Das Kritische

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. März – “Das kritische Salzburgbuch”, als welches “Die Ursache” von Thomas Bernhard des öfteren gern bezeichnet wird, ist nunmehr auch als Graphic Novel erschienen. Lukas Kummer hat dafür einige wesentliche Erzählstränge eindrucksvoll (nach)gezeichnet. Und der tapfere Residenz-Verlag, bei dem 1975 schon das vielfach umstrittene Original “Die Ursache. Eine Andeutung” herauskam, hat die sehr spezielle Text-Bild-Version jetzt produziert. Auf deren Präsentation im Salzburger Literaturhaus haben wir in unserer Sendung “Die Ursuppe” hingewiesen, wie ja überhaupt dieser “kritische Geist aus Salzburg” (und das muss nicht immer der “Skandalautor” selbst sein) in unserem Radioschaffen stets eine Hauptrolle spielt, sei es im Artarium oder in der Nachtfahrt, naturgemäß.

Die UrsacheDas Idee zum Tittel (nicht unser Hausarzt, leider) kam jedoch diesmal von Ernst Jandl und seinen autobiographischen Anmerkungen zu Sprach und Kunst, von denen hier noch sein wird ein Reden. Des weiteren auch aus dem kulturkritischen Buch “Musik = Müll” von Hans Platzgumer und Didi Neidhart, in welchem erfrischend zum Ausdruck kommt, was eine “kritische Würdigung” jenseits von bipolarem Schwarzweißdenken (oder besser -glauben) noch sein könnte. Und so haben wir die Musik/Text-Dramaturgie dieser Sendung in drei Stufen (vom Wort zum Buch zum Leben und auch wieder zurück) gegliedert, allerdings ohne uns allzusehr einzugliedern in den Erwartungsmarkt.

Eine AndeutungDie scheußlichste Entwicklung der sogenannten Marktwirtschaft ist nämlich das Befriedigenwollen der zuvor berechneten oder künstlich erzeugten Erwartungshaltungen von immer noch mehr und immer noch größeren Käuferschichten. Also der Mainstream oder das Statistik-Zerbrauchertum, die Degeneration der Gauß’schen Durchschnitte zum vollendeten Konsumwichtel der Industrie. Gepriesen sei hingegen der Residenz-Verlag, der seine Position am Markt mit der Produktion von kritischer Individualkunst zu verbinden versteht. Und uns entsprechendes Rezensionsmaterial für die 2. Stunde unserer Nachtreise bescheret hat. Die Verhandlung darüber sei hierohrs eröffnet…

Das kritische Salzburg-BuchDie einen werden über “Die Ursache als Graphic Novel” frohlocken – die anderen werden das Wort Werkzertrümmerung in den Mund nehmen. Was aber meint der Sprachenkunstler als Experte?

“Dass diese Sachen, die gemacht werden um hergezeigt zu werden, Sachen sind, die die einen freuen und die anderen ärgern, und dass sie gewollt so gemacht sind, dass sie die einen freuen und die anderen ärgern, dass es also Sachen, die alle freuen, gar nicht sein sollen, selbst wenn irgendwelche es könnten (so wie es Sachen, die alle ärgern, gar nicht sein sollen, selbst wenn irgendwelche es könnten), das ist das Kritische daran.” (Ernst Jandl – “Ich mit Umwelt”, 1970)

 

Abstammungsgentests: Profit mit den Genen

In unserer Sendung zum Thema Der Gedanke von menschlichen Rassen „ewig gestrig“? Ganz und gar nicht… sprachen wir auch über Abstammungsgentests. Der Jungle World Artikel „Profitable Gene“ kritisiert diese Tests zurecht.

Abstammungsgentests versprechen Erkenntnisse über die familiäre Herkunft. Der Umgang der Anbieter solcher Tests mit den Daten von Kundinnen und Kunden ist höchst problematisch.

Zusammenhang

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 24. FebruarPutin nimmt die Krim, in Nordkorea wohnt der dicke Kim. Die Rohrdommel hockt im Rohr, ich vorm Monitor. Wo ist der Zusammenhang?“ Dieses schöne Lied von Rainald Grebe wollen wir als Motto für eine Sendung verwenden, die alles Mögliche nachliefert, was uns in letzter Zeit aus Zeitgründen einfach nicht mehr möglich (zu senden) war. Ein Sammelsurdium an nicht gemachten Anmerkungen, eingesparten Abschweifungen und unausgegorenen Ideen. Und ein alter Kreisky-Witz, der aber immerhin die Krise der Sozialdemokratie erklärt. Denn in einem Weltkrieg der Wirtschaft gegen den Menschen kann es nicht darum gehen, ein paar Erleichterungen beim Zerquetschtwerden zu etablieren, sondern nur darum, dass er endlich aufhört! Liebe Mit- und Ohneglieder (und -innen), so is des…

Wo ist der ZusammenhangSpiegel geht in Scherben
Scherben bringen Glück
Sammel sie auf, und dann schreib was drauf, und dann hol dir deine Geschichte zurück! Und dann:
Yin und Yang, Kling und Klang,
Sing und Sang: Das Lied vom Zusammenhang.

In diesem reichen wir auch einen Ausschnitt aus dem griechischen Dokumentarfilm “AGORÁ – Von der Demokratie zum Markt” samt deutscher Textübertragung nach, der für unsere letzte Sendung “25 Jahre Studio West” eingeplant war. Genauso wie die Musik des antikapitalistischen Kunstkollektivs SNOG – hier eine frühe Videoarbeit zum sprechenden Titel “Corporate Slave” mit Zitaten aus dem medienkritischen Film “Network”. Schnitt. In einem bei “Serienköpferln aus der Nutzmenschenbatterie” (Uwe Dick) weithin beliebten Musikantenstadl-Deppenaufmarsch erklären Sebastian Moik und sein Vize Hias-Christian den Grundsatz ihres politischen Handelns wie folgt: “Schaug hi, da liegt a toter Fisch im Wasser – den moch ma hin!” Wo da jetzt der eingangs erwähnte Zusammenhang ist, das dürft ihr euch gern selbst beantworten…

Der Koran ist ein krasser Schmöker,
viele nehmen ihn wörtlich.
Ich geh lieber in die Kneipe
und betäube mich örtlich,
und suche den Zusammenhang.
Suche den Zusammenhang

Viel Vergnügen

 

Hunde, die leben helfen

Assistenzhund, Signalhund, Therapiehund, Servicehund – was bedeuten diese Begriffe überhaupt? Und wo ist der Unterschied?

Klara Zösmayr und Andreas Fuchshuber haben einiges gemeinsam. Beide sind Sachverständige für Assistenzhunde und beide haben selbst einen Assitenzhund an ihrer Seite, der leben hilft. Klaras Assistenzhündin Ylvi ist sogar Namensgeberin für ihre Website http://assistenzhund-ylvi.at/.

Klara Zösmayr klärt auf und berät Menschen in Sachen Assistenzhund – auch bereits vor der Anschaffung. In ihrer Facebookgruppe  werden Austausch und Vernetzung groß geschrieben.

c)fuchshuber

Servicehund im Dienst

Andreas Fuchshuber bietet die Vermittlung von qualifizierten TrainerInnen und sowie Seminare im Bereich Lerntheorie, Stress, Körpersprache und Kommunikation.

Als erster Trainer in Österreich, der sich der „Selbstausbildung“ von Assistenzhunden verschrieben hat, profitieren seine SchülerInnen von seiner doppelten Erfahrung – als Ausbildner und als Betroffener.

 

Verantwortung für den Assistenzhund

Ein Assistenzhund ist nicht einfach nur ein „Arbeitsbehelf“, er ist ein Freund und Helfer auf 4 Beinen, ein Familienmitglied. Und auch ein Assistenzhund braucht Freizeit, Kontakte zu Argenossen und ausreichend Ruhe und Erholung. Denn der Job als Assistenzhund ist anstrengend.

Aus diesem Grund ist auch wichtig, dass ein Assistenzhund rundherum gesund ist. Um überhaupt zur Prüfung vor dem Bundesministerium antreten zu dürfen, muss sich der angehende Assistenzhund nämlich  einer Gesundheitsüberprüfung unterziehen.  Erst wenn diese positiv ausfällt, darf das Team die  Prüfung ablegen.

Der Assistenzhund trägt Uniform, eine Kenndecke, die ihn als geprüften Hund im Dienst ausweist. Das ist wichtig, denn für einen Assistenzhund gelten viele Sonderregelungen. Er darf auch dorthin mit, wo normalerweise Hunden der Zutritt verwehrt wird, zum Beispiel ins Lebensmittelgeschäft, zum Zahnarzt oder in den Tiergarten.

Natürlich muss sich so ein besonderer Hund zu benehmen wissen. Er braucht zunächst eine Grundausbildung und dann die Spezialausbildung, die ganz auf die Bedürfnisse seines Menschen abgestimmt wird.

Als Assistenzhundetrainer kann sich zwar schnell jemand bezeichnen, doch sollte man sich auf jeden Fall an jemanden wenden, der wirklich über Wissen und Erfahrung verfügt und sich moderner = gewaltfreier Methoden bedient.

 

Der Assistenzhund in der Öffentlichkeit

Wer mit einem Signal- oder Servicehund in der Öffentlichkeit unterwegs ist, hat es nicht immer einfach. Viele Menschen wissen nicht, dass man einen solchen Hund nicht ansprechen oder gar anfassen sollte. Auch Hundekontakt im Dienst ist nicht erwünscht, schließlich ist sein Mensch auf die Hilfe und Aufmerksamkeit des Hundes angewiesen.

Blogartikel „Hund im Dienst“, Karin Immler

Sendung anhören

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv .

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

 

Hundewissen zum Hören im Hundepodcast von know wau.

Battle&Hum#95

Samstag 16.02.2019 (Stairway zum Nachhören)

Wir treiben Salzburg den architektonisch-erzbischöflich-stumpfsinnig-nationalsozialistisch-katholischen Todesboden aus!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s Frost:

  • 2. Seeed (new dubby conquerors) – dickes B

MC Randy Andy’s Kalkwerk:

  • 1. Kinderzimmer Productions (die hohe kunst der tiefen schläge) – fett viel besser
  • 3. Maul- und Trommelseuche (single) – truthahn

„Die Erwachsenen leben ja nur in der Einbildung und die Kinder leben wirklich, das ist der Unterschied.“ (Thomas Bernhard, Monologe auf Mallorca)

Fvonk dich frei mit Monika Schmerold, Obfrau von knack:punkt

Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Dafür kämpft unsere heutige Studio-Gästin auf vielen Ebenen.

Monika Schmerold - knack:punkt SalzburgMaga (FH) Monika E. Schmerold ist in erster Linie Expertin in eigener Sache. Als Rollstuhlnutzerin kennt sie die vielen tagtäglichen Diskriminierungen im Leben von Menschen mit Behinderung sehr genau. Die zertifizierte Sachverständige für „Barrierefreies Bauen und Gestalten“ studierte in Salzburg „Sozialwissenschaftliche Berufe“ und ist Mitglied der Besuchskommission der Volksanwaltschaft.

Privat ist sie Obfrau von „knack:punkt – Selbstbestimmt Leben Salzburg“ und stv. Vorsitzende von „SLIÖ – Selbstbestimmt Leben Österreich“. Als Aktivistin für die Menschenrechte von Menschen mit Behinderung ist sie ebenso Mitglied in vielen Gremien und Arbeitsgruppen mit dem Schwerpunkt Rechte von Menschen mit Behinderung: „An der knack:punkt -Arbeit ist mir besonders wichtig, dass wir politisch arbeiten. Das heißt wir machen keinerlei Veranstaltungen um Spenden zu lukrieren. Alle Menschen haben die gleichen Rechte, so auch Menschen mit Behinderung. Darum kann es zB nicht sein, dass Mensch für ein benötigtes Hilfsmittel oder für Persönliche Assistenz auf Spendengelder angewiesen ist.“

Wir freuen uns sehr, mit Monika eine starke Kämpferin für Barrierefreiheit, Menschenrechte und Gleichstellung, nicht nur hinsichtlich einer selbstbestimmten Lebensgestaltung für Menschen mit Behinderung, sondern in der Durchsetzung all ihrer Bürger*innen-Rechte im Studio begrüßen zu dürfen. Wie steht es um Selbstbestimmung angesichts der aktuellen sozialpolitischen Entwicklungen (Stichwort: Mindestsicherung neu)? Wie entwickelt sich das von knack:punkt seit 2016 mitgetragene, salzburgweite Pilotprojekt „Persönliche Assistenz“?

Freut euch auf ein spannendes Gespräch – wir hören uns!

Fvonk dich frei – Der Radiotalk mit AlltagsheldInnen. Am FR, den 15.02.2019 im Studio: Monika E. Schmerold von knack:punkt  –  17:00 bis 18:00 Uhr – Radiofabrik Salzburg über 107,5 und 97,3 MHz und im Livestream unter: http://radiofabrik.at/rafab_stream_low.m3u

25 Jahre Studio West

Sendung: Artarium vom Sonntag, 17. FebruarUnter diesem Titel präsentiert Das Kino in Salzburg derzeit ausgewählte Filme aus dem reichhaltigen Schaffen einer vor 25 Jahren als “Verein Freier Film- und Videoschaffender” gegründeten “Plattform für kreativen Austausch im Bereich des künstlerischen Dokumentarfilms”. Inzwischen nennt die sich “Studio West. Independent Film” und bietet da auf ihrer Homepage einen tiefen Einblick in die Vielseitigkeit ihrer Produktionen. Wir haben dazu den Filmemacher Djordje Čenić aus dem Studio West ins Studio der Radiofabrik eingeladen, um mit ihm seinen Film “Unten” zu besprechen, welcher in der eingangs erwähnten Reihe am Dienstag, 19. Februar um 20 Uhr im Das Kino gezeigt werden wird. Diese “autobiografische Zeitreise” (Selbstbeschreibung) empfehlen wir sehr!

Studio West Independent Film UntenDenn sie bewahrt die Spannung zwischen hier oben und da unten über die gesamte Dauer, als ob man bei einem “Ritt auf Rasiermessers Schneide” mittendrin innehalten, in der Schwebe verharren – und sich aller Möglichkeitsformen auf einmal bewusst werden könnte. Der dabei angewandte Kunstkniff scheint uns eben die spezielle autobiografische Erzählweise zu sein, durch die das persönliche Erleben immer auch beispielhaft oder stellvertretend die “größeren Geschichten hinter der Geschichte” widerspiegelt. Der enorme Mut, sich selbst in seinem inneren Zwiespalt zwischen linksfortschrittlicher Einstellung und nationalchauvinistischen Parolen da mitten hinein zu stellen, als menschliche Projektionswand zum besseren Verständnis der Zuschauer, zahlt sich hier allemal aus. Wer sich auf die vielschichtige Darstellung der Thematik einlässt (und das gelingt leicht), wird mit mancherlei Erkenntnissen zum Selbstweiterdenken belohnt. So ließe sich etwa die Geschichte vom “Zerfall Jugoslawiens” als Mahnung im Hinblick auf “Europas Sinnkrise” und die darin wirksamen nationalen Fliehkräfte verstehen. Und das wäre auch nur ein einziger von mehreren Aspekten, die in diesem wirklich “künstlerischen Dokumentarfilm” angelegt sind. “Geschichte” jenseits der üblichen eindimensional massentauglichen Guidoknopperei ist einfach seufzerlösend.

Weil wir gerade dabei sind, den Balkan hinunter zu spüren und mit Empfehlungen um uns zu werfen – aus Griechenland kommt die ausgezeichnete Dokumentation “AGORÁ – Von der Demokratie zum Markt” über die Situation der aktuellen Wirtschaftskrise…

Wir sind ein geiles Institut

 

Polarlichter und Himmelserscheinungen

Da ich gerade in Finnland war und dort natürlich Nordlichter ein Thema sind, möchte ich in dieser Sendung darüber und über weitere Himmelserscheingungen berichten.

Leider habe ich selber trotz ausgedehnter nächtlicher Spaziergänge diese imposante Naturerscheinung nicht beobachtet, doch werde ich Ihnen, wie in der Sendung Leuchtturm ja üblich, die Hintergründe und die Zusammenhänge dieses physikalischen Phänomens und anderer Himmelsphänomene näher bringen.

Als Musik hören Sie, passend zum Thema etwas „exotische“ finnische Musik.

Ausstrahlungen:

  • 2019-02-08 16:00-17:00
  • 2019-02-15  16:00-17:00
  • 2019-02-18  16:00-17:00

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/395574