Gefahren der Atomkraft

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Es geht heute wieder einmal um das Thema Atomkraft.

Dazu gab mir Mycle Schneider, ein profunder Kenner aktueller Entwicklungen auf diesem Gebiet und Träger des alternativen Nobelpreises ein langes Interview.

Ausschnitte davon hören Sie in dieser Sendung.

 

Ausstrahlung und Stream: am 18.12.2025 09:00-10:00

auf den Frequenzen und im Stream der Radiofabrik Salzburg

 

Nachzuhören unter: https://de.cba.media/748334

Lebens Geschichten

> Sonntag: Artarium vom Sonntag, 30 November Geschichten, die das Leben erzählt, spiegeln sich in den Menschen, die sie erlebt haben – nein, eigentlich auch immer noch erleben. Und wenn sie das tun, also von ihrem Erleben erzählen, dann verlebendigen sie ihre Erfahrungen für uns andere und der sprichwörtliche Funke” kann regelrecht überspringen. Seit einiger Zeit geht die Sendereihe Gesprächsfunken – Facetten vieler Leben diesem Phänomen nach und verwirklicht die Darstellung von persönlich erzählten Lebensgeschichten auf eine, wie wir finden, bemerkenswert berührende Art und Weise. Davon haben wir bereits einmal in der Sendung “Echte Menschen, Live!” berichtet. Und ich selbst habe mich, daraufhin neugierig geworden, mit meinen Geschichten vom Leben in eine Gesprächsfunkensendung eingeladen.

Lebens GeschichtenDabei ist eine Folge mit dem Titel “Live and let live: Vergeben lernen – mit den inneren Kindern an der Hand” entstanden – und ich konnte in diesem Selbstversuch feststellen, dass Birgit Brandners Konzept tatsächlich funktioniert. Und zwar nicht nur mit Frauen, sondern auch mit Männern und, wie das bei mir der Fall ist, mit einem Mann, der Gewalt von weiblicher Seite erlebt hat. Nun, wodurch hat sich dieser Eindruck bei mir in Richtung eines Beobachtungsergebnisses verfestigt? Ganz einfach – beim Nachhören der fertigen Sendung ist mir aufgefallen, dass ich mich in der Gesprächssituation (von mir während der Aufnahmen noch unbemerkt) “geöffnet” und mich “der neugierigen Fragestellerin anvertraut” haben muss. Das machte ich am Klang meiner Stimme fest, den ich inzwischen schon in verschiedenen Settings zu beurteilen gelernt habe. Ich hörte dabei auf einmal viel mehr Klangfarben als sonst, eine feiner abgestimmte Sprachmelodie, und was vielleicht am bedeutendsten ist, ich spürte Begeisterung, Leidenschaft und Lebendigkeit in meiner Erzählweise, und dies im Vergleich mit anderen, durchaus gelungenen Auftritten, noch intensiver. Das alles macht mir Lust auf mehr … und ich will verstehen, wie das funktioniert

Peter Levine, dessen Somatic Experiencing ich bereits des öfteren als wesentlich für meine Traumatherapie angesprochen habe, beschreibt in seinem grundlegenden Buch “Sprache ohne Worte” ein interessantes Phänomen: Sobald sich uns ein Mensch in einer Weise aufmerksam zuwendet, dass ein sicherer Ort des Vertrauens entsteht, löst dies in uns eine umfassende Selbstregulation des gesamten Nervensystems sowie der an diesem Prozess beteiligten Biochemie aus und wir können von jetzt auf gleich wieder gänzlich “gesund und selbstentsprechend” denken und reden.

Das ist definitiv eine interessante Spur, die wir näher beleuchten wollen. Es würde nebenbei auch erklären, warum “industrielle 3-Minuten-Medizin” so frustrierend und oft auch wirkungslos ist – und warum jedwede Zuwendung im Heilungsbereich, die mit urteilsfreier Aufmerksamkeit und “sich Zeit nehmen” einhergeht, rein schon im Entstehen dieses “intuitiven Vertrauensfeldes” als irgendwie gesundend erlebt wird. Machen wir die Probe aufs Exempel oder Wiederholen wir unser Experiment: Also, diesmal neu im Artarium: Selbstversuch die Dritte mit Birgit Brandner Live On Air.

 

Wir sind ein geiles Institut

 

Rebellen und Revolutionäre

Artarium am Sonntag, 23. November um 17:06 Uhr – Wenn wir an Rebellen denken, dann kommen uns zunächst die rebellischen Posen all der “angry young men” aus der Popkultur in den Sinn, des weiteren wohl auch allerlei gegen irgendein Unrecht Aufbegehrende und nicht zuletzt unzufriedene Frauen wie zum Beispiel Pussy Riot. Wenn allerdings von Revolutionärenja, bitte auch *innen – die Rede ist, fällt leider schnell die Assoziationsklappe zu den Bedeutungen, die in einer ausschließlich aufs Äußerliche fixierten Gewaltwelt flächendeckend verbreitet sind (und werden). Wir aber wollen uns diesmal den revolutionären Umstürzen im Inneren zuwenden, die für viele praktische Anwender*innen des Menschseins als die wesentlichen und für eine eigeninitiative Gestaltung des Lebens unverzichtbaren gelten

Rebellen und RevolutionäreDer wegweisende Psychologe und Schriftsteller Arno Gruen schreibt in seinem Buch “Der Verlust des Mitgefühls: Über die Politik der Unmenschlichkeit” in dem Kapitel “Linke und rechte Rebellen” über die Ursachen von sich fortwährend wiederholenden rebellischen Posen sowie fruchtlosen, weil nämlich stets in Gewaltexzessen erstickenden Revolutionen: “Um aus dieser Verwirrung auszusteigen, muss man erkennen können, was man als Kind tun musste, um seine fürchterliche Angst zu überleben.” Und weiter: “Um diese Problematik in einer Psychotherapie aufzuarbeiten, muss diese alte Angst – der Terror, den das Kind als Vernichtung seiner selbst erlebte – erneut durchlebt werden.” Na, habediehre! Willkommen im Abgrund, aber eben auch und gerade dort, wo hinter der Todesangst das Leben lauert, das wunderschön ist und gesund, die wirkliche Liebesfähigkeit für uns selbst und für andere – das wir jedoch in weiten Teilen zu spüren verlernt haben. Florian Friedrich weiß, worum es hier geht.

Was mich an Arno Gruens Psychologie von Anfang an fasziniert hat, war dieser selbstverständliche Zusammenhang zwischen den Lebensproblemen einzelner Menschen und den gesellschaftlichen Gegebenheiten, in denen sie stattfinden. So zeigt er nicht nur die sozialen Verursachungen von seelischen Verstrickungen auf, sondern auch die Auswirkungen, die deren therapeutische Verarbeitung auf die gesamte Gesellschaft (und somit auf die Welt, in der wir leben) unweigerlich haben. Er verknüpft also das Innen mit dem Außen auf der Ebene von Ursache und Wirkung:

“Wir suchen nach dem Besseren, verfallen aber immer wieder Führern, die uns unterdrücken, uns zwingen, unsere individuelle Geschichte der Unterdrückung und Rebellion zu wiederholen. So wird unsere Leidensgeschichte immer weitergegeben. Sie mag zwar unterschiedlich verlaufen, aber der Inhalt des Leidens und der Unterdrückung bleibt. Dennoch bleiben die Hoffnung auf das Gute und der Wille, Gutes zu tun, bestehen. Sie flackern immer wieder auf. Ich spreche hier nicht von organisierten politischen Bewegungen, sondern von Individuen, die zu sich selbst gefunden haben und der Gewalt und der Verlogenheit die Stirn bieten. Ob dies auf dem Weg des inneren Wiederstands oder in Form von offener Rebellion geschieht, ist dabei unerheblich. Wichtig ist, dass die Individuen zu ihrem Menschsein stehen.”

 

I look at you all, see the love there that’s sleeping

 

 

Literarische Stunde 11: Von Brave Ulysses bis zu Poesie unterm Regenbogen

„Tales of Brave Ulysses“ von Cream, erschienen im Mai 1967 auf der B-Seite der Single „Strange Brew“. Im November desselben Jahres erschien der Song dann auf Creams zweitem Album, „Disraeli Gears“. Komponiert wurde der Song übrigens von Eric Clapton, ein Mann, von dem man jetzt, fast 60 Jahre später, immer noch spricht. Unglaublich. 60 Jahre. Viel älter ist das Stück Literatur, auf das sich der Song bezieht, nämlich die Odyssee von Homer. Diese wurde nämlich um die Wende des 8. Zum 7. Jahrhundert vor Christus erstmal schriftlich festgehalten und hat somit schon knapp 3.000 Jahre auf dem Buckel.

Die Geschichte des Königs Odysseus ist ein in 24 Gesängen verfasster Epos und beschreibt die Heimfahrt nach dem zehn Jahre dauernden Trojanischen Krieg. Odysseus und seine Mitstreiter werden durch widrige Winde verschlagen, wie es heißt, und irren zehn Jahre lang umher. „Tales of Brave Ulysses“ beschreibt vor allem Odysseus Begegnungen mit mythischen Wesen auf dieser langen Irrfahrt.

Und für alle, die Cream nicht besonders gut kennen, spiele ich ein Stück, das fast jeder kennt, „I’m so glad“, erschienen 1966 auf dem Debutalbum „Fresh Cream“.

„I’m so glad“ ist übrigens eine Adaption des 1931 aufgenommenen Songs von Skip James. Es lohnt sich, dieses Original einmal anzuhören, den Link dazu gibt es in den Show Notes!

Ich hatte letztens ein sehr spannendes Gespräch mit einer jungen Autorin, die ihre erste Buchpräsentation vorbereitet hat und unglaublich nervös war. Auch in unserem Schreibclub ist das immer wieder Thema.

Gleich eines vorweg: Ich bin auch nervös. Ich hatte bisher zu jedem meiner Bücher einige Präsentation, bin dazu nach Wien, Hamburg und viele Städte dazwischen gereist und trotzdem: Kurz, bevor es losgeht, kommt das Adrenalin. Eines gleich vorweg: Das hat erstens jeder und zweitens ist das nicht schlimm, sondern gut!

Lampenfieber hilft uns, fokussiert zu bleiben!

Meine Tipps noch dazu, damit Deine Präsentation so richtig gut wird:

  • Wenn Du ein Mensch bist, der sich sicherer fühlt, wenn ein Mensch anwesend ist, den Du kennst, dann setze diesen Menschen in die dritte Reihe. Nicht in die erste, das verlockt nämlich, dann von der Bühne weg einfach in die erste Reihe zu starren. Wenn aber dieser Mensch mittendrin sitzt, aber so, dass Du ihn noch gut sehen kannst, dann schaue dorthin, wenn Du mit Deinem Vortrag beginnst. Wenn Du Dich nach und nach sicherer fühlst, lasse den Blick schweifen, damit sich alle Zuschauer/innen angesprochen fühlen.
  • Wenn Du ein Mensch bist, den es unsicher macht, wenn ein bekannter Mensch anwesend ist, dann setze die Bekannten in die erste Reihe und blicke zum Start in die Mitte der Zuschauerschaft. Wenn Dich Blickkontakt verunsichert, schaue auf einen Scheitel.
  • Vor der Präsentation unbedingt drei Minuten Rückzug, durchatmen. Konzentriere Dich auf die SACHE, nicht auf Deinen Zustand. Du willst Dein Buch präsentieren. Du willst, dass die Menschen Dein Buch mögen. Und Du willst, dass sie es kaufen.

Wenn Dich dieses Thema interessiert oder Du noch mehr Tipps möchtest, dann schreibe mir und ich beantworte Deine Fragen in der nächsten Sendung oder per Mail. Es gibt noch so viel zu sagen zu diesem Thema!

In der elften Literarischen Stunde darf ich wieder einen Gast live im Studio begrüßen: Silvia Gutenthaler ist Autorin und hat ihr erstes Buch veröffentlicht, und das erst vor Kurzem. Wir sprechen über Poesie, den Prozess des Buch machens und die Begeisterung, die einen erfasst, wenn das Buch im Werden ist.

Spannende Einblicke ins Autorinnenleben – und jede Menge Musik. Das ist die Literarische Stunde Volume 11.

 

Studiogast

Autorin Silvia Gutenthaler

Buchbestellungen und Kontaktaufnahme unter: silvia.gutenthaler@a1.net

 

Buchtipps

Dinner with the Schnabels

Jonathan Franzen: Crossroads

 

Musik

Cream – Tales of Brave Ulysses

Cream – I’m so glad

Jimi Hendrix – The Wind Cries Mary

Michael Jackson – Heal the world

John Lennon – Imagine

INXS – Never Tear Us Apart

Bad Company – Can’t Get Enough

 

Linktipps

“I’m so glad” im Original von Skip James: https://youtu.be/sSN65yx2gfE?si=czUnuopX6Jdis5_k

Veranstaltung „Zeitform“ in Laufen bei Oberndorf: https://www.zeitform.art/

Battle&Hum#155

Samstag 15.11.2025 (Stairway zum Nachhören)

Ein wilder Tanz der Hormone, wir wissen nicht mehr ob , oder !

DJane Uli:

  • Bipolar Feminin (single) – süß lächelnd
  • Yasmo (kein platz für zweifel) – wer hat angst vorm weißen mann
  • Derya Yıldırım & Grup Şimşek (yarin yoksa) – cool hand
  • Dives (wanna take you there) – ego

 

Djane Jacky:

DJ Ridi Mama:

  • Baits (all filler no killer) – fucking fake
  • Pipilotti Rist (?) – I am a victim of this song
  • Mandelkern (single) – bissi busy
  • Georg Danzer (raritäten vol.2) – vorstadtcasanova

 

MC Randy Andy:

  • DAF (alles ist gut) – rote lippen
  • Drahdiwaberl (werwolfromantik) – fleischwolf
  • Peaches (rub) – dick in the air
  • Östro 430 (keine krise kann mich schocken) – sexueller notstand

 

„Gender is between your ears, not between your legs.“ (Chaz Bono)

 

Zur Abstimmung folget dem LINK!

 

 

Riot Grrrls

Battle&Hum #155 am Samstag, 15.11.2025, 22:00 Uhr, diesmal mit Östrogen!

Manchmal kennt sich der kleine Andreas nicht mehr aus, da wird es ihm zu viel mit den Geschlechtern. Darf ein „Manderl“ noch mit einem „Weiberl“? Auch die Bundeshymne schafft er textlich nicht mehr. Die kleine Monika ist vom dritten Geschlecht überfordert und die kleine Joanne und Alice werfen die Flinta* ins Korn. Getrennt geschlechtliche Toiletten sollen zur Festung werden, da dürfen keine Transmenschen rein. Gut bei den Pronomen steig ich auch manchmal aus, aber vielleicht liegt das mehr an meiner grammatikalischen Legasthenie. Eventuell sollte man für die Wienwoche eine Exkursion ins Qwien (Wiens queeres Kulturzentrum) in den Lehrplan einbauen, da könnten wir uns in Sachen Geschlechterdiversität weiterbilden. [Alle Personen, die in diesem Absatz auftreten, sind frei erfunden, jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.]

Der klassische Krieg der Geschlechter sollte sich mittlerweile schon überholt haben, könnte man meinen. Nein, der Zeitgeist so mancher Zeitgenossi*nnen hat die Zeitmaschine entdeckt und es geht mit Vollgas rückwärts. Willkommen bei den Morlocks. Derweil ist es doch so schön, wenn diese Heteronormativität zerplatzt und sich die Menschen aus dem Kastldenken emanzipieren. Klatscht euch doch die angestaubten Rollenbilder auf den Bauch. Ja sicher, laut Biologie gibt’s nur zwei Chromosomenpaare die das Geschlecht bestimmen. XX und Aktenzeichen XY ungelöst… haha! Da fällt mir gleich so ein deppada Witz aus der alten Zeit ein: „Was ist ein Mann in Salzsäure? Ein gelöstes Problem.“

Damals, als der Oberste Gerichtshof das dritte Geschlecht beschloss, hüpfte mein Verstand vor Glückseligkeit fast aus dem Schädelbehältnis hinaus. In your face lieber Gott, es gibt neben Adam und Eva auch noch Franzi und das ist gut so. Das haben sich die Menschen nämlich selbst ausgedacht und Dir somit all Deine Deutungshoheit genommen. Nix Deuteronomium, sondern Verfassungsgesetz! Diversität rules!

Um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen haben wir uns zwei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts eingeladen. Oder wurden wir von ihnen herausgefordert, ich weiß es nicht mehr. Wir werden auf jeden Fall den klassischen Geschlechterkampf einkochen bis alles verdampft ist und keinen Sinn mehr ergibt. Wir haben uns zwei Riot Grrls ins Studio geladen die uns hoffentlich nicht das Fell über die Ohren ziehen werden. Uli Loskot ist ihres Zeichens selber Sendungsmacherin, sie sorgt für eine bessere Welt in der hoffnungslos optimistischen Sendung „The Good News“ und hat in einer Sendereihe (Wohlstand) versucht uns Lebenswelten an der Donau näher zu bringen. Die zweite im Bunde ist Žaklina Ćustić-Woldrich (der Name kommt mir bekannt vor), ihres Zeichens Vollzeitfeministin und Vollzeitmutter.

Also, seid willkommen zu einer zweistündigen (22:00-24:00) queer-feministischen Sondersendung am Samstag den 15.11.2025, in der ein für alle Mal geklärt wird, wer die Pantoffeln anhat und unter den Hosen steht. Oder ist es eh Rock wie Hose, Hauptsache die Musik schiebt. Die zwei Schieber vom Dienst, DJ Ridi Mama und MC Randy Andy machen natürlich wie immer auf dünne Hose und postulieren im Rausch der Hormone: Geschlechter aller Völker, vereinigt euch!

MC Randy Andy

Veröffentlicht unter Teaser

Appear Disappear

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 16. November – Zum 40. Bandjubiläum von The Young Gods aus der Schweiz ist schon so gut wie alles gesagt. “Nur halt noch nicht von allen.” (Karl Valentin). Auch wir haben uns ja in den vergangenen Jahren über das eine oder andere Werk dieser angenehmst vielseitigen Grenzüberschreiter und Genrezerleger schon weiterführend ausgelassen. Also wollen wir diesmal ihren eigenen Kommentaren zur Weltlage und zu ihrem bisherigen Schaffen Raum geben: Hören wir einfach ihr aktuelles Album “Appear Disappear” oder noch besser, lassen wir uns davon in ihre Zwischenwelt mitnehmen, in der sie jugendliche Wut über die Ungerechtigkeit mit abgeklärter Weisheit im Umgang mit den Wechselfällen des Lebens zu einer bemerkenswert beidseitigen Soundsynthese verbunden haben.

Appear DisappearEs ist ein eher seltenes Phänomen, dass ein wie auch immer geartetes Kunstkollektiv (speziell in der Welt der musikantischen Popkultur) nicht in jener Pose, die sich einmal als einträglich erwiesen hat, verharrt, sondern über Jahrzehnte hinweg immer wieder nach neuen Themen, Konzepten und Ausdrucksformen sucht – und diese alle in einer stets wiedererkennbaren Gestalt, einem “stilistisch gemeinsamen Nenner” darbietet – ja, geradezu verkörpert. Um unserer Dankbarkeit dafür und unserer Freude darüber Ausdruck zu verleihen, spielen wir nicht nur das, wie gesagt bemerkenswert beidseitige Album “Appear Disappear” (und was mit “bemerkenswert beidseitig” gemeint ist, erschließt sich sicherlich im hörenden Erleben) – nein, wir geben auch dem “Kopf des Projekts” Franz Treichler Gelegenheit, seinen Kommentar zu Text und Inhalt des titelgebenden Stücks auszubreiten, der weit in die Zeitgeschichte zurückblickt und auf die bekannte Begegnung von Jean Ziegler mit Che Guevara verweist (hier der Kontext dazu):

 

Appear Disappear speaks about a person’s place in today’s society. When do we feel in sync with the world around us, and when do we no longer align with its values?

“I spend my time in the brain of the monster”

When Jean Ziegler was young, he was assigned to drive Che Guevara from one place to another in Geneva. In the car, Ziegler told Guevara that he wanted to support his cause, go to Cuba, and join the revolution. Guevara replied: “You live in Switzerland, right? Then stay here to support us – you are in the brain of the monster.” This phrase left a deep impression on me. It highlights the unease I feel as I become more aware of Switzerland’s indirect implications in global issues and conflicts. My country and its ghost nets (“my ghost net nation”) – a reference to fishing nets left in the oceans by industrial trawlers, causing massive damage to marine life.

Appear – disappear from society, engage – disengage. How do we react? How do we contribute constructively?

“I can ride the snake or get back on the tiger”

Escape into other worlds, other realities? (The snake is a recurring image in shamanic cultures.) Or ride the tiger—stay active, never give up, always start again?

Appear Disappear also reflects the fleeting nature of human life in the grand scheme of time.

“Hold your hand until you disappear” Holding someone’s hand until their last breath.

“You told me lover, matter doesn’t matter, flames and fires appear and disappear” My love, you showed me that flames come and go, and that matter does not matter.

Appear Disappear

This year marks the 40th anniversary of our band’s existence. The Young Gods have always had a unique relationship with the music industry: over 40 years, the band has often disappeared and reappeared.