Der etwas andere Kunstfilm oder der Versuch einer Deutung.
Schräge Vögel (so heißt auch die Filmreihe) luden ins Das Kino zur Premiere (Montag 16.02.26, 19:00) vom Studio West Kurzdokumentarfilm: IN BETWEEN. Ein Doppelporträt (Regie: Wolfgang Tonninger). Das Gewölbe war gesteckt voll, ausverkauft, ein Straßenfeger. Die beiden Hauptprotagonisten Norbert K Hund und Christopher Schmall waren natürlich auch anwesend und stellten sich nach dem Film mit Wolfgang Tonninger so manch „blöder“ Frage. Darf Kunst politisch sein? Sicher, alles ist politisch nur im Sport hört man immer ein mimimi.
„Im Nonntal essen sie keine Hasen“, könnte auch ein Titel für diesen feinen, intimen Film sein. Weil Hasen isst man nicht, die lässt man hoppeln. Schräge Vögel sind sie auch, die Beiden porträtierten, aber im äußerst positiven Sinn. Eigentlich sind sie zwei Radiomacher mit einem etwas anderem Ansatz, ein bisschen wie die Radiofabrik im Sumpf. Ihre Flaggschiffsendung „Artarium“ ist beinahe jeden Sonntag (bis auf den 1. Im Monat) um 17:06. Der Sonntagabend ist somit der beste Radiotag der Woche, zuerst „Artarium“, dann umschalten auf FM4 „Im Sumpf“ und dann zum Schlafen noch ein wenig „Graue Lagune“. Mit der Perlentaucher Nachtfahrt setzen sie noch einen 3h Block jeden 2. Freitag drauf. Gut zu hören.
Jetzt komme ich aber wieder auf die Bilder zurück, so ein Film besteht ja hauptsächlich, no na ned aus Bildern. In dieser 35 Minuten Doku sind einige ganz fantastische Bilder gezeichnet. Wer sich vor Spoiler fürchtet sollte jetzt nicht mehr weiterlesen, ist aber eh kein Thriller bei dem die Suspense verloren geht. Meine persönliche Lieblingsszene ist die, ich nenne sie mal so, Easy Rider Szene auf der Hellbrunner Allee. Norbert auf dem Fahrrad, der Blick grimmig aber nicht ohne Selbstironie. Die Kunst kommt mit dem Fahrrad, oder wer die PS im Herzen hat braucht keine Verbrennungsmotoren.
In einer anderen Einstellung sieht man Chris (Schmall) und Chris (Gradl) durch den Wald wandern, das Grün und kräftige Baumstämme sollen uns vielleicht auf die im vollen Saft stehende junge Generation hinweisen. Hier ist die Liebe und das Spüren Hauptthema. Es hat etwas von Romeo und Julius nur stürzt sich keiner über die Clemens-Holzmeister-Stiege sondern es wird geschmust. Starke Szene!
Man könnte natürlich hinter der nächsten Ecke Weihrauch riechen, vom Selbstbeweihräuchern, aber das wäre zu kurz gegriffen. In diesem Film kehren Zwei ihre geplagte Seele heraus und schaffen Poesie. Auch die Couchszene zeugt von Mut: Norbert K Hund liegt ausgestreckt auf einer alten Couch, die schwere Erbluft atmet und erzeugt durch sein wohlig warmes Brummen eine Stimmung als würde Harry Rowohlt aus Pu der Bär vorlesen. Norbert’s kleiner „Winnie the Pooh“ liegt dabei auf seiner Brust und bekommt zum Abschied noch einen Kuss. Sieht man in diesen Zeiten auch selten, dass sich ein erwachsener Mensch mit Kuscheltier zeigt. Starke Szene!
Ich sag mal Prädikat sehr sehenswert. Also geht ins Kino, lest mehr Gedichte, werdet wie die Kinder und vor allem esst keine Hasen!
(Zu sehen in ausgewählten Lichtspielhäusern [demnächst auch auf FS 1] und am 26.03.2026 für Radiofabrik Mitglieder beim Radiofabrik Stammtisch in der Arge Nonntal.)
Andreas Woldrich











