Maikäufer und anderes Ungeziefer

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freutag, 12. Mai“Die Sonne, ein radikalsozialistischer Leuchtkörper, eines der wenigen Objekte dieser Welt, deren private Ausbeutung deshalb noch nicht gelungen ist, weil es keine Großhimmelsgrundbesitzer gibt, diese Sonne nimmt sich die Freiheit, allen Menschen gleich zu leuchten und die dürre Haut des Hungernden ebenso zu wärmen wie den fetten Bauch des Satten.” So schreibt Joseph Roth in einer Hausarbeit namens “Der Frühling, die schönste Jahreszeit”, deren Wiederauffindung wir dem Nachlass des umtriebigen Sprachpflegers Axel Corti verdanken. Und deren Grundstimmung wir uns allein schon wegen des Grünens und Blühens ringsumher gern anschließen! Ganz zu schweigen von der temperatürlichen Lieblichkeit, welche uns im sinnlichen Erfahren einer lauen Maiennacht überkommt. Denn wir sind keine Maikäufer

Maikäufer 1Lässt sich dieser Wonnemonat, der uns mit so schönen Wortkreationen wie Maibaum, Maibock, Mailand, pardon, Maiandacht beschenkt, so zur Handelsware machen wie die etwas weniger laue Weihnacht? Zur gesetzlich geschützten Wortmarke wie (zum inzwischen abschreckenden Beispiel) Thomas Bernhard? Oder wessen Sprache ist ein Grunzbesitz? Peste Grüße hierorts an Herrn Fabjan, der Urheber ächzt, der Urheber rächts! Und an alle Verleger, die uns damit in Verlegenheit bringen, dass sie jemandes Sprachperlen so derart verlegt haben, dass kein Mensch sie je wiederfindet, es sei denn als Konsumwichtel. Ja, Maikäufer gäbe es zuhauf, wenn der revolutionäre Frühling endgültig als Pop-Ikone verklärt zum Merchant-Scheiß umgetupft wird wie einst das Che-Guevara-Bild zum T-Shirt. Die Maikäfer hingegen werden immer weniger, so wie auch die Honigbienen und zu schlechter Letzt noch die Singvögel, in diesem wahnsinnigen Weltkarussell von Allesverkäufern und entfessellten Endverbrauchern. Es lebe die schrankenlose Gierokratie, let’s have a Crispy Himmelfahrt, straight outta Appgrund! “Jeder weiß, was so ein Mai-Käfer für ein Vogel sei.” Gell ja, das Geldsäckulum verleiht Flüüügel

Maikäufer 2Ich wage also das Dicktum. Wer sich derlei Wortakrobatik (und Akribie) gern bis zur Überdosis ungefiltert reinschraubt, mag sich die Sauwaldprosa in der von BR2 verhörspielten Fassung zufügen, da feiern nebst Arno Schmidt noch aberzig andere im Uwe-Dick-Kopf so feuchtfröhliche Urzuständ, “doss grod a so rauscht, vastehst?” Inhaltlich eingängiger, wenngleich wesensverwandt im Aufbau seiner unerwarteten Wendungen, stopfen auch wir uns ein Sackerl voll mit Krabbelgetier und lassen es ungeheuer auf euch los: Maikäufer, flieg, die Wirtschaft ist ein Krieg, zu haben wär das Heimatland, doch ich bin leider abgebrannt. Maikäufer, flieg! Da mögen sich ganz neue Synapsen verknüpfen im Großmyzel jenseits des Flachbildhirns. Etwa wenn wir Zitate von Karl Markus Gauß in unsere Musikdramaturgie einstreuen oder Schüttelreime von Franz Mittler. Apropos:

Kaum war der uns von Gott verlieh’ne Mai da,
schon sah ich Fräulein Wilhelmine, leider.
Sie hängt auf ihre Wäscheleine Mieder
und trällert “Leise flehen meine Lieder”

Maikäufer 3Eine erhebliche Errungenschaft des Frühlings sind die (immerhin rings in Salzburg) allgegenwärtigen Schaufenstersprüche von diversen Autor_innen, durch die uns das auch demnächst wieder ausbrechende Literaturfest Salzburg im Wortsinn mit prächtigen Blüten versorgt. Aus dem Fundus dieses genialen Einfalls stammen die oben erwähnten Zitate. Der allergenialste Einfall aller Zeiten ist allerdings die Frankfurter Küche von Grete Schütte-Lihotzky, der ich es verdanke, dass ich mich trotz des inzwischen erheblichen Verschleißes an meinem Stütz- und Bewegungsapparat (so heißt das, glaub ich, orthopädisch korrekt) nach wie vor selbst bekochen kann. Chapeau! Und wie es zur Entwicklung dieser Jahrhundertidee kam, zeigt dieses großartige Video von Robert Rotifer – The Frankfurt Kitchen. Wenn wir jetzt schon beim Videoschaun und Rundumverlinken sind, sei hier noch Achab – Un Monde formidable angepriesen, deren ausgezeichnete Arbeiten ich durch die unlängst auf ARTE ausgestrahlte Doku “Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie” entdeckt habe. Weitere Einzelheiten dazu im Artarium “Erster Mai – Vorbei?” Womit wir wieder beim Frühling wären, dessen revolutionärer Kraft wir diesmal huldigen. In diesem – wasauchimmer …

 

Wissenschaft und Weltbilder – einst und jetzt

Wissenschaft und Weltbilder – einst und jetzt

In der Sendung gibt es Beiträge über Weltbilder, Erfindungen, Astronomie und Wissenschaften alter Kulturen, machen dann einen Zeitsprung von ca. 2000 Jahren und schauen uns die heutigen „Wissenschaften und Weltbilder“ an.:

  • In der Astronomie schauen wir ja heute bis an den Rand des Weltalls und haben daraus auch Erkenntnisse zur Weltentstehung erlangt- Stichwort Urknall.
  • Im Kernforschungszentrum: Cern wird  die Welt der kleinsten Teilchen mit Bildern der „Trümmer“, die nach dem Zusammenprall sehr energiereicher Teilchen entstehen, untersucht.
  • Und in der Quantenphysik die Welt der Verschränkung und vieler, wie es Einstein bezeichnet hat „Spukhafter Fernwirkungen“.

 

  • Spannendes aus alten Wissenschaften rund um den Erdball
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse alter Kulturen
  • Mythologie & Weltbilder
  • Astronomie, Himmelsbeobachtung und  Bauten
  • Anfänge und Entwicklungen der Astronomie, Mathematik und Naturwissenschaften
  • Wissenschaft & Weltbilder heute:
    Astronomie-Urknall,  Dunkle Materie, Energie, Quanten, …

Die Sendung wurde am Fr. 12.5.2017 um 16 Uhr ausgestrahlt.

Sie ist unter: https://cba.fro.at/340653 nachzuhören.

 

Ankündigung Engelsgeflüster #8: Dalai Lama, Free Tibet und Buddhismus – dagegen kann ja keine*r was haben?

Den Dalai Lama, den lieben wir doch alle oder nicht? Tibet, das von China unterdrückte Land, muss befreit werden, das ist ja wohl klar. Buddhismus, das ist doch die Religion, die keine ist –  zugleich trotzdem die friedlichste unter all den Religionen! Noch ein Schuss Meditation, Schweigeseminare und individuelle Weltverbesserung: Fertig ist eine Bewegung, die sich positiv – geradezu unkritisch – zu diesen Themen stellt.

Dalai Lama

Dalai Lama

In dieser Sendung wollen wir uns das Themendreieck Dalai Lama, Buddhismus und die Free Tibet Bewegung ansehen und Gedankenanstöße geben, warum der Dalai Lama vielleicht doch nicht der große Erleuchter ist, der Buddhismus nicht den Frieden bringt und die Free Tibet Bewegung möglicherweise eher ein romantisierendes Bild vom „freien Tibet“ besitzt. Nicht zuletzt aufgrund des unkritischen Interviews von John Oliver mit dem Dalai Lama und eines neu veröffentlichten Buches mit dem Titel „Nazis in Tibet – Das Rätsel um die SS-Expedition Ernst Schäfer“ ein aktuelles Thema.

P.S.: Auf der Radiofabrik gab es bereits einmal ein kurzes Interview mit dem Journalisten und Autoren Gerald Lehner zu diesen Themen.

Bald vorbei… oder doch nicht!?

Hallo Leute,

spät aber doch! Es hat sich viel getan in den letzten Monaten.

Schule ist endlich abgeschlossen.
Lehrzeit ist auch fast vorbei.
Lehrabschlussprüfung steht vor der Tür.

Ab 19. Mai heißt es … nie wieder lernen 😛

Aber es gibt eine gute Nachricht. Mit 23 Stunden in der Woche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) werde ich die Marketingabteilung und die Lehrlingsausbildung übernehmen. Zusätzlich werde ich Carla bei zahlreichen Workshops (Schnitt-, Schul-, Basis- und PR-Workshops) unterstützen.

Übrigens gibt es neue T-Shirts:

Ich hoffe man sieht sich bald mal wieder in der Radiofabrik.

BaBa Laura

Erster Mai – Vorbei?

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 30. April“Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!” So dichtete Eugène Pottier in den Tagen der Pariser Commune 1871 den Text jenes Liedes, das wir inzwischen als “Die Internationale” kennen und das bis heute speziell zum 1. Mai von ganz verschiedenen sozialistischen und kommunistischen Gruppen inbrünstig nachgesungen wird. Doch war da nicht auch noch irgendwas mit Anarchie – zu Anbeginn dessen, was sich inzwischen so alles Arbeiter_innenbewegung nennt? Eine unlängst auf arte ausgestrahlte 2-teilige Doku über die Ideengeschichte des Anarchismus erzählt unter anderem von der Entstehung des 1. Mai als “Kampftag” – und zwar unter dem Titel “Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie”

anarchie in germoney backDeren 1. Teil (1840 – 1912) sowie ebenso 2. Teil (1912 – 1937) wären, wenn nicht alldahier, dann zumeist sonstwo im Internet zu finden. Ein schmerzlich vermisster 3. Teil (nach 1945) wurde zwar schon geplant, die Finanzierungszusagen seitens der beteiligten Sender sind aber bisher noch ausgeblieben. Dabei würde uns gerade der ebenso interessieren wie betreffen! In dem müsste es nämlich auch um den GRÖPHAS gehen, den Oberndorfer Anarchisten und größten Philosophen aus Salzburg Leopold Kohr, Vordenker des “Europa der Regionen”, Nährvater der Slow-Food-Bewegung und Herausgeber solch schöner, wahrer und auch guter Sätze wie “Small is beautiful”. Für ihn war die Entfernung von Oberndorf nach Salzburg der Maßstab des Reisens und zugleich die maximale Ausdehnung für ein gerade noch menschlich verkraftbares Gemeinwesen. Als so ein Fußgänger des Geistes wird man schon auch fragen, ob es bei entsprechender Kleinräumigkeit des Bankwesen und der Wirtschaft überhaupt zu ökonomischen Krisen käme, vor denen uns jede “Obrigkeit” gern erstarren macht wie die Kaninchen vor der Schlange. Oder anders gesagt – Stille Nacht lässt sich allemal imageträchtiger verhupfdudeln (sprich verkaufen) als – in diesem Fall – Stille Macht!

anarchie in germoney ganz

Zur Stimmung empfehlen wir “Die Internationale – illustriert von Gerhard Seyfried”

und zur Bestandsaufnahme der Gegenwart “Un Monde formidable – von ACHAB”

 

Fvonk Dich Frei mit neuem Sendetermin und Spitzengästin Daniela Molzbichler

Ab und an ist Veränderung angesagt – deswegen begrüßen wir künftig unsere Gäste jeden 4. Montag im Monat von 17 – 18 Uhr.

Wir freuen uns diesmal sehr auf eine äußerst engagierte Frau, die schon ziemlich viel Welt gesehen hat und der zivilgesellschaftliches Engagement schwer am Herzen liegt – Daniela Molzbichler.

Die Politikwissenschaftlerin, die an der FH Salzburg am Studiengang Soziale Arbeit tätig ist, hat bereits zahlreiche gemeinnützige Vereine (mit)gegründet, darunter verschiedene internationale Frauenselbsthilfeprojekte. Zudem ist sie – unter anderem – Vorstandsmitglied im Friedensbüro Salzburg und Mitglied im entwicklungspolitischen Beirat der Landesregierung Salzburg. Daniela Molzbichler ist Spezialistin für Inter- und Transkulturalität, Gender, Konfliktmanagement sowie Diversität und Intersektionalität.

Wie ihr globales Engagement und ihre Arbeit ihr Leben und das vieler anderer Menschen bereichert, erzählt uns Daniele Molzbichler Live am 24.4.2017 von 17 – 18 Uhr auf der Radiofabrik.

Wir freuen uns auf einen spannenden Heldinnen-Radio-Talk!

Karo und Su

FVONK Dich FREI – Der Radiotalk mit AlltagsheldInnen. Am MO, den 24.04.2017 im Studio: Daniela Molzbichler – live von 17:00 – 18:00 Uhr auf der Radiofabrik, 107,5 und 97,3 MHz, und im Livestream unter: http://radiofabrik.at/rafab_stream_low.m3u

Aufruf aus dem Kosmos zum Thema „KI – Künstliche Intelligenz“

Ausgabe/136
22. April 2017, 18 Uhr
Radiofabrik Salzburg
In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema der Künstlichen Intelligenz, die als KI bezeichnet wird.
Zum Einen wird die KI-Forschung (auch artifizielle Intelligenz, AI) allgemein als Teilgebiet der Informatik gesehen und befasst sich, vereinfacht gesagt, mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens. In dieses neue Gebiet fließen Forschungsergebnisse von diversen Wissenschaftsdisziplinen, wie Psychologie, Neurologie und Neurowissenschaft, Mathematik und Logik, Philosophie und Linguistik sowie Kommunikationswissenschaft.
Zum Anderen, wenn wir uns rund um unsere Sendung mit Disclosure (Offenlegung, Enthüllung) hinsichtlich der Existenz und Kontakte mit Außerirdischen und Außerdimensionalen befassen, stoßen wir hier ebenfalls auf die KI-Thematik und bekommen eine leise Ahnung von einem möglichen Ursprung desselben. Jüngste Informationen von Whistleblower bringen hier einen interessanten Aspekt in die Diskussion ein. In den letzten Monaten beobachten wir, dass das Thema der Künstlichen Intelligenz in diversen Zeitschriften auftaucht und ebenso über Radio und Fernsehen in die öffentliche Meinungsbildung getragen wird. Dort wird es im Hinblick auf die Auswirkungen und möglichen Zukunftsaussichten und Gefahren auf uns Menschen angeschaut.
Um auch für uns ein klareres Bild über KI zu bekommen, bewegen wir dazu in dieser Sendung verschiedenste Aspekte, stellen diese nebeneinander und sehen, was herauskommt.
Aktuell vom 20.04.2017 in den Nachrichten: „Facebook will Gedanken lesen“, und eine Sprecherin von Facebook sagt dazu sinngemäß, dass wir jetzt wieder ein Stück näher an der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer dran sind.
Na dann, wo wird diese Reise hingehen?
Ein spezieller Link sei hier noch angebracht: https://amadeus-verlag.de/media/pdf/a6/32/f5/MiB-Leseprobe-neu.pdf
Musik kommt `von Hand gemacht´: Hannes Wader, Konstantin Wecker und Reinhard Mey
Claus, Manu und Rüdiger (der Zeitreisende) freuen sich wieder über offene Ohren-Herzen!

Weltenreisende

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 23. April“Kunst ist ein Brückenschlagen von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent, von Mensch zu Mensch.” Unter diesem Motto begegnen wir der Lyrikerin und Malerin Gerda Steingruber-Schaffler, die als eine echte Weltenreisende zwischen den verschiedensten Kulturen unterwegs ist und solch von ihr selbst beschriebenes Brückenschlagen in ihrer Kunst wiederspiegelt. Folgerichtig heißt dann auch ihre Gemeinschaftslesung mit Christopher Schmall am Diestag, 25. April im Literaturhaus “Brückenschlag” (Beginn 19:30 Uhr), naturgemäß mit afrikanischer Musik und einem kleinen Buffet. Beim Essen nämlich kommen die Leut zsamm! Und so freuen wir uns ebenfalls auf ein anregendes Live-Gespräch im Studio, denn: “Wenn jemand eine Reise tut, so kann er, oder eben sie, uns sicher was erzählen.”

WeltenreisendeLaut ihrem Portrait (Künstlergilde Freilassing) unternahm sie etwa schon Reisen mit dem eigenen Land-Rover, nach Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran, Türkei, Griechenland, Syrien und Algerien sowie Rucksack-Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Sri Lanka, Thailand, Kenya, Ghana, Burkina Faso, Togo und Äthiopien. Fürwahr eine beachtenswerte Sammlung von Stationen, dazu noch Ausdruck eines künstlerischen Lebenswegs. Nun haben wir zwei Radiohasen uns auch des öfteren mit dem Thema des Unterwegsseins beschäftigt, unsere andere Sendereihe nennt sich sogar eine “musikliterarische Gefühlsweltreise” und verhandelt On The Road vom Reisen bis zum Auf der Flucht sein. Ganz gleich, ob innere oder äußere Fahrt, ob Ankommen oder Abschiednehmen, ob Heranwachsen, Werden oder Vergehen, sind wir nicht alle Weltenreisende unserer jeweiligen Lebensgegend? Und sind wir nicht vor allem immer auch unterwegs zu uns selbst wie zu unserem Gegenüber? Deshalb ist jeder einzelne Aspekt und jede noch so kleine Anekdote aus unserem Reiseleben so wertvoll, dass es sich auszahlt, diese Erfahrungen auszutauschen.

“Leben ist Brückenschlagen über Ströme, die vergehn.” (Gottfried Benn)