht, auch die Fenster zu schließen, wenn im Gastgarten wieder der Grölpöbel stöhnt. Doch womöglich regnets ja eh. Wie dem auch sei, die Doppeldeutung des Titels ist absichtsvoll gewählt. Nicht jeden Preis, der heiß ist, wollen wir auch gewinnen! Und zumeist ist “die beste Musik aller Zeiten” zugleich der größte Scheißdreck aus industrieller Künstlerhaltung. “Die größten Hits” sind es mit an tödlicher Sicherheit grenzender Wahrlichkeit immer. Die größte Hitz hingegen herrscht hier in diesem Brutschrank der Möglichkeiten, sobald es auch nur einen Tag lang Sommer ist…

Österreich Hitz“Ein Musikprogramm abseits des Mainstream” verkündet arbeitsfroh und hoffnungsreich das Leitbild der Radiofabrik. Ein “Audiovergnügen der Extraklasse” wird da verheißen, prophetisch “Der Protection-Plan für EnthusiastInnen & IndividualistInnen” genannt. Und was kann er? “Schützt vor Einheitsbrei.” Alles klar! Das ist schon mal Musik in unseren Ohren und wirkt vorbeugend gegen Kotzen und Hirnbluten. Des weiteren heißt es da: “Neben der inhaltlichen ist die musikalische Vielfalt ein Markenzeichen des Programms von Salzburgs Community Radio. Radiomacher und Radiomacherinnen sowie die Musikredaktion der Radiofabrik achten hier auf Qualität abseits des Mainstream und quer durch alle Genres.” Ob sich jetzt nicht gleich manch eins unter den Kolleg_innen erschrocken an den schweißnassen Kopf greift? Die Hitparade bringt uns nicht in Wallungen – das macht vielmehr die Hitz, ihr Dudelsäcke! Tabularasa in exzentris trihullioh, wie das Patridiotenbrettl nahebleicht.

Musik aus SalzburgEin möglicher Gedankenanstoß aus unserem Gespräch mit dem ehemaligen Schauspielchef der Salzburger Festspiele: Warum hört Thomas Oberender gern die Radiofabrik?

“Mal ganz egoistisch gesprochen, weils die beste Musik ist. Ich bin sozusagen immer mit Shazam bewaffnet vorm Lautsprecher, weil ich auch gemerkt hab, dass viele Musiktitel nicht in der Playlist im Internet stehen, grade beim moderierten Programm müsste man dann auf die eigentliche Website des jeweiligen “Veranstalters” gehen. Es gibt da eine sehr besondere Form von Musik, die selten Mainstream, aber immer aufregend anders und innovativ ist – und ungewöhnlich. Das ist das eine, also jetzt mal der unmittelbare Grund, weil ich das Musikprogramm toll finde und mir das auch zum Teil neue kulturelle Bereiche erschließt. Da ist ja nicht nur europäische, oder sagen wir, westeuropäische Musik, sondern man hört da in alle möglichen Welten hinein. Und ich mag diese Geste “Musik aus Salzburg”, mitten ins internationale Programm gemischt kommen Bands, die man sonst nie wahrnimmtund die gut sind.”

Potzblitz Hitz

Und was sagt unser geschätzter Günther Paal (Gunkl) da dazu?

“In diesen freien Radios passiert ja auch etwas, das ich sehr schätze, nämlich: Das machen Menschen, weil die das machen wollen. Das ist ein ganz kurzer Weg von der Operation zum Resultat. Wenn jemand, sagen wir mal, Musik präsentieren will, dann will der, dass diese Musik gehört wird. Und dann sagt so jemand: Freunde, da gibts was, das find ich ganz toll. Hörts euch das an, das ist wirklich gut. Man hört sichs an und denkt: “Find i jetzt ned” oder “Bist du deppert!”, irgendwas – aber das IST es. Ein sehr direkter Weg, um etwas zu vermitteln. Und nicht eine Behauptung von einer Gebärde, die vorgibt, etwas heißen zu wollen, mit dem Schielen auf ein Resultat, das wir uns aber alle verheimlichen – damit die Zeit vergeht. Wo ich mir dann denk, Freunde, das rareste Gut, das wir haben, ist Zeit, also tuts jetzt nicht Zeit schinden. Wenns euch um nix geht – gehts weg!

Dem haben wir (abgesehen von unserer Sendung) überhaupt nichts hinzuzufügen.

 

Gesund sein, gesund bleiben

Gesund sein, gesund bleiben –

Das wünschen wir uns nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Vierbeiner. Die Industrie gaukelt uns zwar vor, man müsse nur die richtigen Produkte verwenden, das spezielle Futter, die besondere Nahrungsergänzung, das ultimative Brustgeschirr, und alles ist gut. Es hängt aber doch ein bisschen mehr daran.

In der Hunderunde sind diesmal 2 Fachfrauen in Sachen Gesundheitsvorsorge zu Gast:

Kerstin Ehlen ist Gesundheitsberaterin für Hunde, sie bloggt über über Hunde, Ernährung, Gesundheit, Alltag, Training, die Hauptstadt, Spiel, Spaß und Zubehör. Und sie meint:

„Gesundheit ist so viel mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit, sie ist Teil des Ganzen und mit Hilfe von gesunder Ernährung, alternativen Heilmethoden und optimierter Bewegung kann man viel erreichen.“

Das richtige Maß und Ziel, darum gehts nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Hunden. Besonders bei Welpen und Junghunden gilt es, das individuelle Maß zu finden, um einerseits dem Bewegungsdrang des Jungspundes genüge zu tun und ihn andererseits nicht zu überfordern oder gar gesundheitliche Schäden zu riskieren. Da heißt es, genau hin zu sehen und individuell zu entscheiden.

Eine neue „Trendsportart“ ist das Degility. Dabei geht es nicht um höher/schneller/weiter, sondern um Koordination, Teamwork, Körpergefühl und einfach Freude an der Bewegung. Mitmachen kann dabei jeder Hund, egal ob klein ob groß, ob jung ob alt – die Anforderungen können an jeden Hund individuell angepasst werden. Auch Agilityhunde, die in die Jahre gekommen sind, haben daran große Freude.

Denn beim Degility wird ebenfalls ein Parcours mit allerlei Geräten bewältigt, das Tempo spielt allerdings keine Rolle. Dabei wird nicht nur die Muskulatur aufgebaut, auch das Zusammenspiel   Mensch-Hund und das gegenseitige Vertrauen profitieren davon.  Und, es macht großen Spaß!

Auch übers Bergwandern, Radfahren und Treppensteigen reden wir  und darüber, ob und wie lang man seinen Welpen tatsächlich über die Treppen tragen sollte.

Severine Hertel ist Tierheilpraktikerin im deutschen Oberasbach, in der Nähe von Nürnberg. Durch einen eigenen Hund, der schwer erkrankt war, fand sie den Weg zur Ernährungslehre für Hunde. Neben der Ernährungsberatung gehören auch Homöopathie, Akupunktur, Blutegeltherapie und Dunkelfeldmikroskopie zu ihrem Angebot.

Frau Hertel spricht in der Hunderunde über die häufigsten Fehler, die Hundemenschen bei der Ernährung ihrer Hunde machen.  Ein wichtiger Punkt ist die mangelnde Ausgewogenheit der Nährstoffe im Futter. Mischfütterung – also teils Nass-, teils Trockenfutter zu verabreichen, ist – so erklärt die Spezialistin – gar keine gute Idee. Die Verdaulichkeit und Verarbeitung von trockenen Brocken oder Dosenfutter bzw. Barf ist sehr unterschiedlich, daraus können allerhand Schwierigkeiten entstehen.

Viele Hunde werden in Unkenntnis der körperlichen Vorgänge nach der Mahlzeit ausgeführt, dabei wäre es wichtig, dass sie genau dann Ruhe haben – und zwar ca. 2 Stunden. Denn der hundliche Organismus muss sich um die Verdauung kümmern – und das beansprucht das gesamte System. Unter diesem Aspekt spielt auch der Rhythmus der Mahlzeiten eine Rolle.

Dass Schokolade für Hunde sehr gefährlich ist, sollte sich bereits herumgesprochen haben, der Kakaoanteil kann zu schweren und schwersten Vergiftungen führen. Also auch kein – noch so gut gemeintes – Stückchen Schokolade geben – besser halten Sie Hundeleckerchen griffbereit. Auch das Naschen am Katzenfutter sollte die Ausnahme bleiben – es tut den Hunden nicht gut.

Gerade in der BARF-Fraktion wird die Getreidefütterung stark diskutiert. Eher exotische Sorten wie Amarant und Quinoa, aber auch Hirse und Dinkel werden da besonders für hibbelige Hunde in Erwägung gezogen. Ernährungsspezialistin Hertel sieht die Verfütterung von Getreide jedoch aus mehreren Gründen kritisch und setzt im Umgang mit hyperaktiven Hunden auf Ruhe und die Auswahl der geeigneten Bewegung.

Jedenfalls ist es unbedingt lohnend sich mit verschiedenen Aspekten der Fütterung gründlich auseinanderzusetzen oder – hat man dazu keine Zeit oder Lust – sich entsprechend beraten zu lassen.

Servicebox:

Severine Hertel
Tierheilpraktikerin
www.tiernahrung-liundlu.de

Kerstin Ehlen
Hundegesundheitstherapeutin
www.canis-sano.de
Facebook Blog

Ebook von Martina Flocken „Fit durchs Leben“
Fernkurs für übergewichtige Hunde von Bettina Specht
Hunderunde „Der Kampf ums Idealgewicht“ mit Bettina Specht und Martina Flocken
Natürliche Gesundheit für Hund und Katze, Richard H. und Susan Pitcairn

Musik:

Bob Marley – Maga Dog
Frank Zappa – Evelyn, a modified dog
Hot Dogs – Wildschütz Jennerwein

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv https://cba.fro.at/series/hunderunde.

Feedback und Kontakt: Karin Immler,  www.knowwau.com

 

Lochhaft

Battle&Hum #84 am Samstag, 15.07.2017, 22:00 Uhr, diesmal mit Locher!

Ein Wunder dass hier überhaupt etwas ist, bei all den Löchern überall. Es beginnt ganz harmlos mit Löchern in den Socken, steigert sich dann aber über das unendliche Loch Dispo (ein reales Ungeheuer)  am Konto, bis hin zu den schwarzen Löchern im Universum die alles verschlingen. Wir danken dem Lochgott aber trotzdem, denn würde es Battle&Hum nicht geben wäre schon seit acht Jahren ein Loch im Äther. Ein Loch im Ozon reicht völlig aus, denn wir zwei kleinen Sendungsmacher können nur die Leere in den Salzburger Gehirnen füllen.

Ja! Wir haben wieder einmal Geburtstag! Im  Juli des Jahres 2009 kamen wir aus dem letzten Loch gekrochen und versetzten die Salzburger Kulturlandschaft in Angst und Schrecken. Ab diesem Zeitpunkt ward dem Sommer jedes Loch ausgetrieben und die Menschen auf dem Salzburger Todesboden waren  nicht mehr so zwider. Was wir zwei Battler allerdings noch nicht geschafft haben ist ein verwandtschaftliches Verhältnis als Lochschwager aufzubauen. Wir sind zwar coole Rock ‘n‘ Roller aber man muss ja nicht alle Groupies teilen!

Finde den Fehler!

Am kommenden Samstagpräsentieren wir euch ein „Instant Hole“ zum Mitnehmen und ein Radiostündchen zum Durchdrehen. Ab 22:00 Uhr dürft ihr mit uns die Kerzen ausblasen und überrascht sein. Dig that shit!

MC Wuh

Veröffentlicht unter Teaser

Aktuelles und Interessantes aus Wissenschaft und Forschung

Sendung am Fr. 14.7.2017 16:00-17:00
Aktuelles und Interessantes aus Wissenschaft und Forschung

  • von kleinsten Teilchen bis zu großen Galaxien
  • vom Alltäglichen zum Besonderen
  • vom Allgemeinen zum Konkreten

Mit Beiträgen zu aktuellen Entdeckungen, Forschungen und Entwicklungen  und wie gewohnt Hintergründe dazu einfach erklärt:

  • Astronomie: Bewohnbare Planeten
  • Graviationswellen
  • Quanten-Kommunikation:  über Mikrosatelliten

Hier können Sie die Sendung nachhören: https://cba.fro.at/345456

Kommentare, Anregungen und Diskussionen sind willkommen.

Many things happening…

Hallooooo Internet,

nachdem nun Sommerfest+MV und Kinderstadt Mini-Salzburg vorbei sind werde ich kurz darüber erzählen:

Es hat mich ultra gefreut beim Sommerfest viele aus unserer Community (wieder-) zusehen und kennenzulernen! Auch wenn ich ja eher still bin und relativ früh ging hat es mir riesig Spaß gemacht so viele neue Gesichter zu sehen und gemeinsam ein schönes Sommerfest zu haben…

Eine Woche später fand dann auch schon Mini-Salzburg statt. Drei Tage war die Radiofabrik anwesend, zwei davon war ich zuerst kurz mit Carla und dann Laura auf unserem „Stand“ (Raum?) anzutreffen. Obwohl ich zugegebenermaßen nicht sehr erfahren mit Kindern bin hat es zu meiner eigenen Überraschung super funktioniert und mir einen riesen Spaß gemacht. In der Eishalle Volksgarten war es zwar recht heiß und unser Platz wurde mit bis zu 8 Kindern teils sehr gefüllt, aber nichts was man nicht managen kann 😛

Mein Umzug ist auch großteils vorbei (ich find meine neue Wohnung umwerfend!), und mit normaler Arbeit im Büro ist jetzt (erstmal) wieder Ruhe eingekehrt. Ist eher mein Ding…

Achja, mein aktuelles Dauerschleife-Album: „Schick Schock“ (2015) von der österreichischen Gruppe Bilderbuch. Danke an den guten Krys dafür. Jetzt muss ich es anhören bis ich es hasse. Grrrrr….

Ode an die Freude?

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 9. JuliLudwig van Beethoven, Friedrich Schiller und die Europäische Union. Ich bitt’ sie, gehts nicht eine Nummer kleiner? Doch, wirklich, diese drei gehören mittlerweile untrennbar zusammen. Dabei schrillt ringsumher ein Alarm nach dem anderen: “Zu Hülf’, zu Hülf’, Europa ist in der Krise und das Abendland geht unter!” Die mediale Hirnfräse lässt einem kaum noch Zeit zum Innehalten und Nachdenken, obwohl wir nichts anderes so nötig hätten als dies. Ganz Europa versinkt im Gezwitscher der aufmerksamkeitsgeilen Nachplapperer. Ganz Europa? Nein, denn eine kleine Gemeinschaft von freien Medien hört nicht auf, nach dem Wesentlichen zu fragen – und so dem Einheitsbrei der Aufgeregtheit ihre eigenen Erkenntnisse entgegen zu halten. Die Ode an die Freude aus unserer Sicht:

Ode an die FreudeZwischen verordnetem Hochjubel und reflexhafter Ablehnung muss doch noch Zeit sein für tiefergehende Betrachtungen. Also nehmen wir sie uns einfach! Und beleuchten wir die Entstehung dieser euphorischen Hymne auf das Leben in Freiheit, Frieden und Glückseligkeit, die auf ein Gedicht von Friedrich Schiller zurückgeht, das dann von Ludwig van Beethoven vertont wurde und schließlich seit 1985 als offizielle Europahymne fungiert. Da drängen sich schon einige Fragen auf, wenn man das politische Erscheinungsbild der Europäischen Union mit Schillers Kampf gegen die obrigkeitliche Bevormundung in Einklang bringen möchte oder mit Beethovens Misstrauen gegen die sogenannten Normalbürger. Womöglich helfen uns zwei konträre Verbearbeitungen dieser Ode an die Freude beim Denken: Erstens das gleichnamige Stück von Jazzkantine, zweitens das wunderbar grantige “Olle Menschn san ma zwida” von Kurt Sowinetz. Und Misha Schoeneberg schrieb darob in seinem Beitrag für Kai Sichtermanns Anthologie Kultsongs & Evergreens: 

“So Vieles spricht – trotz aller Widersprüche oder grade ihrer wegen – für die Wahl des Schlusschores der Neunten als Europa-Hymne, dass aber das Arrangement dafür Herbert von Karajan angetragen wurde, kommt einer Kastration des Genialen gleich. Nun ja, Staatsräson. Man möchte mit Beethoven traurig in die geordneten Vorgärten der Anderen schauen, doch hoffen, dass einen die braven Bürger nicht verhaften. Das Leben ist doch nicht gemähter Rasen, Freunde, sondern Jubel! Jubel, Freunde, Rausch und Ekstase!”

Der von uns neulich vorgestellte Animations-Kurzfilm POILUS stellt das Thema der Europa-Hymne recht schockierend in einen seiner ursächlichen Zusammenhänge. Präsentiert wird die Artarium-Sendung diesmal gemeinsam mit Roman Möseneder.